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Österreich: Match um 17 Glücksspiel-Lizenzen

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    Österreich: Match um 17 Glücksspiel-Lizenzen

    38 Kommentar(e) von Harvey, veröffentlicht am 18.05.2011 15:51
    Im österreichischen Glücksspielmarkt werden die Karten neu gemischt. 15 Lizenzen für Casinos sowie eine für Lotterien und eine Poker-Spielbank müssen EU-weit ausgeschrieben werden – mit möglichen Folgen auch in Tirol.

    Wien, Innsbruck – Noch immer ist unklar, welche Spielregeln das Finanzministerium für die Ausschreibung der 17 Glücksspiel-Lizenzen festlegen wird. Künftig darf es in Österreich 15 statt 12 Spielbanken geben. Die Konzessionen, die sich momentan alle in den Händen der Casinos Austria befinden, müssen EU-weit ausgeschrieben werden. Je sechs laufen Ende 2012 (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz) sowie 2015 (darunter Seefeld und Kitzbühel) aus.

    "Wir werden uns für alle 17 Lizenzen bewerben", kündigt Casinos- und Lotterien-Generaldirektor Karl Stoss gegenüber der TT an. Für ihn ist denkbar, dass die Casino-Lizenzen einzeln oder bundesländerweise (dann wären alle drei Tiroler Standorte in einem Paket) ausgeschrieben werden. Wenn die Ausschreibung noch vor dem Sommer startet, sei eine Vergabe nicht vor Jahresende realistisch.

    Stoss rechnet mit großer Nachfrage von Glücksspiel-Unternehmen aus Österreich selbst sowie aus dem Ausland. Bisher soll es bereits 30 bis 40 Anfragen gegeben haben, Stoss rechnet mit mindestens 10 bis 15 Konkurrenten, die mitbieten werden. Und die können aus der ganzen EU kommen, von Zypern über Osteuropa bis nach England. Mitbieten dürfen auch staatliche Monopolisten wie in Frankreich, wo die Märkte für andere Konzerne weiter abgeschottet sind.

    Stoss hat, wie er betont, nichts gegen eine Ausschreibung. Die müsse aber fair und offen sein. Und der Politik müsse auch klar sein, was auf dem Spiel steht, etwa was Wertschöpfung, Arbeitsplätze und den Spielerschutz betrifft. Laut einer Studie lösen die Casinos volkswirtschaftliche Gesamteffekte von insgesamt 679,4 Mio. Euro aus. Gewinner sind laut der Studie neben dem Tourismus (1 Mio. Nächtigungen) auch die öffentlichen Kassen und der heimische Arbeitsmarkt. Durch die Casinos werde eine Gesamtbeschäftigung von 4401 Personen ausgelöst, das Gros davon bei den Casinos selbst. Außerdem werden über 180 Mio. € an Steuern und Sozialabgaben geleistet.

    65.000 glücksspielsüchtige Österreicher haben laut Stoss eine Casino-Sperre, bei Onlinespielen gebe es ebenso strikte Regeln, etwa Obergrenzen beim Einsatz und den Jugendschutz. Von den Lotterien fließen jährlich über 80 Mio. Euro in die Sportförderung, dazu an die 10 Mio. Euro für Sponsoring, gerade auch in der Kultur.

    Was ist, falls die Casinos Lizenzen verlieren? "Dann müssen wir am nächsten Tag Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung anmelden", stellt Stoss klar. Ginge man rein nach den Zahlen, müsste man sich schon heute "vier bis fünf Standorte" genauer anschauen. Falls die Casinos Lizenzen verlieren, könnten Standorte auch innerhalb des Bundeslandes wechseln.

    (tt.com)

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  2. Kommentare insgesamt: 38

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  3. #2
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    Standard Novomatic spitzt auf Lotto-Lizenz

    Der Automatenkonzern will allenfalls mit internationalen Lotterieunternehmen ins Rennen gehen

    Wien - Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic will sich in Österreich nicht nur für Automaten- und Casinokonzessionen bewerben, sondern interessiert sich auch für die Lotterielizenz, die noch heuer ausgeschrieben werden muss. "Wir schließen nicht aus, dass wir uns bewerben - allenfalls mit dem einen oder anderen Partner aus dem klassischen Lotteriebereich", sagte Generaldirektor Franz Wohlfahrt am.

    Zuerst müsse man sich allerdings die Ausschreibungsbedingungen ansehen. Ob schon Gespräche mit Partnern im Gange seien? Es gebe "drei bis vier" Lotterieunternehmen, "die auf dem Weltmarkt relevant sind." Die Lotterielizenz beinhalte Marktsegmente, "die für uns interessant sein können", insbesondere VLTs (zentralvernetzte Spielautomaten) und Online-Gambling. Lieber wäre es Wohlfahrt gewesen, hätte man diese beiden Bereiche vom klassischen Lottogeschäft getrennt, wie er sagte.

    Derzeit ist die Ende September 2012 auslaufende Lotterienlizenz in den Händen der Österreichischen Lotterien, das Internetportal win2day.at spielte der Noch-Monopolistin 2010 Umsätze in Höhe von mehr als 1 Mrd. Euro ein. Online-Zocken gilt als einer der am stärksten wachsenden Bereiche im Glücksspielsektor.

    Im Finanzministerium ist man gerade dabei, ein Beratungsunternehmen zu suchen, das sich um die Abwicklung der Glücksspiel-Lizenzenvergabe kümmert. Nach dem Wechsel an der Spitze des Finanzministeriums bzw. der Ablöse des für Glücksspiel zuständigen Staatssekretärs Reinhold Lopatka (ÖVP) wird in der Branche befürchtet, dass sich die Vergabe (15 Casinokonzessionen sowie je eine Lizenz für Lotterien und Poker), die nach einem EuGH-Urteil vom September 2010 erstmals europaweit ausgeschrieben werden müssen, in die Länge zieht.

    Wohlfahrt ist indes guter Dinge, dass der Plan hält, im Sommer oder spätestens Frühherbst mit der Ausschreibung zu beginnen. "Wir warten jetzt auf die Bedingungen", sagte der Novomatic-Boss. Er bekräftigte, dass sich sein Unternehmen für eine "möglichst hohe Anzahl" an Spielbanklizenzen bewerben will. Auch hofft Novomatic auf viele Bewilligungen für Automatensalons - jene Konzessionen werden bundesländerweise (jeweils bis zu drei) vergeben. Sollte Novomatic hier überall zum Zug kommen, werde man in Österreich "deutliche Investitionen" tätigen und neue Mitarbeiter aufnehmen. Im Jahresschnitt 2010 beschäftigte der Konzern, der sein Headquarters in Gumpoldskirchen hat, hierzulande mehr als 2.500 Mitarbeiter, weltweit waren es 10.544, inklusive der Schweizer Schwestergesellschaften ACE Casino Holding AG und C.S.C. Casino Systems Holding AG mehr als 17.000.

    Börsegang möglich

    Novomatic schließt einen Börsegang nicht aus. "Faktum ist, dass wir immer wieder nach Möglichkeiten suchen, unsere Finanzstruktur zu optimieren und unsere Kapitalmaßnahmen evaluieren", sagte Wohlfahrt. In den nächsten Jahren sehe das Unternehmen in einigen Segmenten großes Wachstumspotenzial, von daher sei man stets mit Banken und Vertretern der Finanzbranche in Gesprächen.

    Ob ein Börsegang wie kolportiert schon im Herbst erfolgen könnte, wollte sich Wohlfahrt nicht entlocken lassen. "Es ist zu früh, Konkretes zu kommunizieren", weder zu Ort, Zeitpunkt und Volumen könne er sich heute äußern. "Sicher" sei, dass ein mögliches IPO "nicht von heute auf morgen" erfolgen könne.

    "Nichts ausgeschlossen"

    "Wir prüfen, wir haben keine konkreten Entscheidungen getroffen, wir schließen aber auch nichts aus."

    Das "Format" hatte Anfang Mai berichtet, dass der Banken-Beauty-Contest bereits abgeschlossen sei. Mehrheitseigentümer und Unternehmensgründer Johann Graf hat den Gang an die Börse bisher stets abgelehnt.

    Mit dem Kapitalmarkt haben die Niederösterreicher bereits Erfahrung, im Vorjahr wurden Anleihen in Höhe von 350 Mio. Euro begeben.

    Der Unternehmenswert von Novomatic wird auf rund 3 Mrd. Euro geschätzt.

    Casino in Peru

    Novomatic möchte heuer außerdem um 10 Prozent wachsen. Insbesondere in Südamerika will das Unternehmen seine Position ausbauen. Derzeit sei man mit einem Partner in Verhandlung über den Betrieb eines Casino Resorts in Lima (Peru), sagte Generaldirektor Wohlfahrt.

    (APA)
  4. #3
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    Standard Rekordbilanz für Glücksspielkonzern

    Der Novomatic Konzern mit Stammsitz in Gumpoldskirchen hat nun eine Rekordbilanz vorgelegt. 2010 ist der Umsatz gegenüber 2009 um 19 Prozent, auf 2,8 Milliarden Euro, gestiegen. Nun werde ein Börsegang überlegt.

    Verhandlungen über Casino in Peru
    Vor allem in den Märkten in Süd- und Osteuropa floriere das Geschäft, das habe zu dem guten Ergebnis für 2010 geführt, heißt es bei Novomatic. Weltweit zählt das Unternehmen bereits 17.000 Mitarbeiter, in Österreich sind es 2.750.

    Insbesondere in Südamerika will das Unternehmen seine Position ausbauen. Derzeit sei man mit einem Partner in Verhandlung über den Betrieb eines Casino Resorts in Lima (Peru), sagte Generaldirektor Franz Wohlfahrt am Mittwoch vor Journalisten.

    Warten auf Ausschreibung der Lizenzen
    In Österreich hingegen warte man auf die Ausschreibungen zur Neuvergabe der 15 Casino Lizenzen, so Wohlfahrt. Dadurch würde es zu erheblichen Investitionen in Österreich kommen, wenn man über die entsprechenden Bewilligungen für Spielbanken und Automatensalons verfüge.

    Ausgeschlossen sei auch nicht, wenn man die entsprechende Lizenz erhält, dass der Konzern auch in Niederösterreich ein Casino errichtet.

    Börsegang "nicht ausgeschlossen"
    Keine konkreten Fakten nannte Wohlfahrt zu einem möglichen Börsegang des Unternehmens.

    Dieser sei nicht ausgeschlossen, es sei aber verfrüht etwas zu sagen, da es noch keine konkreten Entscheidungen gäbe.

    (noe.orf.at)
  5. #4
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    Standard Lizenzen: Klagen befürchtet

    Wien - Der Ausschreibung der Glücksspiellizenzen werde eine "Flut an Klagen" folgen, sagt das Institute for International Research (IIR). Besonders im Onlinegambling-Bereich herrsche große rechtliche Unklarheit, da inhaltliche Beschreibungen fehlten, so das IIR. Das Online-Glücksspiel wird formal der Lotteriekonzession zugerechnet, von der nur eine Lizenz vergeben wird. Das IIR rechnet damit, dass Bewerber, die bei der Ausschreibung leer ausgehen werden, gegen die Vergabe vorgehen werden.

    Die Lizenzausschreibung lässt derweil weiter auf sich warten. Die Ursachen dafür ortet das IIR auch in den Neustrukturierungen im Finanzministerium.

    Künftig wird es 15 statt zwölf Casinolizenzen geben, die wie die Lotterie-Pokerkonzession europaweit ausgeschrieben werden müssen.

    (wirtschaftsblatt.at)
  6. #5
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    Standard Lottolizenz wird ausgeschrieben

    Österreichische Lotterien und Novomatic gehen fix ins Rennen, die Lotto-Gesellschaften Italiens und Frankreichs sollen interessiert sein

    Wien - Die lange erwartete Ausschreibung der Ende September 2012 auslaufenden Lotteriekonzession hat begonnen. Die Frist für die Interessensbekundung endet bereits am 1. August 2011, gab das Finanzministerium am Dienstag bekannt. Ende September soll entschieden werden, wer den Zuschlag bekommt. Der bisherige Monopolistin, die Österreichischen Lotterien, will sich ebenso bewerben wie der niederösterreichische Automatenkonzern Novomatic. Auch den Lotto-Gesellschaften Italiens und Frankreichs wird Interesse nachgesagt.

    Bis dato wurde die Lotteriekonzession stets an die Österreichischen Lotterien vergeben. Dies ist aber nicht EU-rechtskonform, weshalb Österreich im Vorjahr sein Glücksspielgesetzgebung neu regeln musste. Nunmehr dürfen sich sowohl für das Lottogeschäft als auch für die 15 Spielbanken auch Gesellschaften aus dem EU-Ausland im Rahmen einer "öffentlichen Interessentensuche" bewerben.

    Für die Lottokonzession kommen Kapitalgesellschaften mit Aufsichtsrat, die ihren Sitz in einem EU-Mitgliedstaat bzw. der EWR haben, infrage, geht aus den Unterlagen des Finanzministeriums hervor. Sie müssen den "Spielbetrieb in einer Form abwickeln, die eine effektive und umfassende ordnungspolitische Aufsicht nach dem Glücksspielgesetz (GSpG) erlaubt." Das eingezahlte Stamm- oder Grundkapital muss mindestens 109 Mio. Euro betragen, außerdem müssen die Interessenten über entsprechende Erfahrung vorweisen.

    Konkret heißt es: "Der Bewerber muss seine relevante Erfahrung in der Errichtung, im technischen und organisatorischen Betrieb und in der Weiterentwicklung eines Lotterieunternehmens beschreiben. Im Besonderen sind Angaben zu in Komplexität vergleichbaren Lotterie-Unternehmungen innerhalb der EU oder des EWR zu machen, die zumindest seit fünf Jahren in Vollbetrieb stehen." Auch solle angegeben werden, "ob die verschiedenen Leistungen selbst oder durch Subunternehmen bzw. Lieferanten geleistet wurden." Ein weiteres Kriterium ist die Kenntnis des österreichischen Glücksspielmarktes. Bewerber müssen zudem Ausführungen "zur geplanten bzw. bereits verfügbaren Infrastruktur" machen.

    Aus Österreich kommen de facto nur die Österreichischen Lotterien und Novomatic infrage. Die bisherige Monopolistin will sich "selbstverständlich" auch für die neue Lizenz bewerben, wie es heute auf APA-Anfrage hieß. Auch Novomatic will eine Interessenbekundung abgeben, bekräftigte ein Sprecher und verwies auf die jüngsten Aussagen von Konzernchef Franz Wohlfahrt. Dieser hatte bei der Bilanzpressekonferenz Mitte Mai gesagt, Novomatic erwäge, mit einem internationalen Partner ins Rennen zu gehen. Novomatic wittert vor allem im Bereich der zentralvernetzten Spielautomaten (Video Lotterie Terminals) und im Online-Geschäft große Profite.


    Internet größter Wachstumsmarkt

    Die Lotterielizenz beinhaltet nämlich neben den klassischen Lottoprodukten (u. a. Lotto, Toto, Bingo) auch elektronische Lotterien, das sind VLT-Outlets und Online-Lotto. Das Internet gilt als der große Wachstumsmarkt im Glücksspielbereich, die Österreichischen Lotterien haben 2010 mit ihrem Internetportal win2day.at über 1 Mrd. Euro eingespielt, die Umsätze mit VLTs beliefen sich auf knapp 400 Mio. Euro, jene mit dem traditionellen "Lotto 6 aus 45" auf 582 Mio. Euro. Insgesamt setzten die Lotterien im Vorjahr 2,64 Mrd. Euro um.

    Dass die Konzession für Online-Gaming nach wie vor an der Lottolizenz hängt, sorgt bei manchen in der Branche für Unmut. Helmut Kafka vom Automatenverband sprach gegenüber der APA von einer "marktbeherrschenden Einzelkonzession". Er stößt sich vor allem daran, dass es bei den VLTs keine Stückzahlbegrenzung gebe, während man die "normalen" Spielautomaten, für die die Bundesländer zuständig sind, mit der GSpG-Novelle "dramatisch beschränkt" habe. "Die Kohärenz des Spielerschutzes ist in dieser Hinsicht eine Heuchelei", so Kafka in Anspielung auf die Debatte um das Verbot des "kleinen Glücksspiels" in Wien. Das Problem aus seiner Sicht: "Die Länder haben keine Bestimmung über die Standorte, das obliegt allein dem BMF."

    Dort ist übrigens seit dem Abgang von ÖVP-Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka (V) der rote Koalitionspartner für das Glücksspiel zuständig, und zwar in Person von SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder. Diesem sei nun der Schwarze Peter zugeschoben worden , wird in der Branche gemunkelt.

    Die neue Lottokonzession gilt ab 1. Oktober 2012 und gilt für 15 Jahre. Bis 24. Juni können noch Fragen eingereicht werden.
    Wieviele Gesellschaften sich aus dem Ausland bewerben wollen, ist noch offen. Grundsatzinteresse wurde bisher der französischen Lottogesellschaft Francaise des Jeux (FdJ) sowie der italienischen Lottomatica nachgesagt, beide gehören zu den größten Playern der Welt.

    (APA)
  7. #6
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    Standard Österreichische Lotterien hoffen auf Lotto-Lizenz

    Lotterien-Vorstand Stickler: "Wenn wir die Lizenz nicht bekommen, dann wird es die Lotterien nicht mehr geben"

    Wien - Gute Chancen rechnet sich Friedrich Stickler, Vorstandsmitglied der Österreichischen Lotterien, bei der Ausschreibung der Lotto-Lizenz aus. Es brauche "Erfahrung" und "das haben nicht viele vorzuweisen", sagte er im Ö1-Morgenjournal am Pfingstmontag. Die Ausschreibung der Ende September 2012 auslaufenden Lotteriekonzession hat vergangene Woche begonnen. Die Frist für die Interessenbekundung endet bereits am 1. August 2011. "Wenn wir die Lizenz nicht bekommen, wird es die Lotterien nicht mehr geben", so Stickler. Die Lizenz sei nicht teilbar.

    Die Österreichischen Lotterien setzten im Vorjahr rund 2,64 Mrd. Euro mit klassischen Lottoprodukten (u. a. Lotto, Toto, Bingo) und elektronische Lotterien, das sind VLT-Outlets und Online-Lotto, um.

    Ende September soll entschieden werden, wer den Zuschlag bekommt. Die bisherige Monopolistin, die Österreichischen Lotterien, will sich ebenso bewerben wie der niederösterreichische Automatenkonzern Novomatic. Auch den Lotto-Gesellschaften Italiens und Frankreichs wird Interesse nachgesagt.

    (APA)
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    Standard Kritik an Glücksspielgesetz: Verein zeigt Automatencasinos an

    Anwalt: "Husch-Pfusch-Gesetz", das nicht exekutiert wird

    Wien - Die Kritik am neuen Glücksspielgesetz (GSpG) reißt nicht ab. Eigentlich hätte mit der Novelle 2010 das bisher nur in vier Bundesländern erlaubte Automatenzocken klar geregelt werden sollen. Stattdessen ist zwischen der neu installierten, im Finanzministerium angesiedelten "Soko Glücksspiel" und der "echten" Polizei ein Zwist darüber entbrannt, wer nun dafür zuständig ist, Spiellokale zu kontrollieren und gegebenenfalls illegale Slot Machines aus dem Verkehr zu ziehen. Der Grazer Anwalt Christian Horwath sprach am Dienstag von einem "Husch-Pfusch-Gesetz". In Namen des Vereins VPT, der sich unter anderem in Sachen Spielsucht engagiert, hat er bereits zehn Automatenbetreiber angezeigt.

    Weil sich sich "bei den Kompetenzen die Geister scheiden", habe er die Betreiber sowohl bei Bezirkshauptmannschaft und Finanzpolizei als auch bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, so Horwath am Dienstagnachmittag. "Auch einen Antrag auf Beschlagnahme haben wir gestellt."

    Auch Verbot keine Lösung

    "Das neue Glücksspielgesetz wird nach wie vor nicht exekutiert und viele Firmen betreiben ganz ungeniert illegale Casinos - in Bundesländern, in denen das Glücksspiel noch nie erlaubt war", empörte sich der vor rund eineinhalb Jahren gegründete Verein VPT in einer Aussendung.

    Das momentan in der Stadt Wien diskutierte Verbot des sogenannten kleinen Glücksspiels sei aber auch keine Lösung, meinte Horwath. Denn nach dem neuen Gesetz können sogenannten Video Lotterie Terminals (VLT, zentralvernetzte Spielautomaten) ohne Beschränkung im ganzen Land aufgestellt werden. Die Berechtigung für das Betreiben von VLT-Outlets hängt an der Lotterien-Lizenz, die gerade ausgeschrieben wird. "Wir haben den Verdacht, dass gezielt auf das kleine Glücksspiel losgegangen wird, damit man sich später 'den Kuchen' bei den Videolotteriecasinos in Ruhe aufteilen kann," so der VPT.

    Die "Soko Glücksspiel" hat bisher laut Angaben des Finanzministeriums rund 700 Automaten in etwas mehr als neun Monaten beschlagnahmt. Betroffene Automatenbetreiber haben die "Soko"-Beamten, die der Betrugsbekämpfungsbehörde des Finanzministeriums unterstehen, mit Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs eingedeckt.

    (APA)
  9. #8
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    Standard Lotto-Lizenz: 6 Milliarden im Jackpot

    In die heiße Phase kommt die Ausschreibung der österreichischen Glücksspiel-Konzessionen. Vor allem beim Lotto geht es beim Staat um Milliardeneinnahmen, spannend wird es aber auch bei Casinos und Automaten.

    Wien – Im österreichischen Glücksspielmarkt werden die Karten neu gemischt. 15 Lizenzen für Casinos sowie je eine für Lotterien und eine Poker-Spielbank müssen EU-weit ausgeschrieben werden. Dazu kommen Automaten-Konzessionen in einigen Bundesländern (Tirol, Salzburg oder Vorarlberg lehnen dies ab).

    Lotterien- und Casinos- Generaldirektor Karl Stoss will möglichst alle Konzessionen ergattern, wie er im Gespräch mit den Chefredakteuren der großen Bundesländerzeitungen sagte. Der finanziell mit Abstand größte Brocken ist die Lotto-Konzession. Seit einigen Tagen läuft die Ausschreibung mit insgesamt 320 Punkten. "Davon geht es in 120 um Spielerschutz und Regeln gegen Geldwäsche und Kriminalität." Die Vorgaben seien "sehr anspruchsvoll, und das ist richtig so", findet Stoss. Die Bieter müssen ein Mindestkapital von 109 Mio. Euro vorweisen.

    Stoss rechnet mit mindestens zwei bis drei harten Mitbewerbern, möglicherweise aus Italien oder Großbritannien. Die Entscheidung soll bis September fallen, die aktuelle Lotterien-Konzession läuft noch bis 30. September 2012. Nachdem bei den Lotterien nur 50 bis 55 % der Spielsumme ausgeschüttet werden, geht es für den Staat in den 15 Jahren Konzessionslaufzeit um sechs bis sieben Mrd. Euro an Steuern. Im Vorjahr flossen 570 Mio. Euro an Steuern, davon waren 410 Mio. Euro von den Lotterien und 160 Mio. Euro von den Casinos. Der Sport bekommt jährlich mindestens 80 Mio. Euro ausbezahlt. Auch für 6800 Trafikanten (davon über 3000 mit Lotto) geht es um jährlich 100 Mio. Euro an Glücksspieleinnahmen.

    Noch vor der Sommerpause sollen auch die künftig 15 Casino-Konzessionen (derzeit zwölf) ausgeschrieben werden. Ob einzeln, bundesländerweise oder in anderen Paketen, ist laut Stoss noch unklar. Wien bekommt jedenfalls zwei Casinos mehr, Niederxösterreich eines (derzeit haben beide je eines). In Tirol bleibt es bei drei Casinos (Innsbruck, Seefeld und Kitzbühel). Die Casinos Austria wollen an den jetzigen Standorten festhalten, obwohl einige defizitär sind (etwa Badgastein, Kleinwalsertal oder Baden). Innsbruck ist nach Bregenz das zweitlukrativste Casino. Bei den Casinos werde es deutlich mehr Mitbieter geben, das Kapital-Mindesterfordernis liege bei 20 Mio. Euro.

    Spannend werde es auch bei der neuen Poker-Lizenz. Der große Poker-Hype sei zwar vorbei, es gebe aber 75.000 regelmäßige Pokerspieler.

    Bei den Automaten gebe es österreichweit über 20.000 Spielautomaten (allein 1200 bis 1500 in Tirol), davon sei ein Großteil illegal. Künftig sollen maximal 8500 legale Automaten zugelassen sein. Für größere Spielhallen mit 16 bis 50 Automaten kann sich Stoss eine Bewerbung durchaus vorstellen.

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  10. #9
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    Standard Novomatic pfeift auf Lotto-Lizenz

    Lotterie-Produkte zählen nicht zum Kerngeschäft, sagte Firmenchef Franz Wohlfahrt. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis August. Die Österreichischen Lotterien halten derzeit die Lizenzen inne.

    Der heimische Glücksspielkonzern Novomatic nimmt sich im Rennen um die ausgeschriebene Lotterie-Lizenz frühzeitig selbst aus dem Spiel: Novomatic werde sich für die Lotterie-Konzession nicht bewerben, sagte Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt zur Zeitung "Österreich". Die Begründung: Klassische Lotterie-Produkte zählten nicht zum Kerngeschäft. Das Hauptaugenmerk liege auf der Vergabe der Casino-Lizenzen. Novomatic produziert Spielautomaten und betreibt im Ausland Spiel- und Automaten-Casinos. Die Ausschreibung für die 15 Casino-Lizenzen dürfte im Herbst beginnen. Hannes Reichmann, Sprecher der Novomatic, bestätigte den Bericht.

    Die Konzession für die Lotterien läuft am 30. September 2012 aus – die Österreichischen Lotterien, eine Tochter der Casinos Austria, halten sie derzeit inne. Das Finanzministerium hat die Lizenz Anfang Juni 2011 zum ersten Mal ausgeschrieben: Bisher wurde sie "freihändig", also ohne Ausschreibung, vergeben. Die Österreichischen Lotterien planen fix, sich wieder zu bewerben, haben die Unterlagen aber noch nicht eingereicht. Vorstand Friedrich Stickler rechnet sich gute Chancen aus, den Zuschlag erneut zu bekommen: Es brauche Erfahrung und diese hätten nicht viele vorzuweisen, erklärte er vor wenigen Wochen.

    Konkurrenz aus Italien und Frankreich

    Novomatic hat nicht ausgeschlossen, sich "wahrscheinlich mit einem der drei, vier auf dem Weltmarkt relevanten Lotterie-Unternehmen als Partner" zu bewerben. Außerdem gibt es einige internationale Unternehmen, die sich dem Vernehmen nach für die österreichische Lizenz interessieren: Dazu gehören Lotterien aus Italien, Frankreich und Griechenland. Am 1. August endet die Bewerbungsfrist, die Lizenz soll bis Ende September vergeben werden.

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  11. #10
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    Standard Neuvergabe der Casino-Lizenzen im Herbst

    Münze Österreich will danach ihren Anteil von 33,2 Prozent verkaufen

    Wien - Auf die Casinos Austria kommt einiges zu: Das Finanzministerium plane für den Herbst eine Neuvergabe der Casino-Lizenzen, berichtet die "Wiener Zeitung". Anschließend werde die Münze Österreich dem Bericht zufolge den Verkauf ihres Anteils in Höhe von 33,2 Prozent einleiten, als Kaufinteressent stehe Raiffeisen bereit.

    Fünf ausländische Casinos müssten saniert werden, verweist die Zeitung vor allem auf den Standort in Brüssel. Dort wurden 2010 elf Millionen Euro investiert, mit überschaubarem Erfolg beim Besucherandrang. Auch am österreichischen Standort in Baden würde jährlich eine Million Euro an Verlust geschrieben, ein Eigentümervertreter nannte die Vorgänge dort gegenüber der Zeitung "Irrsinn mit Anlauf".

    (APA)

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