Ich möchte mit diesem Thema einige weitere Anregungen zur d'Alembert-Progression und ihrer Umkehrung, der Contre d'Alembert, geben.
Eine ganze Zeit lang war diese Progression eine der beliebtesten Progressionen, sie wurde nicht nur beim Roulette angewandt, sie fand ihren Einzug auch in das Baccarat. Der entscheidende Vorteil dieser Progression gegenüber der Martingale ist, dass man kaum das Tischlimit erreicht. Jedoch stellte sich bald heraus, dass auch diese Progression, zumindest in ihrer ursprünglichen Form, ebenfalls eine kapitalintensive Angelegenheit ist. Somit versank auch diese Progression in der Vergessenheit, wie so viele andere Progressionen auch. Die Fraktion der Gleichsatzspieler rümpfte auch gleich nach dem Bekanntwerden der d'Alembert die Nase, denn für diese sind Progressionen, gleich welcher Art, ein rotes Tuch.
Aber wie so vieles im Leben hat auch dies zwei Seiten. Progression Ja oder Nein, das sollte beim Roulette nicht die Antwort sein. Denn es kommt darauf an, wie eine Progression eingesetzt wird. Eine Progression ist stets ein Teil der Satztechnik, mit der Progression alleine kann bei einem Glücksspiel nicht gewonnen werden.
Zur Satztechnik kommt ein auf die Progression abgestimmter Marsch hinzu. Ein Spieler muss zu jeder Zeit wissen, auf welche Chance er welchen Einsatz zu tätigen hat. Aus dieser Sicht kann die Progression nach d'Alembert durchaus sehr sinnvoll eingesetzt werden.
Die d'Alembert-Progression basiert auf dem Ausgleich. Vorzugsweise wird diese Progression auf den Einfachen Chancen eingesetzt, sie kann jedoch mit einer Anpassung an die jeweilige Chance auf alle anderen Chancen angewendet werden. Hier in aller Kürze noch einmal das Grundprinzip der d'Alembert:
Es wird zu Beginn einer Sitzung 1 Jeton auf eine der Einfachen Chancen gesetzt. Dieser Einsatz wird solange beibehalten, bis ein Verlust eintritt. Nach diesem Verlust wird der Einsatz um einen weiteren Jeton erhöht. Bei jedem weiteren Verlust wird der Einsatz stets um 1 Jeton erhöht. Gewinnt dann im weiteren Verlauf einer der erhöhten Einsätze, so verringert man den Einsatz um 1 Jeton. Bei jedem Gewinn wird der Einsatz um 1 Jeton verringert. Im Idealfall spielt man dies solange bis wieder der Grundeinsatz von 1 Jeton erreicht ist und dieser Einsatz gewonnen wurde.
Ein Beispiel soll dieses Verfahren verdeutlichen. Es wird hierbei konstant auf Schwarz gespielt:
Perm. Einsatz Erg. Saldo 27 1 Jeton - -1 3 2 Jetons - -3 13 3 Jetons + 0 36 2 Jetons - -2 24 3 Jetons + +1 8 2 Jetons + +3 29 1 Jeton + +4
Mit der 8 im sechsten Coup kam der Ausgleich und erbrachte einen Gewinn von 3 Jetons. Wird der Ausgleich erzielt, wird mit der Progression d'Alembert pro gesetztem Coup ein halber Jeton gewonnen.
Zwar kommt der Ausgleich, aber wann kommt er? Die Wahrscheinlichkeitstheorie lehrt uns, dass er im Unendlichen liegt. Es wird dann gerne das Gesetz der Großen Zahl bemüht, häufig wird dieses jedoch nicht richtig interpretiert.
Stets erfolgt nur eine relative Annäherung an einen Ausgleich, je mehr Coups ausgewertet werden. Das Gesetz der Großen Zahl besagt jedoch nicht, dass es zu einer absoluten Annäherung kommen muss, dass also der absolute Ausgleich gewiß ist. Die absolute Annäherung kann zwar erfolgen, aber sie muss es keineswegs. Somit haben wir wiederum eine Ungewißheit mehr und keine Gewißheit, dass es zu einem Ausgleich kommen muss.

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