Magdeburg - In Mitteldeutschland versuchen viele Menschen ihr Glück im Lotto. In Sachsen-Anhalt werden wöchentlich von jedem Spieler 1,29 Euro ausgegeben, wie der Geschäftsführer der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, Wolfgang Angenendt, der Nachrichtenagentur dapd in Magdeburg sagte. Damit belegt Sachsen-Anhalt in den neuen Bundesländern den ersten Platz.
In Westdeutschland geben Lotto- und Toto-Spieler im Durchschnitt mit 1,53 Euro je Woche dagegen nach wie vor knapp ein Drittel mehr aus, wie Angenendt sagte. Er wertet diesen Unterschied als Zeichen der nach wie vor schlechteren Einkommenslage in Ostdeutschland.
Die Lottospieler zwischen Arendsee und Zeitz steigerten den Angaben zufolge seit Januar ihre Spieleinsätze um 14,1 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. 44,8 Millionen Euro gaben sie in den drei Monaten für Tippscheine aus.
Als einen Grund für dieses Wachstum nannte Angenendt einen Jackpot von 24 Millionen Euro bei 6 aus 49 im ersten Quartal, der inzwischen «geknackt» wurde. Solche Beträge regten stets die Spielfreudigkeit an. 2010 lag der höchste Jackpot bei 16 Millionen Euro. Der Umsatz des Unternehmens sei auch deshalb gegenüber 2009 um 6,3 Prozent auf 166 Millionen Euro gesunken.
Zusätzliche Steigerungen kamen außerdem durch ein verändertes Spiel 77 zustande. Mit der Erhöhung des Einsatzes von 1,50 auf 2,50 Euro klingelten die Kassen. Als «Gegenleistung» wurde auch der Gewinnplan deutlich angehoben. «Deshalb sind bei dieser Zusatzlotterie auch alle Spieler bei der Stange geblieben», sagte der Geschäftsführer. Beispielsweise sei der Mindestgewinn auf fünf Euro verdoppelt worden.
Sachsens Glücksspieler setzen durchschnittlich 1,17 Euro pro Kopf ein. Damit habe sich das Spielverhalten der Sachsen im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert, teilte Sachsenlotto in Leipzig mit. Am ausgabefreudigsten zeigten sich dabei die Tipper in und um Leipzig sowie in Chemnitz, am zurückhaltendsten seien die Dresdner gewesen. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden bei Sachsenlotto rund 65 Millionen Euro in allen Glücksspielarten eingesetzt.
Die Thüringer haben im ersten Quartal mehr Lotto gespielt. Der Umsatz sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, sagte Lotto-Thüringen-Geschäftsführer Jörg Schwäblein. Neben den Spielern, die regelmäßig an der Auslosung teilnehmen, habe sich vor allem die Zahl der Gelegenheitsspieler erhöht. Allerdings stiegen diese grundsätzlich immer später in die Lotterie ein, das heißt erst bei höheren Gewinnaussichten beispielsweise von zehn bis zwölf Millionen Euro.
Seit Jahresbeginn konnten sich in Thüringen den Angaben zufolge bereits zwei Spieler über einen Millionengewinn freuen. Damit stieg die Zahl der Lotto-Millionäre im Freistaat seit 1991 auf 60.
(dapd)

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