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Schärfere Auflagen für Spielhallen

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    Schärfere Auflagen für Spielhallen

    3 Kommentar(e) von Harvey, veröffentlicht am 07.03.2011 16:53
    München - Die Bundesländer wollen massive Einschnitte bei den Spielhallen durchsetzen.

    Die 16 Bundesländer wollen drastische Auflagen für die mehr als 10.000 Spielhallen in Deutschland und für die vielen Gaststätten durchsetzen, in denen Glücksspielautomaten betrieben werden. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Montagausgabe).

    In einem dem Blatt vorliegenden Papier fordern die Staatskanzleien der Länder nun neun konkrete Einschränkungen. So soll der maximale Gewinn von 500 auf 300 Euro gesenkt werden und höchstens 48 statt 80 Euro Verlust pro Stunde möglich sein. Ein Spiel müsse mindestens 15 bis 20 statt derzeit nur fünf Sekunden dauern.

    Auch werden strenge Spielpausen nach einer Stunde und "technische Sicherungsmaßnahmen" an den Geräten für den Jugendschutz verlangt. Ziel der Auflagen müsse es sein, den "Glücksspielcharakter zurückzudrängen und so das Suchtpotential der Geräte zu minimieren", heißt es in dem Forderungskatalog.

    Wissenschaftler schätzen die Zahl der Menschen in Deutschland, die für Spielsucht anfällig sind und im schlimmsten Fall Haus und Hof verzocken und ihre Familien ins Unglück stürzen, auf mehrere Hunderttausend.

    Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), will deshalb sogar Automaten aus Gaststätten verbannen und Spielhallen für jene Gäste sperren, die besonders anfällig für das Zocken sind.

    (dapd)

  2. Kommentare insgesamt: 3

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  3. #2
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    Standard Länder wollen massive Änderungen in Spielhallen

    Einschränkung der möglichen Gewinne und Verluste, strengere Spielpausenregeln, längere Spieldauer: Die Bundesländer wollen angeblich drastische Auflagen für Spielhallen durchsetzen. Die Branche glaubt nicht, dass es den Ländern dabei um Suchtbekämpfung geht.

    Die Staatskanzleien der 16 Länder fordern neun konkrete Einschränkungen, wie die Süddeutsche Zeitung am Montag unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Papier berichtete (sueddeutsche.de). Die Ministerpräsidenten treffen sich am Donnerstag in Berlin.

    Spieler sollen den Forderungen der Länder zufolge maximal 300 Euro statt bisher 500 Euro gewinnen und höchstens 48 statt bislang 80 Euro pro Stunde verlieren dürfen. Ein Spiel solle mindestens 15 bis 20 Sekunden statt bisher fünf Sekunden dauern. Auch strengere Spielpausen nach einer Stunde und technische Sicherungsmaßnahmen an den Geräten für den Jugendschutz verlangen demnach die Länder.

    Ziel der Auflagen müsse sein, den "Glücksspielcharakter zurückzudrängen und so das Suchtpotential der Geräte zu minimieren", zitierte die Zeitung aus dem Papier der Staatskanzleien. Die Spielautomatenbranche kritisiert demnach, die Länder wollten nur ihre eigenen Lotterien, Sportwetten und Casinos vor Konkurrenz schützen.

    Umsetzen soll die strengeren Vorschriften der Bund - er regelt die Spielhallen per Verordnung. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), möchte Glücksspielautomaten ganz aus Gaststätten verbannen und strengere Auflagen für die mehr als 10.000 Spielhallen in Deutschland durchsetzen. Automaten haben nach ihren Angaben das höchste Suchtpotential beim Glücksspiel.

    Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte sich allerdings bereits gegen ein Automatenverbot ausgesprochen. Er schlug die Einführung einer "Spielerkarte" aus. Mit einer solchen Chipkarte, die auch mit Geldbeträgen aufgeladen werden könnte, müssten Spielautomaten zunächst freigeschaltet werden. Bei der Ausgabe der Karte könne der Spielhallenbetreiber prüfen, ob die Person volljährig sei. Zudem könne der finanzielle Verlust begrenzt sowie verhindert werden, dass jemand an mehreren Automaten gleichzeitig spielt. In Deutschland zeigen rund 300.000 Menschen nach Angaben Röslers ein auffälliges Verhalten bei Glücksspielen. Automatenspieler seien darunter die bei weitem größte Gruppe.

    (afp)
  4. #3
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    Standard Fachverband: Spielautomaten sollten nicht süchtig machen dürfen

    Expertin Füchtenschnieder kritisiert "zögerliche" staatliche Haltung gegenüber der Automaten-Lobby

    Maximal 300 Euro Gewinn pro Stunde aus einem Spielautomaten - so ist es geplant. Das Suchtpotential bleibe dennoch zu groß, meint Ilona Füchtenschnieder vom Fachverband Glücksspielsucht.

    Der Fachverband Glücksspielsucht hat von der Politik deutlichere Anstrengungen im Kampf gegen die Ausbreitung von Spielautomaten in Deutschland gefordert. Im Deutschlandradio Kultur sagte dessen Vorsitzende Ilona Füchtenschnieder, die Glücksspiel-Automaten in den Spielhallen müssten so beschaffen sein, dass sie nicht spielsüchtig machten.

    Die jetzt von der Politik geplante Gewinnbegrenzung auf 300 Euro pro Stunde sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch eigentlich seien 300 Euro immer noch zu viel. Nötig seien einschneidende Maßnahmen, betonte sie. Momentan seien die meisten Spieler, die in Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Fachkliniken kämen, abhängig von Spielautomaten. Dennoch würden Spielautomaten offiziell immer noch als "Unterhaltungsspiele" gelten, kritisierte sie.

    Die derzeitige Situation gehe vor allem auf eine "hervorragende" Lobby-Arbeit der Automaten-Branche und ein "zögerliches Wirtschaftsministerium" zurück, welches die Aufsicht über die Automaten habe, dafür aber "denkbar ungeeignet" sei, sagte Füchtenschnieder.

    Die Bedingungen für die Automaten-Branche seien in den vergangenen 20 Jahren immer besser geworden. Diese sei sehr kreativ darin, die bestehenden Vorschriften zu umgehen und dem Gesetzgeber "eine lange Nase" zu zeigen. Mit ihrer derzeitigen Initiative machten die Bundesländer ihre Hausaufgaben - "auch um den Glücksspiel-Staatsvertrag zu retten", sagte Füchtenschnieder. Denn die Politik müsse ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs umsetzen, der unter anderem zu wenig Regulierung im Bereich der Glücksspiel-Automaten moniert habe.

    Das vollständige Interview mit Ilona Füchteschnieder als MP3-Audio hören

    (dradio.de)
  5. #4
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    Standard AW: Länder wollen massive Änderungen in Spielhallen

    Es ist unverständlich, zumindest formal, warum Daddelhallen anders als Casinos behandelt werden.

    Da muss eine sehr starke Lobby einiges unterwendert habe.

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