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Thema im Roulette Forum:
Spielsucht

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  1. #1
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    Standard Spielsucht

    Spielsucht

    "Abhängig vom Glücksspiel"

    Hohenheim - Poker liegt in Deutschland im Trend, nicht erst seit Stefan Raab daraus eine abendfüllende Fernsehshow gemacht hat. Längst hat das Glücksspiel auch das Internet erreicht, gemeinsam mit Kasinoklassikern wie Roulette und Blackjack, mit Wett- und Lotteriespielen. Fast 15 der weltweit jährlich 350 Milliarden US-Dollar Gewinn macht die Branche online. Und obwohl in Deutschland Glücksspiele im Internet verboten sind, sind hierzulande nach Expertenschätzungen zwischen 80.000 und 300.000 Menschen süchtig nach der Zockerei.
    Ob aus juristischer, wirtschaftlicher oder medizinischer Sicht - das Thema "Glücksspiel im Internet" hat viele Facetten. Doch die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen. Eine Bestandsaufnahme haben jetzt 150 Experten beim Symposium Glücksspiel 2009 an der Uni Hohenheim vorgenommen. Der Tenor: der Staat muss sich entscheiden, was er will. Einerseits profitiert er, insbesondere durch die staatlichen Lotterien, ganz erheblich vom Glücksspiel. "Der Staat ist derjenige, der am schlimmsten glücksspielabhängig ist", sagt Martin Sychold, der Bereichsleiter Glücksspielrecht am Schweizerischen Institut für Rechtsvergleichung. Deutschland könne nicht einfach sagen: "Wir verzichten darauf."

    Andererseits bringt das Glücksspiel im Internet gegenüber der stationären Zockerei noch eine Reihe zusätzlicher Probleme mit sich. Da sind zunächst die erhöhten Suchtrisiken. Die Spieler sind allein vor dem Computer und unterliegen keiner sozialen Kontrolle. "Sie könnten betrunken sein und 24 Stunden am Tag spielen", sagt Tilman Becker, der Leiter der Hohenheimer Forschungsstelle Glücksspiel. Ferner ist es für den Staat schwierig, die Einhaltung der Gesetze zu erzwingen. Millionenumsätze mit einem Angebot, das es gar nicht geben dürfte, sprechen eine klare Sprache. Die Erklärung ist so einfach wie erschreckend: 59 Prozent aller Anbieter von Online-Glücksspielen sitzen in der Karibik oder ähnlich abgelegenen Regionen ohne beschränkende Gesetzgebung. Allein 19 Prozent entfielen auf ein indianisches Reservat in Kanada, betont Martin Oelbermann, der Geschäftsführer der Beratungsfirma Media & Entertainment Consulting Network. Weitere 29 Prozent bedienen den europäischen Markt von Malta, Gibraltar oder Zypern aus. "Lediglich sieben Prozent aller Anbieter arbeiten 100 Prozent legal", sagt Oelbermann.

    Das führt direkt zur nächsten Problematik. Natürlich könnte der Staat hier eingreifen. Er könnte Webseiten sperren, könnte Anbieter wie Verbraucher überwachen. Doch wie umstritten und letztlich nutzlos Sperren im Internet sind, hat sich schon bei der Diskussion um Kinderpornografie in den letzten Monaten gezeigt. Mit entsprechender Anleitung seien gesperrte Webseiten innerhalb weniger Minuten wieder erreichbar, erklärt Stefan Köpsell, Informatiker an der TU Dresden. Schließlich sei die Ausfallsicherheit die historische Grundidee des Internets.

    Sicherheit und Schutz vor der Spielsucht

    Erfolgversprechender scheint deshalb ein Konzept aus den USA. Dort haben Glücksspiele, vor allem Sportwetten, von jeher einen schweren Stand. Weil die großen Sportverbände Manipulationen befürchten, sind Tippspiele verboten. Seit 2006 geht die Regierung im Kampf gegen Glücksspiele im Internet einen Schritt weiter. Finanzinstituten ist es untersagt, Gelder im Zusammenhang mit Online-Glücksspielen weiterzuleiten. So können Spieler keine Einsätze machen, Anbieter keine Gewinne auszahlen. Erzielte die Branche 2006 noch 47 Prozent ihrer weltweiten Umsätze in den USA, waren es 2008 nur noch 25 Prozent. Das zeigt, dass sich mit dem sogenannten "financial blocking" Glücksspiele im Internet zwar nicht komplett unterbinden lassen, dass dieser Weg aber durchaus effektiv ist. Aushebeln lässt sich die Blockade beispielsweise, indem die Geldflüsse über ausländische - und damit teils unsichere - Kanäle abgewickelt werden. Die Anbieter, die seit 2006 die USA verlassen haben, agieren heute übrigens größtenteils in Europa.

    In Europa gibt es keine einheitliche politische Linie beim Umgang mit Glücksspielen im Internet. Von weitgehend erlaubt bis komplett verboten reicht das Feld. Besonders schwierig ist es für Anbieter in Föderalstaaten wie Deutschland. Aus historischen Gründen ist Polizeirecht - und damit auch Glücksspiel - Ländersache. "Die Urteile zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen sind extrem unterschiedlich", kritisiert Oelbermann. Für legale Anbieter gebe es kaum Verlässlichkeit. In der Vergangenheit haben einzelne Gesetzesänderungen erfolgreiche Anbieter innerhalb von ein oder zwei Jahren komplett verdrängt.

    Der seit 2008 geltende Glücksspielstaatsvertrag sollte hier Sicherheit schaffen und zugleich Verbraucher vor der Sucht schützen. In der Praxis hat er mehr Spieler in den Schwarzmarkt getrieben und seriöse Anbieter geschädigt. Zwar betont Sychold: "Die deutsche Gesetzgebung ist nicht schlechter als anderswo" - doch er schiebt hinterher: "Auch nicht besser. Und anderswo ist sie schlecht." Der Staat müsse sich bei der 2011 fälligen Anschlussregelung entscheiden, ob er das Glücksspiel - online wie stationär - weitgehend liberalisieren möchte, oder ob er - mit eigenen finanziellen Einbußen - wirklich restriktiv handeln und wie in den USA Geldströme blockieren will.

    Die restriktive Entscheidung hätte einen großen Vorteil: "Wer weniger Sucht will, muss weniger Glücksspiel anbieten", erklärt Sychold. Das sei heute erwiesen. Wie schwerwiegend diese Sucht ist, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Immerhin gibt es zehnmal mehr Alkoholabhängige und mindestens 30-mal mehr Nikotinabhängige in Deutschland. Die volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich laut Becker auf ein Prozent derer von Alkohol- oder Nikotinsucht, krankheitsbedingte Todesfälle gibt es keine. Das größte Suchtpotenzial hat übrigens der Automat im Casino. Poker steht weit hinten auf der Liste - ob mit oder ohne Stefan Raab.

    Quelle

  2. Folgendes Mitglied bedankt sich bei Lamis für obigen Beitrag:

    Wellenreiter61 (27.01.2011)

  3. #2
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    Standard Männerwelt Glücksspiel

    Hallo Lamis,

    ich danke Dir für Deinen Beitrag. Ich bin neulich selbst auf einen Artikel zum Thema Spielsucht gestossen, ich war mir jedoch nicht sicher, ob dieser Artikel hier ins Forum passt. Ich hänge diesen Artikel nun aber hier an.

    Männerwelt Glücksspiel

    Glücksspielsucht stürzt Abhängige ins Unglück, ist aber außerhalb der Spielerwelt wenig bekannt. Experten empfehlen gegen die Sucht einen Mix aus Präventionsmaßnahmen

    Der Spieler zeigt sein cooles Pokerface und wirkt auf die Frauen. Manchmal ist er der einsame Wolf, vielleicht eine tragische Figur, aber immer bereit, alles zu riskieren. Der Glücksspieler repräsentiert in Filmen und in der Werbung eine riskante aber attraktive Männerwelt.

    Immerhin eines stimmt an dem Bild, wie Jens Kalke vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) erzählt: Glücksspielsucht ist eine Männerkrankheit. 9 von 10 der Betroffenen sind männlich.
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    Aber Problemspieler sind nicht unbedingt die Schönen und Reichen, sie finden sich in allen Schichten. Kalke sagt: "Man sieht es den Leuten im Gegensatz zu vielen Alkoholikern nur nicht an. Sie können es auch länger vor engen Familienangehörigen verheimlichen."

    Die meisten Glücksspielsüchtigen in Deutschland sind zwischen 18 und 29 Jahren alt und eher weniger gut gebildet. Darunter sind laut Kalke überdurchschnittlich viele türkische Männer. Er vermutet, das könne an Spieltraditionen und an ihrem männlichen Rollenverständnis liegen. In den Spielhallen der Migranten wird außerdem nicht nur gespielt, es sind auch gängige Treffpunkte unter Männern.

    Die Symptome für problematisches oder sogar schon pathologisches Spielverhalten ähneln teilweise denen anderer Süchte. Denn der Betroffene kann die Zeit fürs Spielen nicht mehr beschränken. Er setzt immer mehr Geld ein, spielt häufiger, auch neue Spiele, um die gewünschte Erregung noch zu spüren. Schon der Gedanke ans Aufgeben macht ihn gereizt und unruhig. Oft werden auch andere Probleme, Ängste oder Schuldgefühle etwa, mit dem Kick, der beim Spielen entsteht, verdrängt.

    Der Spieler vernachlässigt und belügt Familienmitglieder und Freunde. Dabei gehen Beziehungen in die Brüche, der Arbeitsplatz verloren. Möglicherweise wird er kriminell, um das Geld für den nächsten Einsatz, der bestimmt den ultimativen Sieg verspricht, zu organisieren. Kalke sagt: "Spieler rennen den Gewinnen hinterher. Selbst wer schon hoch verschuldet ist, denkt: Heute habe ich ein gutes Blatt, damit kann ich mich retten."

    Gespielt wird an erster Stelle an Automaten, es folgen Pferdewetten, Casinobesuche und andere Sportwetten. Aber auch scheinbar Harmloses wie Rubbellose und Lottospielen kann manche Menschen süchtig machen, meist allerdings in Kombination mit anderen Spielen.

    Manche Eigenschaften eines Spiels haben besonders viel Suchtpotenzial. Erstens: Wenn nur wenig Zeit vergeht zwischen Spiel und Ergebnis. Bei den unterschätzten Rubbellosen erfährt man beispielsweise sofort, ob man gewonnen hat. Kalke erzählt, es gebe Menschen, die kurz vor Ladenschluss noch 500 Lose kaufen, weil sie nicht bis zum nächsten Tag warten können.

    Zweitens wirkt die Vorstellung Sucht fördernd, man könne aktiv eingreifen. Kalke sagt: "Der Automat gaukelt dem Spieler vor, er könne etwas beeinflussen, wenn er rechtzeitige eine Taste drückt." Besonders deutlich wird das im Bereich der Sportwetten. Fußballkenner glauben, sie hätten gute Chancen zu gewinnen. Doch gerade in diesem Sport ist es schwer, den Ausgang einer Partie vorher zu sagen. Der Glücksspielaspekt ist viel größer als man glaubt.

    Drittens locken "Fastgewinne" und vielfältige Gewinnmöglichkeiten zum Weiterspielen. "Wenn diesmal zwei von drei Zahlen richtig waren, dann war es ja schon fast so weit." Oder: "Wenn der Jackpot zusätzlich zu den anderen Gewinnmöglichkeiten lockt, dreh ich noch eine Runde."

    Der Forschungsbedarf ist in diesem Bereich noch sehr groß. Zum Beispiel weiß man noch sehr wenig darüber, ob aus Computerspielern leicht Glücksspieler werden könnten, auch nicht wie viele Süchtige es genau gibt und wie deren Anzahl sich entwickelt. Und was gegen diese Sucht wirkt, kann man nur anhand der Erfahrungen mit anderen Süchten vermuten.

    Zum gesamten Artikel:
    zeit online
  4. #3
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    Standard Aktionstag gegen Spielsucht

    Warnung vor dem (Un)Glücksspiel

    Nervenkitzel und die Hoffnung auf den großen Gewinn: Glücksspiel kann harmlos sein – aber auch zur gefährlichen Sucht werden. Ein hessenweiter Aktionstag macht heute auf das Problem aufmerksam.

    Es müssen gar nicht die großen Spielcasinos sein, in denen Menschen süchtig nach dem Reiz werden, mit einem kleinen Einsatz möglicherweise den großen Gewinn einzufahren. In den meisten Fällen sind es Spielautomaten in Gaststätten und in kleinen Spielhallen, von denen einige Menschen nicht mehr loskommen. Bundesweit wird die Zahl der Betroffenen auf 100.000 bis 290.000 geschätzt. Übertragen auf Hessen wären das zwischen 8.000 und 24.000.

    "Bodenzeitungen" in vielen Städten

    Auf die Gefahren der Glücksspielsucht will die Hessische Landesstelle für Suchtfragen heute mit einem Aktionstag aufmerksam machen. Dazu sollen in 13 hessischen Städten große "Bodenzeitungen" an zentralen Plätzen ausgelegt werden. Damit sollen die Bürger zum Nachdenken über ihr persönliches Verhältnis zum Glücksspiel angeregt werden.

    Suchtberater mahnen seit langem, dass das Risiko einer Glücksspielsucht oft noch unterschätzt würde. Dabei können die Folgen für die Betroffenen dramatisch sein: Die Abhängigen verlieren nicht nur viel Geld, sondern oft auch Arbeit, Freunde oder Familie. Betroffenen sind überwiegend Männer (rund 90 Prozent), meist im Alter zwischen 20 und 45 Jahren.

    (hr-online.de)
  5. #4
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    Standard Gefahren von Online-Glücksspiel überschätzt

    Harvard-Experte Shaffer: "95 Prozent spielen sehr moderat"

    Der Mythos vom Online-Glücksspiel als mächtigem Verführer ist empirisch widerlegt. Online-Gaming - insbesondere die Online-Sportwette - weist kein höheres Problempotenzial auf als das entsprechende Offline-Pendant. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Division on Addictions (DOA) der Harvard Medical School. "Rund 95 Prozent der Online-Spieler weisen kein problematisches Spielverhalten auf", erklärt DOA-Direktor Howard J. Shaffer heute, Mittwoch, bei einer Präsentation seiner Forschungsresultate in Wien.

    Internet-Glücksspiel sei bei weitem nicht so gefährlich wie bislang angenommen. "Keine wissenschaftlich fundierte empirische Studie kann die risikoverstärkende Wirkung von Online-Gaming beweisen. Alle bisherigen Untersuchungen zum Thema basieren auf eingeschränkt zulässigen Befragungsmethoden und nicht-repräsentativen Stichproben", stellt Shaffer fest. Die überwiegende Mehrheit betreibe ihre Leidenschaft in einer sehr moderaten Art und Weise. So habe die Analyse von über 40.000 Online-Spielern ergeben, dass diese im Schnitt nur 2,5 Sportwetten mit jeweils vier Euro Einsatz an jedem vierten Tag nutzen.

    Sichere Spielumgebung und effizienter Spielerschutz

    "Ziel unserer Forschung ist die Schaffung eines Bestandes wissenschaftlicher Beweise, die uns bei der Entwicklung sicherer Spielumgebungen und effizienter Spielerschutz-Programmen helfen können. Auf diese Weise sollen Gefahren und Probleme im Zusammenhang mit Online-Gaming minimiert werden", fasst Shaffer zusammen. Dies sei eine äußerst schwierige Aufgabe, da innerhalb der wissenschaftlichen Fachwelt bislang noch kein Konsens darüber bestehe, ob es bestimmte Indikatoren für ein problematisches Online-Glücksspielverhalten gibt oder nicht.

    Erschwerend kommt auch hinzu, dass keine allgemein anerkannte Definition von Onlinesucht vorliegt. "Online-Glücksspiel ist ein hochkomplexes Phänomen, über das wir bislang noch sehr wenig wissen", erläutert Michael Musalek, Vorstand und ärztlicher Direktor des Anton-Proksch-Instituts. Im Zentrum des Interesses stehe vor allem die Frage, ob ein derartiges Verhalten als echte Suchterkrankung oder als bloße Impulskontrollstörung zu sehen sei. "Ich bin der Auffassung, dass es sich bei Online-Spielsucht um eine schwere Erkrankung handelt, die, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, auch gut therapierbar ist", meint Musalek.

    Langzeitstudie als empirische Pionierarbeit

    Seit 2005 erforscht die DOA bereits in Langzeitstudien das Spielverhalten bei Sportwetten, Casino, Poker und anderen Gaming-Angeboten im Web. Als Basis für die zu Tage geförderten Ergebnisse dienen dabei Kunden-Datensätzen des Online-Gaming-Anbieters.
    Entsprechende Initiativen zum sogenannten "Reasonable Gaming" sind inzwischen zwar auf der ganzen Welt ins Leben gerufen worden, die Forschung der DOA versteht sich aber als empirische Pionierarbeit. "Nie zuvor hat eine Forschungseinrichtung kontinuierlich in einer derartigen Größenordnung reales Online-Spielverhalten untersucht", betont Shaffer.

    (pte)
    derstamdard.at
  6. #5
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    Standard Diakonie: Mehr Kontrolle bei Glücksspiel und Wetten

    OLDENBURG - Die Diakonie hat schärfere staatliche Kontrollen bei Glücksspiel und Sportwetten gefordert.

    „Das Zocken bei Sportwetten kann suchtkrank machen“, sagte der Suchtreferent der Oldenburger Diakonie, Kai Kupka, am Montag. Die Opfer des Bestechungsskandals der Wettmafia seien oft krankhafte Glücksspieler, die bis über beide Ohren verschuldet seien. Dies sei wissenschaftlich bewiesen und werde bei den aktuellen Wettskandalen besonders deutlich.

    Kupka forderte, die strenge Überwachung auch auf Spielautomaten und das Internet auszuweiten: „Die meisten krankhaften Spieler haben ihre Suchtkarriere an Spielautomaten begonnen, die nicht der staatlichen Überwachung unterliegen.“

    (nwzonline.de)
  7. #6
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    Standard Wenn Roulette, Lotto und Spielautomaten einen nicht mehr loslassen

    Lausanne (ots) - Die vergnügliche Freizeitbeschäftigung mit Glücksspielen wird für manche Menschen zur Last. Sie schaffen den Ausstieg nicht mehr und verschulden sich. Eine neue Publikation beleuchtet die Risiken von Glücksspielen. Das von der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) gemeinsam mit Partnerorganisationen erarbeitete Informationsmittel fasst den aktuellen Wissensstand zusammen.

    Rund 60% der Bevölkerung in der Schweiz haben mindestens einmal ein Glücksspiel gespielt. Am beliebtesten sind Lotterien und Wetten. Das Angebot an Glücksspielen im Internet wächst und die Schweiz hat im internationalen Vergleich eine hohe Casinodichte. Manche Spieler und Spielerinnen zeigen ein risikoreiches Verhalten, wobei bis zu 80% der Personen mit exzessivem Spielverhalten Männer sind. Je nach Methode zur Bestimmung eines exzessiven Spielverhaltens fällt die Anzahl Betroffener unterschiedlich aus. Die Schätzungen schwanken zwischen 80'000 und 120'000 Menschen, die pathologisches oder problematisches Glücksspiel betreiben. Mehr als 23'000 Personen sind in der Schweiz mit einer Spielsperre in einem Casino belegt.

    Das Wissen über die Risiken des Glücksspiels ist wenig ausgeprägt. In einer Befragung in der Westschweiz haben 42,6% der befragten Personen vom problematischen Spielen noch nie etwas gehört. "Deshalb ist es wichtig, auch öffentlich über eine exzessive Nutzung zu sprechen", betont Michel Graf, Direktor der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA). Dies erleichtert es Betroffenen, ihre Probleme zu erkennen und Hilfe zu holen. Deshalb hat die SFA mit dem Fachverband Sucht und der Groupement Romand d'Etudes des Addictions (GREA) eine neue Publikation mit Basiswissen erarbeitet. Die neue Ausgabe aus der SFA-Reihe "Im Fokus" richtet sich an alle, die sich für das Thema interessieren sowie an Fachleute.

    Was sind Glücksspiele? Das Ergebnis von Glücksspielen hängt überwiegend vom Zufall ab. Wer teilnimmt, setzt einen Vermögenswert, meist Geld, ein und hofft auf einen Gewinn. Spieltische wie Roulette oder Black Jack, Geldspielautomaten ebenso wie Lotterien und Wetten (Zahlenlotto, Rubbellose, Sport-Toto) zählen zu den beliebtesten Glücksspielen. Ein rasches Spiel, schnelle Gewinne oder versteckte Einsätze mit Jetons machen es manchen Menschen schwer, mit dem Spielen aufzuhören. Depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit, Abhängigkeit oder ein steigender Konsum von Alkohol und Zigaretten können die Folgen sein. Geldprobleme bis hin zur Verschuldung sowie negative Auswirkungen für die Familie und Arbeit können aus einem exzessiven Spielverhalten hervorgehen.

    Spielen bis zur Sucht "Glücksspiele sind heute vermehrt im Internet verfügbar, dies ist gerade auch für Jugendliche problematisch", hält Karin Gasser von der SFA fest. Wer schon im Jugendalter mit Spielen anfängt, hat ein grösseres Risiko, Probleme zu entwickeln bis hin zur Spielsucht. Ähnlich wie bei der Alkoholabhängigkeit haben Spielsüchtige ein starkes Verlangen zu spielen. Sie können das Spielverhalten kaum mehr kontrollieren und sie spielen mit immer höheren Einsätzen. Andere Aktivitäten und Verpflichtungen werden vernachlässigt.

    Welche Prävention? Die Früherkennung spielt eine besondere Rolle. Zum einen können Nahestehende das Gespräch suchen, zum anderen sind Casinos dazu verpflichtet, Konzepte zur Früherkennung zu erstellen sowie Gespräche anzubieten, eine Beratung zu vermitteln oder den Spieler bzw. die Spielerin zu sperren. "Es wäre wünschenswert, dass auch Anbieter von Lotterien und Wetten solche Früherkennungskonzepte hätten", sagt Michel Graf. Beratung und Therapien bieten Suchtberatungsstellen, Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Ärztinnen und Ärzte. Aus Scham suchen nur wenige Betroffene mit einem problematischen Spielverhalten professionelle Unterstützung. Es hilft, wenn Nahestehende sie zu diesem Schritt motivieren. Im Internet braucht es gemäss Präventionsfachleuten neue technische Lösungen, etwa zum Sperren von Webseiten. Die bestehenden Zugangsbeschränkungen, zum Beispiel zu Glücksspielautomaten, sollen erhalten bleiben.

    Diese Publikation ist entstanden in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe "Glücksspielsucht" des Fachverbands Sucht sowie mit GREA. Mitarbeitende folgender Institutionen waren an der Erarbeitung beteiligt: - Akademie für Spiel und Kommunikation ASK, Brienz - Beratungsstelle für Glücksspielsucht, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel - Praxis Canziani Andreas Dr. med. FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Zürich - MUSUB Multikulturelle Suchtberatungsstelle beider Basel - escape, Zentrum für Verhaltenssucht, Zürich - SOS-Glücksspielsucht, interkantonales Glücksspielprojekt der Ostschweiz - Sozial-BeratungsZentrum Amt Luzern - STEP OUT, Basel - Suchtberatung Bezirk Dietikon.

    Die SFA in Kürze Für die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) steht der Schutz der Gesundheit im Zentrum. Die SFA will Probleme verhüten oder vermindern, die aus dem Konsum von Alkohol, anderen psychoaktiven Substanzen oder bestimmten, potenziell abhängigkeitserzeugenden Verhaltensweisen hervorgehen. Die SFA konzipiert und realisiert Präventionsprojekte, engagiert sich in der Gesundheitspolitik und der psychosozialen Forschung. Die SFA ist eine private, parteipolitisch unabhängige Organisation mit gemeinnützigem Zweck.

    Diese Medienmitteilung finden Sie auch auf der Internetseite der SFA: http://www.sfa-ispa.ch/index.php?IDt...ble=1&langue=D

    Kontakt:
    Monique Helfer
    Medienverantwortliche SFA
    mhelfer@sfa-ispa.ch
    Tel.: 021 321 29 74
  8. #7
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    Standard Hilfe bei Glücksspielsucht

    Frankfurt. Es sind nicht immer nur die klassischen Suchtgefahren – Alkohol und Nikotin –, die die Entwicklung junger menschen gefährden. Mehr als 60 Prozent der Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren haben trotz eines gesetzlichen Verbots für Minderjährige schon Erfahrung mit Glücksspiel.

    «Es ist gerade für junge Menschen verlockend und kann süchtig machen», warnt die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS). Sie hat zusammen mit ihren Partnerorganisationen in Brandenburg, Thüringen, Bayern und Niedersachsen die nach eigenen Angaben bundesweit erste Broschüre zu dem Thema entwickelt. «Zu hoch gepokert?» heißt das Heftchen, das seit gestern kostenlos angefordert oder im Internet heruntergeladen werden kann.

    Fachleute schätzen laut HLS, dass das Glücksspielverhalten von 149 000 bis 340 000 Menschen in Deutschland problematisch ist, bei 100 000 bis etwa 290 000 soll es krankhaft sein.

    In Hessen sind etwa 47 000 Menschen von dieser Sucht betroffen, darunter 13 400 Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren. «In den meisten Familien und Schulen wird dieses Thema, das mit seinen Risiken immer noch verkannt, selten zur Sprache gebracht», sagte HLS-Expertin Daniela Sener-Hoffmann laut Mitteilung. Dabei soll die Broschüre Abhilfe schaffen.

    Die Broschüre kann im Internet heruntergeladen werden unter: http://dpaq.de/jnIPi; telefonisch bestellt werden unter: 069/ 7 137 67 77 oder per E-Mail unter hls@hls-online.org

    (fnp.de)
  9. #8
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    Standard Die Spielerein

    Zum Thema Spielsucht gibt es einen sehr guter Spielfilm, Die Spielerin, welcher am Samstag auf ARTE läuft. Unbedingt sehenswert.

    Termin und weiteres

    Gruß

    Harvey
  10. #9
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    Standard AW: Spielsucht

    Hallo Harvey!

    Ich bin ja selbst in der nähe von Frankfurt (ca. 15 km weg) beheimatet und muss sagen, dass der Artikel aufjedenfall genau das wieder gibt was Sache ist.

    Gerade die Jugendlichen spielen sehr oft und die Kontrollen sind bei vielen Spielotheken sehr lasch. Entweder weil es ziemlich viele sind und diese dann drohen gewaltätig zu werden wenn du sie nicht spielen lässt oder da es die Servicekraft einen Dreck interessiert ob die Person schon 18 ist.
    Was ich aber für dumm halte denn die Strafen für die Serviceangestellten sind sehr hoch. Klar gibt es auch hier Ermessensspielräume aber man spricht von bis zu 50.000 Euro Strafe. Ich vermute auch das meine 2. Theorie eher zutreffender ist (das es die Servicekräfte nicht kümmert und sie keinen Ausweis verlangen).

    Wenn aber jede Spielhalle konsequent Ausweiskontrollen dürchführen würde, wären es bestimmt ein paar jugendliche weniger, die Spielsüchtig wären.
    Abgesehen davon sind die Kontrollen vom Ordnungsamt auch sehr Mau (ist zumindestens meine Meinung).


    Liebe Grüsse

    CeeN
  11. #10
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    Standard Bei Drang zum Glücksspiel rechtzeitig Hilfe suchen

    Berlin (apn) Wer sich regelmäßig und stark zu Glücksspielen hingezogen fühlt, sollte sich frühzeitig professionelle Hilfe suchen. „Wenn sich jemand gedanklich sehr viel mit Glücksspiel beschäftigt, sich außerhalb der Spielhalle neue Gewinnstrategien überlegt und es ihm schwer fällt, auf das Spielen zu verzichten, dann sind dies ernstzunehmende Hinweise auf ein Suchtverhalten“, warnt Andreas Heinz von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin.

    Gefährdet sind laut Heinz vor allem Menschen, die dazu neigen, Problemen aus dem Weg zu gehen, und die von hohen Gewinnen träumen, um den Alltag auszublenden. Menschen mit einer Spielsucht spielten immer häufiger, weil sie hofften, die Verluste wieder zurück zu gewinnen. „Daraus entwickelt sich sehr schnell ein Teufelskreis: Betroffene leihen sich dann oftmals Geld von Freunden und Bekannten oder geraten sogar in die Kriminalität, um Geld für das Glücksspiel zu beschaffen“, sagt der Experte.

    Um diese zerstörerischen Folgen für den Betroffenen und seine Familie abzuwenden, sollten sich Menschen, denen es schwer falle, dem Glücksspiel zu widerstehen, unbedingt frühzeitig beispielsweise eine Beratungsstelle für Spielsucht aufsuchen, rät der Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charité.

    Kennzeichnend für Online-Glückspielsucht sei der hohe Zeitaufwand, erklärt Heinz. Betroffene vernachlässigten oftmals ihre Freunde, die Familie und ihren Beruf, so dass bei ihnen die Gefahr bestehe, den sozialen Halt zu verlieren. Durch die Nutzung zahlreicher Boni der entsprechenden Anbieter lasse sich das Suchtverhalten zunächst finanzieren, so dass die finanziellen Folgen erst verzögert spürbar würden. „Dementsprechend erkennen viele Betroffene und auch Angehörige lange nicht die Glücksspielsucht und nehmen keine entsprechenden Beratungsangebote wahr“, warnt der Professor.

    Menschen mit einer Glücksspielsucht sind nach Angaben des Experten meist so stark in ihrem Spieldrang gefangen, dass sie die Hilfe von Außenstehenden benötigen, um diese Spirale zu verlassen. „Wichtig ist es dabei, Menschen mit einer Spielsucht keine Vorwürfe oder Vorhaltungen zu machen, sondern ihnen ehrlich gemeinte Unterstützung zukommen zu lassen.“ Als erste Anlaufstelle böten sich die Beratungsstellen von Organisationen wie zum Beispiel der Caritas, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband oder dem Diakonischen Werk sowie der Sozialpsychiatrische Dienst in der entsprechenden Kommune an. (AP)

    (epochtimes.de)

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