Kasan - In der tatarischen Großstadt Nabereschnyje Tschelny wird originell gegen das illegale Glücksspiel vorgegangen: Mehrere Spielhallen wurden – mitsamt Personal und Besuchern – kurzerhand zugemauert.
Die Daddelhallen verstecken sich heutzutage, da in Russland Casinos und Spielhallen verboten sind – zumeist hinter dem Aushängeschild "Internetcafé". Ungefähr 40 Personen mussten in Nabereschnyje Tschelny bis zu 24 Stunden in Läden dieser Art aushalten, weil "Unbekannte" die Ein- und Ausgänge mit Betonblöcken blockiert hatten.
Die Stadt will sich aus der Affäre ziehen und streitet ab, mit der Aktion, die sie als "Provokation" bezeichnet, etwas zu tun zu haben. Viel Glauben schenkt ihr aber keiner, denn es waren bereits im Januar 117 Spielhöhlen geschlossen und geräumt worden.
Nach Augenzeugenberichten wurde bei der jetzigen Aktion niemand vorgewarnt – die Baubrigaden rückten an, verbarrikadierten die Türen und fuhren davon. Die Lokalpresse macht sich indessen lustig über die radikale Methode im Kampf gegen das illegale Glücksspiel und empfiehlt, sie auch bei anderen Gelegenheiten anzuwenden.
Eine Internetzeitung schlägt zum Beispiel vor, auf diese Art gegen die Korruption anzugehen: "Der Schmiergeldempfänger wird in seinem Arbeitszimmer eingemauert, so dass keiner mit Geld zu ihm hinein- und er nicht hinauskommt."
Säufer sollten allerdings nicht im Alkoholladen eingesperrt werden: "Das Gesundheitsministerium sollte davor eine Sonderwarnung aussprechen!"
(aktuell.ru)

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