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Thema im Roulette Forum:
Bad Kissingen - Die Spielbank schreibt rote Zahlen

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    Standard Bad Kissingen - Die Spielbank schreibt rote Zahlen

    Bayerns Spielbanken haben wirklich eine Pechsträhne. Seit Jahren leiden sie unter einer wachsenden Zahl von Spielhallen. Neue Konkurrenz im Internet beeinträchtigt sie ebenso wie der Gästeschwund durchs Rauchverbot. Selbst das Kissinger Luitpold-Casino, eines der Traditionshäuser unter den neun staatlichen Spielbanken im Freistaat, fährt beim operativen Ergebnis inzwischen Verluste ein. 2,1 Millionen Euro betrug das Minus 2010. 1,5 Millionen Miese waren's im Jahr davor.

    Weil das Finanzministerium für 2011 unterm Strich für alle neun sogar erstmals ein Defizit von acht Millionen Euro befürchtet, steigt zusätzlich der politische Druck. Finanzstaatssekretär Franz Pschierer kündigte im Haushaltsausschuss des Landtags Restrukturierungen an.

    Erwin Horak, der Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung, betont trotzdem, der Freistaat profitiere nicht nur vom Bilanzgewinn. In den vergangenen Jahren hätten die Spielbanken dem Land 745 Millionen Euro eingebracht. 75 Millionen davon waren Bilanzgewinn, der Rest kam aus Steuern. Horak versteht aber, dass es nicht zu vermitteln ist, wenn die Spielbanken 2011 erstmals staatliche Haushaltsmittel brauchen.

    Der Standort Bad Kissingen steht beim Personalabbau nicht im Mittelpunkt. Nach Angaben von Spielbankdirektor Otmar hat das Luitpold-Casino bereits Vorarbeit geleistet. Unter anderem sei die Umstellung von französischem Roulette auf American Roulette fast komplett abgeschlossen. Das dient auch der Einsparung, denn beim American Roulette wird pro Tisch nur halb so viel Personal gebraucht.

    Zurzeit sind 70 Menschen bei der Spielbank Bad Kissingen beschäftigt. Insgesamt haben die neun Spielbanken in Bayern nach Angaben des Finanzministeriums noch 730 Bedienstete. In besseren Zeiten seien es aber schon 870 gewesen.

    Sorgenkinder der Staatlichen Lotterieverwaltung sind vor allem Bad Steben und Bad Kötzting. Sie gehören zu den vier vor rund zehn Jahren neu eröffneten Casinos und haben noch nie Gewinn eingefahren. Dort wird sogar eine Schließung nicht mehr ausgeschlossen.

    Solche Sorgen braucht Kissingen sich noch nicht zu machen. Dennoch: Das Luitpold-Casino lag 2010 im bayerischen Vergleich beim Bruttospielertrag mit 5,1 Millionen Euro nur auf Platz sechs. Neben den überall wirksamen Problemen wird in Unterfranken auch die gewachsene innere Konkurrenz spürbar. Früher war Kissingen das Haus-Casino der Nürnberger. In dieser Rolle wurde es durch das vor elf Jahren eröffnete Haus in Feuchtwangen abgelöst.

    Grüne und FDP fordern vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Probleme eine Privatisierung der Spielbanken. CSU-Mann Pschierer wies das zurück. Der Freistaat stehle sich nicht aus der Verantwortung.

    (mainpost.de)
  2. #2
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    Standard Nichts geht mehr

    Ausgezockt: Die goldenen Zeiten sind für Casinos wie das in Bad Kissingen vorbei. Die Lust am Spiel, die Jagd nach dem schnellen Geld werden oft woanders ausgelebt.

    Das Ambiente ist elegant, die Stimmung gelöst. "Rien ne va plus, nichts geht mehr", sagt der Croupier in Bad Kissingen, er hat am Roulettetisch die bunten, auf vielen Feldern platzierten Jetons fest im Blick. Für ein paar Sekunden herrscht angespannte Ruhe, dann fällt die Kugel: "15, schwarz, ungerade, Mitte, letztes Dutzend." Die einen jubeln, haben glänzende Augen, andere winken ab, haben ihre Einsätze verloren – oft schon wieder!

    Die Lust am Spiel, die Hoffnung auf schnelles Geld: Spielbanken wurden im 18. Jahrhundert in Europa salonfähig. Entwickelten sich in kürzester Zeit zum Treffpunkt für Reiche und Schöne, für Glücksritter und dubiose Gestalten. Legendären Ruf genießt das Casino in Monte Carlo, wo sich auch Könige und Adelige diskret vergnügten.

    Der Gegenentwurf zum traditionellen Spiel ist Las Vegas: Bunt, schillernd und laut ist die Spielerstadt im US-Bundesstaat Nevada, die als Mutter aller Spielhallen und Spielhöllen gilt. Darüber würde man in Baden-Baden wohl eher pikiert die Nase rümpfen: Die bekannteste deutsche Spielbank vereint Stil, Geschichte und Eleganz – Anzug oder Smoking, Kostüm oder kleines Schwarzes sind Standard in den Prunksälen, die einst ein Pariser Innenarchitekt mit dem Teuersten vom Teuren ausgestaltet hat.

    Gediegen ist auch das Casino in Bad Kissingen, das im Jahr 1800 eröffnet wurde – zur Erbauung der Kurgäste. Doch König Max II. verfügte 1846 "aus Sorge um den sittlichen Verfall" ein Spielverbot – ein schwerer Schlag für das Renommee der Kurstadt, in der erst ab 1955 die weiße Kugel wieder rollen durfte.

    Die goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders, als betuchte Gäste hohe Einsätze beim gepflegten Spiel wagten, sind längst vorüber. Der Casinobesuch scheint schlicht aus der Mode gekommen: Seit 2006 hat sich der Bruttospielertrag der bayerischen Spielbanken fast halbiert – von 128 Millionen auf 68 Millionen Euro im vergangenen Jahr. "2011 werden wir erstmals Zuschussbedarf haben," orakelte der zuständige Finanzstaatssekretär Franz Pschierer (CSU) im Januar. Im Freistaat machen mit Feuchtwangen und Bad Wiessee nur noch zwei der neun staatlichen Spielbanken Gewinn. Bad Steben und Bad Kötzting müssen gar die Schließung befürchten: Beide haben seit ihrer Eröffnung noch nie Gewinn erzielt, sind als Attraktion in strukturschwachem Gebiet aber dort kaum wegzudenken.

    Zurückgehende Einnahmen

    In Bad Kissingen betrug der Bruttospielertrag im vergangenen Jahr 5,2 Millionen Euro (2009: 5,6 Millionen), schon seit drei Jahren ist ein Einnahmerückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Mitarbeiter (69) soll deshalb durch Altersteilzeit und ein Freiwilligen-Programm verringert werden. Schon seit zehn Jahren werden keine Croupiers mehr ausgebildet, ein Beruf, der in der Vergangenheit sehr begehrt gewesen ist. "Wer ausscheidet, wird nicht ersetzt", spricht Kasinochef Otmar Lutz von einem "behutsamen Übergang".

    Nur hinter vorgehaltener Hand äußern Mitarbeiter Sorgen um ihre Arbeitsplätze. "Man könnte meinen, die Staatsregierung lässt die Casinos bewusst ausbluten" mutmaßt einer. So sei das französische Roulette abgeschafft worden, das beliebt gewesen sei, weil die Gäste um den Spieltisch sitzen konnten. Dafür waren jedoch vier Croupiers nötig, beim amerikanischen Roulette, das jetzt an allen vier Tischen gespielt wird, reichen zwei. "Vielleicht werden wir auch nur für die Privatisierung verschlankt", lautete eine weitere Befürchtung. Was das bedeute, könne sich jeder bei Post oder Bahn ansehen.

    Otmar Lutz, einziger Beamter des Hauses, spricht von einem Spagat: Einerseits müsse gespart werden, das sei selbstverständlich bei sinkenden Einnahmen. Dennoch müssten die Wünsche der Gäste erfüllt werden. "Wir tun alles dafür, dass dies gelingt." Zum Katalog der Maßnahmen gehören auch neue Angebote wie Glückspielseminare, Wochenend-Arrangements, oft in Verbindung mit Wellness, oder die Kabarett-Reihe "Comedy Royal": Zum jeweiligen Auftritt gibt es Dessertbuffet und ein Glas Sekt, eine Führung durch die Spielbank und Probespiele am Roulettetisch unter Anleitung. Fast 100 Gäste sind diesmal zu "Babet & Auguste" ins Restaurant "Le Jeton" gekommen. Über das "Oxford-Frängisch" der beiden Ratschweiber aus Maßbach amüsieren sich auch Kurgäste aus Hessen, Niedersachsen und Hamburg. Lachende Gesichter gibt es auch später beim Probespiel: Mit den ausgeteilten D-Mark-Chips ist Gewinnen kinderleicht, mit eigenem Geld nicht unbedingt, wie einige an diesem Abend noch erkennen mussten.

    350 000 Euro Gewinn

    Werbeaktionen wie diese sind das eine. Doch für bessere Erträge brauchen Spielbanken vor allem Leute, die hohe Beträge setzen, selbst wenn dann bisweilen auch hohe Gewinne ausbezahlt werden müssen. So wie im Februar in Baden-Baden, als ein arabischer Geschäftsmann mit 350 000 Euro Gewinn das Casino verließ. "Solche Spieler sind echte Werbeträger", erläutert der Baden-Badener Spielbankchef Marcus Brandenburg. "Und wenn Gewinner erneut setzen, haben wir gute Chancen, das Geld zurückzugewinnen. Abgerechnet wird am Jahresende."

    Der Rückgang der Umsätze hat in erster Linie mit starker Konkurrenz zu tun: Spielhallen, Sportwettenanbieter und (häufig illegale) Online-Wettbüros sichern sich den Löwenanteil der rund zehn Milliarden Euro Gesamtumsatz im nationalen Glückspielmarkt. Während Lotterien, der staatliche Sportwetten-Anbieter Oddset und Spielbanken hohe Abgaben zahlen müssen – Letztere 35 Prozent ihrer Erlöse – drehen im Ausland tätige Unternehmen dem deutschen Fiskus eine lange Nase. Mit einem neuen Glücksspiel-Staatsvertrag (siehe Artikel unten) wollen die Länder gegensteuern, hoffen auf zusätzliche Einnahmen.

    Otmar Lutz sind vor allem die Spielhallen ein Dorn im Auge. "Wir halten uns an den Spiel- und Jugendschutz, helfen der Region", verweist er etwa auf den Beitrag fürs Bad Kissinger Stadtsäckel (2010: 800 000 Euro). Nach seinen Worten durfte bis vor kurzem in Spielhallen geraucht werden, Eintritt sei dort ab 18 und Kontrollen lückenhaft. Im Casino hingegen sei Einlass erst ab 21 Jahren und Ausweiskontrollen obligatorisch. "Unsere Konkurrenz hat Wettbewerbsvorteile", kritisiert Lutz. "Wenn Sie in Würzburg, Bamberg oder Schweinfurt Automaten finden wie bei uns, dann kann man sich die Anfahrt sparen."

    Die Zahlen unterstreichen das: Bundesweit gibt es aktuell über 12 000 Spielhallen, die zusammen mit Gaststätten rund 235 000 Spielautomaten betreiben. In Bayern gab es 2009 864 Spielhallen mit rund 15 000 Geräten, die neun Spielbanken bringen es nur auf 1000. In Unterfranken machen 252 Spielhallen dem Kissinger Casino Konkurrenz. Manchmal sogar gegen den Willen der Gemeinden, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Genehmigungen erteilen müssen: Höchberg wehrte sich vergebens gegen die Errichtung einer Spielhalle, der Stadtrat in Schweinfurt sucht ebenfalls schon länger nach Möglichkeiten, weitere Hallen zu verhindern.

    Das Suchtpotenzial ist dort eindeutig am höchsten, doch auch staatliche Spielbanken sind vielen ein Dorn im Auge. Bayerns Grüne fordern eine Trennung von Spiel und staatlicher Aufsicht. "Der Staat betreibt ja auch keinen Drogenhandel, obwohl das profitabel ist", wählt Finanzexperte Eike Hallitzky einen drastischen Vergleich. Doch gemach: Wenn Baden-Badens Casinochef Marcus Brandenburg recht hat, erledigt sich die Frage auf Sicht von selbst. "Spielcasinos gehören zur Spezies der altertümlichen Ozeanriesen, deren Zeit abgelaufen ist. Das große Spiel wird heute nicht mehr in Casinos gespielt, sondern an der Börse."

    (mainpost.de)
  3. #3
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    Standard Abfindung für sechs Mitarbeiter

    Sechs Mitarbeiter der Bad Kissinger Spielbank werden mit einer Abfindung das Casino verlassen. Sie räumen im Laufe dieses Jahres ihren Arbeitsplatz, und zwar auf freiwilliger Basis.

    Um Stellen einzusparen, war für alle neun bayerischen Spielbanken ein Freiwilligenprogramm angeboten worden, dessen Frist am Dienstag abgelaufen ist. In Bad Kissingen haben zwei Mitarbeiter bereits unterschrieben, vier weitere haben einen fast verbindlichen Antrag gestellt, sagte Spielbankdirektor Otmar Lutz auf Nachfrage dieser Zeitung. Nach dem Weggang der sechs Personen verbleiben im Kissinger Casino 63 Mitarbeiter.

    Insgesamt haben sich in allen Spielbanken Bayerns 51 Mitarbeiter bereiterklärt, mit einer Abfindung zu gehen. Mit etwa 30 weiteren Angestellten werden laut Lutz ebenfalls noch Vertragsgespräche geführt. Mit dieser Aktion sollen Arbeitsplätze eingespart werden.

    Nun müssen daraus entsprechende Schlüsse gezogen und eine Neukonzeption entwickelt werden, so Lutz. Gespräche mit Bezirkspersonalrat, Gewerkschaften, Finanzministerium und Staatlicher Lotterieverwaltung laufen demnächst an.

    (mainpost.de)
  4. #4
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    Standard Lutz: Privatisierung ist kein Thema

    Politische Kontroverse zwischen FDP und CSU um die Zukunft der bayerischen Casinos

    Während das Glücksspiel in den Spielhallen boomt, haben die Spielbanken zu kämpfen: Die Gäste werden knapper, die Einnahmen bröckeln. Mit acht Millionen Euro will der Freistaat Bayern noch 2011 die Finanzen der neun bayerischen Casinos aufpolieren. Die FDP setzt dagegen und will die staatlichen Häuser verkaufen. Davon hält der Kissinger Spielbankdirektor Otmar Lutz gar nichts. Seiner Ansicht nach müsste man vielmehr gesetzlich regeln, dass die Glücksspielautomaten, die denen in den Casinos ähneln, wieder aus den Spielhallen verbannt werden.

    Seit der Bund 2006 die Spielverordnung änderte, wurde das Spielangebot in den Hallen dem der Casinos angeglichen. Man kann jetzt unter wesentlich leichteren Bedingungen eine Spielhalle führen und sich als Kunde dort inzwischen auch an Glücksspielautomaten die Zeit vertreiben, sagt Lutz. "Da hat uns die Politik ein Riesen-Ei gelegt."

    Während man erst mit 21 Jahren in die Spielbank darf, können sich 18-Jährige schon an die Automaten in der Spielhalle setzen, zeigt Lutz den Kontrast auf. Überhaupt gebe es viel zu viele solcher Automaten. Allein im Umkreis von 40 Kilometern rund um Bad Kissingen sind 3000 Spielautomaten im Einsatz. Lutz versteht nicht, dass das Glücksspiel in den Hallen zugelassen wurde. "Die Spielverordnung wurde damals zu sehr ausgereizt."

    Bad Kissingen im Mittelfeld

    In den neun bayerischen Casinos bleiben die Gäste aus und so manches Haus verzeichnet ein hohes Defizit. Die Bruttospielerträge dort bewegten sich 2010 zwischen 2,3 und 12,7 Millionen Euro, wie einer Pressemitteilung des Finanzministeriums zu entnehmen ist. Bad Kissingen, die älteste der bayerischen Spielbanken, liegt mit 5,1 Millionen Euro Einnahmen im Mittelfeld. "Aber wir hatten auch schon zehn Millionen Euro", setzt Lutz den Vergleich.

    Landtagsvizepräsident Jörg Rohde (FDP) forderte jetzt öffentlich die Privatisierung der Spielbanken. CSU-Finanzstaatssekretär Franz Pschierer trat diesem Vorschlag in einer Pressemitteilung energisch entgegen und verteidigte das Restrukturierungskonzept, das in den Spielbanken griff: Im Rahmen eines "Freiwilligenprogramms" soll im Laufe dieses Jahres Personal abgebaut werden.

    Um 15 Personen sollte der Mitarbeiterstab in Bad Kissingen gekürzt werden, wusste SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar (Maßbach) zu berichten. Sechs hätten die "sehr attraktiven Konditionen" angenommen. Eine Zeit lang habe man auch von betriebsbedingten Kündigungen gesprochen. Staatssekretär Pschierer habe dies im Haushaltsausschuss im Juli 2011 jedoch wieder relativiert, sagt Dittmar. Ihrer Ansicht nach sollte man die Stärken und Schwächen der Casinos ausloten und individuelle Konzepte entwickeln.

    Nach Ansicht des CSU-Landtagsabgeordneten Robert Kiesel (Reiterswiesen) muss man "alles probieren, um die Standorte zu stabilisieren". Freilich gibt es schlecht ausgelastete Casinos wie Bad Kötzting und Bad Steben, in denen etwas passieren muss, sagt Kiesel. "Aber von Bad Kissingen redet niemand, das ist Fakt." Während das Große Spiel in Bad Kissingen wieder zulegte, sind die Gäste im Kleinen Spiel weggebrochen. Die gehen nun eben in die Spielhallen, sagt Kiesel. Da müsste das Innenministerium im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten eingreifen, so der Abgeordnete weiter.

    "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und uns angepasst", sagt Spielbankdirektor Lutz und signalisiert, dass er für weitere Umstrukturierungen offen ist. "Aber ich bin fast sicher, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird."

    (mainpost.de)
  5. #5
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    Standard Streit um Zukunft der Spielbanken

    FDP wirbt offensiv für Privatisierung der neun staatlichen Kasinos

    München - Die FDP im Landtag wirbt weiter für eine Privatisierung der bayerischen Spielbanken. Der liberale Abgeordnete Jörg Rohde hatte diesen Vorschlag im Februar erstmals präsentiert, derzeit nutzt er die Sommerpause im Maximilianeum, um die neun staatlichen Einrichtungen zu besuchen. Rohde will dort mit Leitung und Mitarbeitern der Spielbanken sprechen. Der Koalitionspartner CSU reagiert mit Kritik auf die Werbetour. Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer sagte, eine Privatisierung stehe nicht zu Debatte.

    Sieben der neun staatlichen Spielbanken machen Verlust. Nur die Kasinos in Bad Wiessee und Feuchtwangen bringen noch Geld ein. Insgesamt beläuft sich das Defizit der Spielbanken im Jahr 2010 auf etwa acht Millionen Euro. Der Oberste Rechnungshof hat bereits darauf gedrängt, einzelne Häuser möglichst bald zu schließen. Die FDP will alle neun Häuser verkaufen. Damit das Geschäft attraktiv wird, soll der potentielle Käufer noch drei zusätzliche Lizenzen dazu erhalten, um weitere Kasinos eröffnen zu können - an Orten ihrer Wahl.

    Das Finanzministerium will den Effekt von Umstrukturierungsmaßnahmen abwarten. Mit einem Abfindungs-Programm sind laut Pschierer inzwischen 70 der knapp 700 Stellen abgebaut worden. An einem Restrukturierungskonzept werde gearbeitet. Der Staatssekretär hält die Sommertour des FDP-Abgeordneten für ein parteipolitisches Spielchen. Dass sich Rohde vor den Spielbanken mit 'Zu verkaufen'-Schild fotografieren lassen will, sei 'unverantwortlich und unsensibel', findet Pschierer. Das verunsichere Mitarbeiter und Kunden.

    FDP-Landtagsvize Jörg Rohde wies die Kritik zurück. Wenn man sich um die Zukunft steuerfinanzierter Spielbanken und deren Beschäftigte kümmere, sei das nicht unverantwortlich. Außerdem will Rohde einen Investor verpflichten, zwei Jahre lang niemanden zu entlassen.

    Die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm machte für die Situation der Spielbanken die bayerische Staatsregierung verantwortlich. Diese habe es versäumt, die wachsende Zahl gewerblicher Spielhallen mit Automaten einzuschränken. Die FDP kritisierte Kamm für den Vorschlag, drei zusätzliche Lizenzen für Spielbanken mit freier Standortwahl zu vergeben.

    (dapd)
  6. #6
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    Standard Jörg Rohde blies am Casino scharfer Wind entgegen

    Spielbank-Privatisierung: Argumente des FDP-Politikers gingen im Getöse unter

    Als FDP-Landtagsvize Jörg Rohde zu Fuß durch den Kurpark kam, standen 40 Mitarbeiter des Casinos schon mit Transparenten parat: "Käuflich ist die FDP, nicht aber der Croupier" hieß es da oder "FDP – fast drei Prozent". Rohde wollte allen die Hand geben, aber das klappte nicht. "Wir heißen Sie nicht willkommen", sagte einer und spornte damit alle zu Buh-Rufen an.

    Bad Kissingen war am Donnerstag die letzte Station auf Rohdes Spielbank-Tour durch die Bayern-Republik. Der FDP-Mann hatte unlängst öffentlich propagiert, er und seine Partei wollten sich für einen Verkauf der neun bayerischen Casinos einsetzen, weil die Häuser jährlich millionenschwere Defizite einfahren würden.

    Doch das stimmt eigentlich gar nicht, sagte Personalratsvorsitzender Wilfried Pfeiffer und führt die Zahlenstatistik der Banken für 2010 an: Der Bruttospielertrag der neun Casinos lag da bei 68,7 Millionen Euro. Von einem Defizit kann laut Pfeiffer nicht die Rede sein. Das Problem sei aber, dass allein 24,1 Millionen Euro an den Staat und die Kommunen abgeführt werden mussten.

    Die FDP bestehe nicht aus "freien Demokraten", sondern sie sei "gebunden und abhängig von den Automatenherstellern", verkündete Sprecher Peter Seufert lauthals für alle. Er spielte damit auf Gerüchte an, dass die FDP von einem führenden deutschen Automatenhersteller regelmäßig Parteispenden erhalte. Dazu passe auch die Tatsache, dass die Landtags-FDP sich seinerzeit dafür stark machte, dass es keine Spielhallen-Steuer geben soll. Wer auf 40 Millionen Steuereinnahmen verzichtet, zeigt nach Seuferts Ansicht deutlich, dass er das "Einmaleins der Steuerpolitik nicht beherrscht". "Die 40 Millionen Euro sind doch eine Bagatellsteuer", entgegnet Rohde und verweist auf den hohen Aufwand, den man hätte sie einzutreiben.

    Als der FDP-Vize auf weitere Argumente eingehen wollte, wurde er immer wieder durch zornige Zwischenrufe unterbrochen. "Wir müssen eine Lösung finden", sagte er. Irgendwo im Hintergrund stellte einer lautstark den Laubbläser an. "Wenn das Glücksspiel in private Hände kommt, hat das doch mafiöse Strukturen", rief ein Mitarbeiter. Rohde: Auch privatisierte Casinos müsse man dann eben weiter staatlich überwachen.

    (mainpost.de)
  7. #7
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    Standard Demo gegen Privatisierung

    Bad Kissingen - "Ich kämpfe um meinen Arbeitsplatz", sagt Peter Seufert, Croupier an der Staatlichen Spielbank Bad Kissingen und greift zum Megafon. "Wir heißen Sie in Bad Kissingen nicht willkommen." Diese Ansage galt MdL Jörg Rohde, der sich die Privatisierung der Staatlichen Spielbanken in Bayern auf die Fahnen geschrieben hat.

    Rhode hat in den vergangenen Tagen alle bayerischen Spielbanken abgeklappert, das Luitpold-Casino in Bad Kissingen war seine letzte Station.

    Es ging turbulent zu beim Empfang, den die Mitarbeiter des Luitpold-Casinos Jörg Rohde bereiteten. Der Abgeordnete sah sich mit Buh-Rufen ebenso konfrontiert wie mit einem lautstarken Rasenmäher, den sich einer der Croupiers kurzzeitig von einem Mitarbeiter der Kurgärtnerei ausgeliehen hatte. Transparente warfen der FDP Käuflichkeit vor.

    Rohde wiederholte seine These, dass Bayerns Steuerzahler anno 2010 rund vier Millionen Euro hätten aufbieten müssen, um das negative Ergebnis der neun Staatlichen Spielbanken auszugleichen. Die FDP wolle die Steuerzahler künftig vor diesen Belastungen schützen und suche nach Wegen, wie die Spielbanken mit höchstem Verkaufserlös privatisiert werden könnten.

    Ein künftiger Investor müsste sich nach Rohdes Plänen verpflichten, in den kommenden beiden Jahren niemanden zu entlassen. Als Anreiz dafür, defizitäre Spielbanken zu übernehmen, bekäme er drei zusätzliche Spielbank-Lizenzen, die nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind. Damit könne der Investor nach Rohdes Auffassung zum Beispiel Spielbanken in Augsburg, München und Nürnberg gründen.

    Das Personal des Luitpold-Casinos warf dem FDP-Abgeordneten vor, mit falschen Zahlen zu operieren. Laut Personalratsvorsitzendem Wilfried Pfeiffer haben die Bayerischen Spielbanken im vergangenen Jahr einen Bruttospielertrag von 68,7 Millionen Euro erwirtschaftet, 24,1 Millionen seien als Spielbankabgabe sofort an den Staat gegangen, 10,3 Millionen an die Kommunen.

    Peter Seufert äußerte die Vermutung, Rohde sei von der Automatenindustrie abhängig, die Fördergelder und Parteispenden in enormer Höhe an die Parteien gezahlt haben. "Sie wollen uns privatisieren und der Automatenlobby zum Fraß vorwerfen", so Seufert.

    Rohde musste sich mit dem Verdacht auseinandersetzen, er verfolge persönliche Interessen und strebe einen Aufsichtsratsposten in der Spielautomaten-Industrie an, sollte die FDP nach der nächsten Wahl nicht mehr in den Landtag einziehen. Diesen Verdacht wies Rohde von sich.

    Herbe Kritik musste der Abgeordnete auch einstecken, weil die Politik Spielhallen zu Lasten der Spielbanken zu favorisieren scheint. So kritisierten Peter Seufert und seine Kollegen, dass es in Spielhallen keine Eingangskontrollen gebe, das Eintrittsalter bei 18 Jahren liege, statt bei 21 Jahren wie in den Spielbanken, und dass die Spielhallen keinen Spielerschutz betreiben. Auch das absolute Rauchverbot, die Konkurrenz durch die tschechischen Casinos sowie illegale und aus dem Ausland kommende Glücksspielangebote im Internet machten den Staatlichen Spielbanken zu schaffen.

    "Es ist leichter, eine Spielhalle aufzumachen als eine Imbissbude", hielt Peter Seufert dem Abgeordneten vor. Als Parlamentarier solle er sich Rohde für eine Änderungen der Rahmenbedingungen stark machen, statt die Staatlichen Spielbanken zu bekämpfen, die ihren ordnungspolitischen Auftrag erfüllt hätten.

    Immer wieder betonten die Mitarbeiter der Spielbank denn auch, dass die Staatlichen Casinos der Spielsucht entgegenwirken. Hier musste Rohde eingestehen, dass die Spielsüchtigen nicht aus den Banken, sondern aus den Spielhallen kommen.Von seinen Plänen rückte er nicht ab.

    Es folgten ein nicht öffentliches Gespräch Rohdes mit dem Personalrat und Spielbankdirektor Otmar Lutz. Über den Inhalt des Gesprächs wollte sich Otmar Lutz gestern vorerst nicht äußern.

    "Die Stadt sieht kein Problem, das die Privatisierung der Spielbanken rechtfertigen würde", kommentierte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) gestern auf Anfrage der Saale-Zeitung den Besuch von MdL Jörg Rohde. Blankenburg setzte sich ganz klar für den Fortbestand der Staatlichen Casinos in bisheriger Form ein. Dabei gehe es ihm nicht nur um die Spielbankabgabe, die zum Nutzen der Stadt in deren Säckel fließt. Die Spielbank sei vor allem ein wesentlicher Standortfaktor für die Kurstadt.

    Er, so Blankenburg, betrachte die von Rohde losgetretene Debatte als wenig hilfreich, die Bad Kissinger Spielbank sei fit für die Zukunft. Vielmehr sei der Gesetzgeber gefordert, die Nachteile der Spielbanken gegenüber den Spielhallen auszuräumen. Damit sprach der Oberbürgermeister unter anderem die Zutrittskontrollen an, die in den Spielbanken, nicht aber in den Spielhallen stattfinden. Außerdem leisteten die Spielbanken eine vorbildliche Suchtprävention. Es sei darauf zu achten, dass das Spiel in der bisherigen Form und nicht unkontrolliert stattfindet, so Blankenburg abschließend.

    Der Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung in Bayern, Erwin Horak, wies darauf hin, dass die Bayerischen Spielbanken in den vergangenen elf Jahren 711 Millionen Euro an den Staat überwiesen hätten. Horak sieht Rohdes Vorstoß als durchsichtiges Vorhaben, künftige Gewinne vom Staat auf Private umzuleiten, auch auf dem Rücken des Personals. Außerdem sprach Horak von Lobby-Arbeit für den Raum Nürnberg. Horak setzt wie Finanzstaatsekretär Franz-Josef Pschierer (CSU) auf den Erhalt der Staatlichen Spielbanken. Pschierer hatte nach Jörg Rohdes Vorstoß betont, dass eine Privatisierung der Staatlichen Casinos nicht zur Debatte stehe.

    (infranken.de)
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    Standard AW: Bad Kissingen - Die Spielbank schreibt rote Zahlen

    Die hier oben aufgeführten Beiträge haben mir gerade dazu gezwungen mich hier anzumelden.
    Jedes Unternehnmen - auch staatliche Institutionen - müssen erfolgreich, wirtschaftlich und rentabel sein. Eine Spielbank ist hier nicht ausgeschlossen.
    In Ortschaften (eher Dörfer) wie Bad Steben und Kötzing eine Spielbank zueröffnen kann sich auch nur der Freistaat erlauben. Hier wurden zwar Arbeitsplätze geschaffen, ganz klar, jedoch zu Lasten der Allgemeinheit. Diese Spielbanken waren schon in der Planungsphase totgeburten, die sich nie selbst getragen haben. Wollte die Lotterieverwaltung den Tschechen das Wasser abgraben? Wahrscheinlich...dann hätte die Fehlplanung wenigstens eine Entschuldigung.

    Solche mißwirtschaftlichen Fehlentscheidungen sollen nun die anderen Spielbanken ausgleichen.
    Ein Traditionscasino wie Bad Kissingen etwa?
    Eine Spielbank wie die Kissinger mit 5,2 Mio. € Jahresertrag?
    Eine betriebswirtschaftliche Rechnung auf die schnelle könnte Aufklärung bringen.
    Nehmen wir das Netto-Durchschnittseinkommen in Deutschland je Haushalt von rund 2700,-€ (wobei jeder Croupier mehr verdient), plus 10% Sonn- und Feiertagszuschlag, plus 30% um auf den Bruttoverdienst zugelangen, multipliziert mit 63 Angestellten, multipliziert mit 12 Monaten....
    2700 + 10% + 30% * 63 * 12 = 2.918916 €
    Allein die Lohkosten der Bad Kissinger Spielbank bezifferen sich auf knapp 3 Mio. € !
    Jetzt kommen die Unterhaltskosten für das Gebäude dazu, Strom Wasser, Heizung und Außenanlage usw.....
    Also die Zahlen sprechen für sich.
    Die Besucherzahlen, die rückläufig sind ebenso.
    Die Atmosphäre an den leeren Spieltischen mit den gelangweilten Beteiligten ist auch keine Wohltat.
    Schade für das einst prächtige und traditionelle Casino in Bad Kissingen!
  9. #9
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    Standard Großes Spiel im kleinen Saal

    Mit neuen Strukturen wird versucht, die Einbußen der Vergangenheit zu stoppen

    Bad Kissingen - Mit dem "Kissinger Weg" möchte die hiesige Spielbank neue Wege beschreiten und bietet ab dem 9. Januar einen Live-Roulette-Tisch im Automatensaal. Neben dem Synergieeffekt sieht Spielbankdirektor Otmar Lutz durch das zusätzliche Spielangebot weiteren Nutzen.

    So setzt sich zum einen der Automatensaal weiter von den privaten Spielhallenanbietern ab und wertet gleichzeitig das "kleine Spiel" auf. "Wir beleben mit dieser Maßnahme den Automatensaal und steigern dadurch die Attraktivität der Spielbank. Wir erhoffen uns gegenseitige Synergie-Effekte und kommen den Wünschen unserer Gäste nach", so Lutz.

    Der Spielbankdirektor verschweigt nicht, dass mit dieser Maßnahme ein weiterer Ertragsrückgang verhindert werden soll, mittelfristig will man sogar eine Steigerung der Einnahmen erreichen. Die Idee, das Spielangebot zu erweitern, kam nicht allein von der Direktion, so Otmar Lutz, sondern wurde vor allem bei den Mitarbeitern geboren, die wiederum wissen, was ihre Gäste wollen. Nachdem sich sowohl personelle wie finanzielle Einsparungen dadurch ergeben, war natürlich auch die Direktion angetan vom Vorschlag des "Kissinger Weges", wobei Lutz auch gleich einschränkt, dass "hier nichts in Stein gemeisselt ist" und man das legere Spiel erst einmal als Testphase ab dem 9. Januar sehen möchte.

    Im Gegensatz zum Roulettesaal sind im "kleinen Spiel" für einen Minimumeinsatz von einen Euro Gewinne wie "oben" im großen Saal möglich. Noch aber sind die Haustechniker am werkeln, denn auch hier sollen die Gäste bequem um den Rouletttisch sitzen können und eine spezielle Beleuchtung, direkt über dem Tisch, wird auch noch montiert, hat Cheftechniker Wolfgang Krobath versprochen.

    Öffnungszeiten

    Durch die Änderungen in den Öffnungszeiten des Spielcasinos Bad Kissingen ergeben sich durch in der Neuorganisation vor allem neue Öffnungszeiten des Roulettsaales, "wohl des schönsten Spielsaales in ganz Bayern" so Lutz. Statt wie bisher um 15 Uhr öffnet "das große Spiel" erst am späten Nachmittag um 18 Uhr und bleibt bei Bedarf bis 2 oder 3 Uhr geöffnet. Sonntags ist der Roulettesaal weiterhin ab 15 Uhr geöffnet.

    Kleines Spiel Der Automatensaal (auch das "kleine Spiel" genannt) ist von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet, wobei es dann auch hier, zumindest an einem Tisch heißt "rien ne va plus" und sich die Kugel im Kessel dreht.

    (infranken.de)
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    Standard Le Jeton sucht neuen Pächter

    Bad Kissingen - Spielbankrestaurant. Auf eine Feststellung legt Nicolas Borst großen Wert: "Wir hören nicht auf, weil wir pleite sind." Borst hat zum 31. März den Pachtvertrag mit der Spielbank gekündigt, weil er dann voll und ganz in die familieneigene Schokoladenmanufaktur in Sandberg einsteigen will.

    "Wir gehen im Guten auseinander," versichern Nicolas Borst und Spielbankdirektor Otmar Lutz. Das Restaurant sei sehr gut gelaufen, laufe immer besser: "Es hat sich herumgesprochen, dass man hier gut essen kann."

    Um die Pleite-Gerüchte weiter zu entkräften, weist Nicolas Borsts Vater Klaus-Peter Borst darauf hin, dass man im Le Jeton von April bis Dezember 2009 einen Umsatz von 529 883 Euro gemacht habe. Zwar sei der Umsatz 2010 etwas zurückgegangen, im Jahr darauf aber wieder gestiegen. "Wir haben nicht den Riesen-Gewinn gemacht, wir gehen aber auch nicht mit mehreren 10 000 Euro Minus raus", sagt Klaus-Peter Borst. Und: "Der Nachfolger kann gut weiter machen."

    Gerade die Sonderveranstaltungen wie die mit der Spielbank zusammen ausgerichtete Reihe Comedy Royal seien gut angekommen und meist ausgebucht gewesen. Hinzu seien zahlreiche Feiern - auch für namhafte Firmen - ausgerichtet worden. "Alleine heuer hatten wir 23 große Weihnachtsfeiern mit einer Gästezahl ab 40 Personen," betont Nicolas Borst.

    "Wir haben eine Firma in Sandberg, die weitergeführt werden soll," so Nicolas Borst weiter. Dort wolle er voll einsteigen, zumal sein Vater aus Gesundheitsgründen kürzer treten müsse. Die Schokoladenmanufaktur mit ihren neun Mitarbeitern in der Backstube beliefere unter anderem Hotels, Gastronomie und Industrie, empfange Busse für Schokoladen-Seminare. Und: Im Gegensatz zum Le Jeton sei der Sandberger Betrieb Eigentum.

    Spielbankdirektor Otmar Lutz betont, die Entscheidung der Familie Borst zu respektieren. Auch wenn nun nach gut drei Jahren ein weiteres Mal einen neuen Pächter suchen müsse. Inzwischen hat das Luitpold-Casino das Restaurant Le Jeton und den Bar-Betrieb in der Spielbank ausgeschrieben. Eine Reihe von Bewerbungen sei bereits eingetroffen. Diese stammen laut Lutz aus der Region und dem weiteren Umfeld. Ob auch Bewerber aus Bad Kissingen dabei sind, wollte Lutz noch nicht sagen.

    Lange leer stehen soll das Restaurant auf keinen Fall. "Die Bewerber wissen, dass unser Ziel eine Neuverpachtung bis März 2012 ist," so Lutz. Spätestens an Ostern (8./9. April) müsse wieder Betrieb im Le Jeton sein. Lutz hofft, Ende Februar eine Entscheidung treffen zu können. Wobei Nicolas Borst ergänzt, dass er keine Steine in den Weg legen würde, wenn der neue Pächter schon ein, zwei Wochen vor Ablauf des bestehenden Vertrages angfangen möchte.

    Am Konzept des Le Jeton soll sich laut Otmar Lutz nichts Wesentliches ändern. Highlight werde weiter das Nachmittags-Café-Geschäft sein. Ansonsten stellt sich Lutz eine Mischung aus gut bürgerlicher und gehobener Küche sowie bezahlbare Preise vor. "Wir sind nicht Berlin oder Hongkong," so Lutz, der sich ein eher regionales Angebot auch auf der Weinkarte vorstellt. Und wie bisher strebe er eine Zusammenarbeit zwischen Spielbank und Restaurant an. Zum Beispiel über die Reihe Comedy Royal oder über Casino-Besuche mit Spielerklärung nach dem Essen - vor allem im Rahmen größerer Feierlichkeiten.

    Die derzeit zehn Mitarbeiter des Le Jeton hat Borst nach eigenen Angaben zum größten Teil woanders untergebracht. Einige wollen dem Le Jeton bzw. den Bars in der Spielbank treu bleiben und setzen auf den neuen Pächter.

    Das Palais Erthal am Theaterplatz, das die Familie Borst ebenfalls gepachtet hat, wird vorerst weiter betrieben, sagt Klaus-Peter Borst. Der Pachtvertrag läuft bis Juli. Dann müsse man sehen, was die Stadt, in deren Eigentum sich das Gebäude befindet, vorhat. Man sei in Verhandlungen, einen Ankauf plant die Familie Borst aber nicht.

    (infranken.de)

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