Arte TV - Die blonde Sünderin
Jean Fournier, ein netter junger Bankangestellter, lässt sich von seinem Kollegen Caron überreden, einmal mit ins Spielcasino zu kommen. Der Neuling gewinnt sogleich eine größere Summe. Seinen nächsten Urlaub verbringt Jean an der Côte d'Azur, deren große Kasinos ihn magisch anziehen. Dort verliebt er sich in die attraktive, spielsüchtige Jackie und gemeinsam geraten sie in den verführerischen und zugleich zerstörerischen Sog des Glücksspiels, das ihre Liebe auf eine existenzielle Probe stellt.
Rien ne va plus - Nichts geht mehr: Der kleine Bankangestellte Jean gerät durch einen Kollegen ans Glückspiel. Gleich bei seinem ersten Roulettespiel gewinnt er eine große Summe Geld. Nun zieht es Jean in die großen Kasinos an der Côte d'Azur. In Nizza verliebt er sich in die attraktive Jackie, die für ihre Spielerleidenschaft sogar Mann und Kind verlassen hat. Jean verfällt Jackie und dem Glücksspiel gleichermaßen. Jackie stachelt seine neu entdeckte Roulette-Leidenschaft nur noch mehr an, treibt ihn in den Sog des Gewinnens und Verlierens, dem er sich immer weniger entziehen kann. Jackie setzt im Casino beim Roulette auf Jeans Zahlen und gewinnt. Sie erklärt Jean daraufhin zu ihrem Talisman und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Ganze Nächte verbringen die beiden nun gemeinsam in den Kasinos von Nizza und Monte Carlo. Sie residieren in Luxushotels und leben hemmungslos in den Tag hinein. Die Sucht nach dem Glückspiel wird zum dominierenden, alles verschlingenden Dritten im Liebesverhältnis der beiden. Der Gewinn am Roulettetisch erzeugt eine Illusion von Glück, das mit dem nächsten Verlieren alsbald verpufft und in totale Desillusionierung umschlägt. Das Paar ist drauf und dran alles zu verzocken: nicht nur das Vermögen, sondern auch die Liebe und die Selbstachtung. Das zerstörerische Potenzial der Spielsucht und der verführerische Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint, stellt die Liebe der beiden auf eine existenzielle Probe.
Als sich das Glück gegen die beiden wendet und sie alles verlieren, was sie haben, beschließt Jean nach Paris zurückzukehren, und Jackie ihn zu begleiten. Doch zuvor wollen sie noch einen Abschiedsbesuch im Casino machen.
Der französische Regisseur Jacques Demy hat eine "elegant inszenierte Charakterstudie" zweier Menschen geschaffen, die Faszination wie Tragik des Glückspiels greifbar macht.
"Zwei Menschen rennen atemlos gegen das Roulette-Rad an, das sich immerfort dreht und über ihr Glück und Unglück entscheidet", so Jean Collet von "Les Cahiers du Cinéma".
Frankreich, 1962, 80min
Regie: Jacques Demy
Kamera: Jean Rabier
Musik: Michel Legrand
Darsteller: Claude Mann (Jean Fournier), Henri Nassiet (Jeans Vater), Jeanne Moreau (Jackie Demaistre), Paul Guers (Caron)
Autor: Jacques Demy
Produktion: Paul-Edmond Decharme, Sud Pacific Films, Pathé
HD/16:9
(Bilder eingefuegt - Danny)

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