In der Casino-Zeitung Zoppot vom 2. Juli 1937 hat der Autor Alfred Till einige interessante und vielversprechende Spielmethoden dargelegt.Till führte dazu aus:
»Von einigen Roulette-Schriftstellern wird empfohlen, das System zu wechseln, wenn es zu versagen beginnt. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
Man verlässt entweder völlig die Methode, die man bisher spielte, oder man wählt eine andere Variante. Das Auswechseln der Methode auf die erstere Art ist wohl ohne weiteres verständlich. Man geht beispielsweise, nachdem man mit einem System auf den Einfachen Chancen versagt hat, mit einem anderen auf die Dutzende oder Transversalen über.
Unter Variante versteht man ein System, das mit dem vorher gespielten gewissermaßen verwandt ist. Dies sei an einem kleinen Beispiel dargestellt: Ich spiele auf der Einfachen Chance Schwarz/Rot immer abwechselnd zwei Mal Rot, zwei Mal Schwarz, zwei Mal Rot usw., unabhängig von den Farben, die die Kugel wirft.
Angenommen, dieses System versagt. Nun spiele ich fortlaufend den kurzen Wechsel, also ein Mal Rot, ein Mal Schwarz usw. Tritt auch hier ein Versagen ein, so kehre ich entweder zum ersten System zurück oder ich wende ein drittes, ebenfalls verwandtes System an: Ich spiele jetzt drei mal Rot, dreimal Schwarz, drei mal Rot usw. Beim Versagen dieser Variante wird wieder mit dem ersten System begonnen.
Praktisch sind diese Systeme übrigens nicht ohne weiteres gewinnsicher, darum Vorsicht! Doch zeigt dieses Beispiel deutlich, was mit "Variante" gemeint ist. Es zweigen gewissermaßen vom Hauptsystem Nebenlinien ab, die bespielt werden, wenn die Hauptmethode versagt. Der Systemwechsel wird immer dann vorgenommen, wenn die bisher befolgte Methode längere Zeit hintereinander Minus bringt.«
Weiter fährt der Autor fort:
»Welche Möglichkeit - nämlich das Anwenden eines ganz anderen Systems oder nur das Aufnehmen von Varianten - besser ist, bleibt fraglich. Ich habe beide Möglichkeiten auch praktisch in verschiedenen Spielarten ausprobiert, bin aber zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen.
Logischer scheint es zu sein, beim Systemwechsel eine völlig neue Methode zu wählen, möglichst auch noch auf anderen Chancen. Denn die Verwandtheit der Varianten mit der Hauptmethode müßte logischerweise leichter und öfter zu einem gleichen Ergebnis führen als bei völlig unzuvereinbarenden Systemen.
Der Grund dafür wäre in der Tatsache zu erblicken, dass sich bei der Hauptmethode und ihren Varianten das Ausgleichsgesetz und die jeweilige Tendenz wegen der Verwandtschaft öfter in gleicher Richtung auswirken müßte, die naturgemäß, da die Hauptmethode versagt, auch nach dem ‘Minus-Pol’ verlaufen würde. Die erste Möglichkeit - der Systemwechsel mit unzuvereinbarenden Methoden - hätte also demnach die größere Sicherheit aufzuweisen. Der einwandfreie Beweis freilich ist schwer zu erbringen, zudem spielt auch die psychologische Eignung beim Auswählen einer Methode eine Rolle. Unberücksichtigt soll in diesem Zusammenhang das ‘Gegenspiel’ bleiben.«
Die Nutzanwendung für das praktische Spiel soll nun in einer Zusammenfassung der Ausführungen Till’s dargelegt werden.
Für die/den Spieler/in darf es nur wenige Regeln geben, da ihr/ihm sonst die Anwendung so erschwert wird, dass sie/er lieber darauf verzichten möchte. Die Regeln müssen kurz sein und ihr/ihm dennoch die höchst mögliche Sicherheit verleihen, sie/ihn vor einem Kapitalverlust zu schützen. Unter diesem Aspekt kann man folgende Regeln aufstellen:
- Keine Sitzung kann kurz genug sein. Die Betonung liegt dabei weniger auf der Beschränkung der gewonnenen Chips als vielmehr auf der Beschränkung der Spielzeit der einzelnen Sitzung. Je mehr Chips in kurzer Zeit gewonnen werden können, desto besser.
- Was zwei mal hintereinander verloren wurde, kehrt am selben Tag nicht mehr zurück. Diese Regel berücksichtigt den Rhythmus der Permanenz, des Kugelwurfes.
Der Rhythmus der Kugel verläuft regelrecht in Berg- und Talfahrt, wodurch die Serien, der schnelle Wechsel und somit die Plus- und Minus-Anhäufungen entstehen.
Diese Regel gilt nicht nur für ein einzelnes Spiel, sie kann auch auf hintereinanderfolgende Spiele des selben oder auch des nächsten Tages angewendet werden.
- Jedes einzelne Spiel hat eine eigene Minusgrenze. Dadurch wird dem Gesamtverlust des Spielkapitals vorgebeugt.
- Darüber hinaus ist jedes einzelne Spiel duch eine Coupanzahl oder die Länge der Spielzeit begrenzt. Bei jedem Spiel wird also nur eine bestimmte Zeit lang oder eine vorher bestimmte Anzahl von Coups gespielt.
- Beim Versagen der Haupt- oder einer der anderen Methoden wird ein Systemwechsel in Erwägung gezogen. Die einen Systemwechsel betreffenden Überlegungen sollten allerdings nicht erst am Spieltisch erfolgen, sondern man sollte sich vor dem Spielbeginn darüber im Klaren sein, wann man wechselt und auf welche Methode man wechselt.
Diese fünf einfachen Regeln stellen das geistige Rückgrat dar, mit dem die Minusphasen des praktischen Spiels überwunden werden sollen. Jedem einzelnen Verlust kann man trotz Befolgung dieser Regeln natürlich nicht aus dem Weg gehen, aber es wird im einen oder anderen Fall gelingen, ein Verlustspiel abzufedern oder gar gänzlich zu vermeiden.

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