Betrug - Pokerprofis sauer: Im Pott fehlten 2500 Euro
von , veröffentlicht am 09.09.2010 18:03
Dortmund. Ein Pokerturnier im Casino Hohensyburg ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Aus dem „Pott“ sollen 2500 Euro verschwunden sein – eingesetztes Geld, das eigentlich den Spielern gehört.
Das Casino Hohensyburg kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen heraus. Jetzt ist ein Pokerturnier, das am 26. Februar 2009 veranstaltet worden ist, sogar in den Blickpunkt der Staatsanwaltschaft Dortmund geraten. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Unterschlagung.
Was sich zugetragen haben soll, hat jedenfalls den Zorn der 50, 60 Profispieler hervorgerufen – und auch das Unverständnis von Mitarbeitern des Casinos. Es war ein sogenanntes „Rebuy“-Turnier, bei dem die Spieler mittels Startgeld Chips erwerben und, wenn sie verloren sind, welche nachkaufen können. Aus diesem Pool werden anschließend die Gewinner finanziert.
Eingesetztes Geld ist Eigentum der Spieler
Da es sich dabei um Geld im Eigentum der Spieler handelt, gehört zu den Regeln, dass der Pool den Spielsaal nicht verlassen darf. Das genau aber sei passiert. Ein Angestellter des Casinos sei dabei beobachtet worden, wie er mit zwei Geldbeuteln den Saal verlassen hätte nachdem die Rebuy-Phase vorbei gewesen sei.
Bei der Auszahlung aber regte sich Protest, weil die Zocker merkten, dass wohl zu wenig Geld im Pott war. „Das kann nicht stimmen, das muss mehr sein. Ich protestiere“, erinnert sich ein Teilnehmer, hätte einer der Spieler gerufen. Nachrechnungen ergaben eine Fehlsumme von etwa 2 500 Euro.
Fehlbetrag wurde nachgeschossen
Den aufkeimenden Zorn hätte die Casinoleitung dadurch wieder geglättet, dass der Fehlbetrag nachgeschossen worden sei. Berufen habe man sich auf einen Computerfehler. Was unter den Spielern und Angestellten einige Verwunderung hervorgerufen haben soll, weil es sich dabei um ein reines Bargeldgeschäft gehandelt hätte.
Die Vorwürfe erreichten auch die Staatsanwaltschaft, die mehrere Mitarbeiter des Casinos vernahm. Wie übrigens welche aus dem Casino Oeynhausen auch. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund, Dr. Ina Holznagel, teilte mit, das Verfahren sei erst eingestellt worden. Nun aber hätte sich ein neuer Zeuge gemeldet, der für eine Wiederaufnahme der Ermittlungen gesorgt hätte. Manfred Mahlmann, Westspiel-Direktor für Kommunikation und Recht am Sitz in Duisburg, nahm wegen der laufenden Ermittlungen keine Stellung.
(derwesten.de)
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