Schon immer hatte der ein oder andere Roulettespieler die Vorstellung, bestimmte Tendenzen, die sich unaufhörlich am Roulettetisch zeigen, erfassen zu können, um diese effektiv zu bespielen. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Rouletteforscher aus aller Welt mit diesem Problem.
Bis in die jüngste Zeit ging man von der Annahme aus, dass das Roulette-Spiel als ein Abbild der Naturgesetze ein harmonisches Ganzes ist, dessen Erscheinungen sich in einem mehr oder weniger langen Zeitraum einigermaßen ausgleichen. Demnach würde es sich beim Roulette um eine Art in sich geschlossenes System handeln, welches ein regelmäßiges, geordnetes und fast hundertprozentig berechenbares Gebilde ist, das zwar immer wieder unerklärliche Phänomene produziert, aber doch im Großen und Ganzen in den Griff zu bekommen sein müsste.
Also so wie das Universum selbst, in welchem die Sonne in schöner Regelmäßigkeit auf- und auch wieder untergeht, wo sich der Tag und die Nacht einander abwechseln, in welchem die Planeten in ihren scheinbar geordneten Bahnen kreisen.
Roulettesysteme, welche auf solchen „Gesetzesmäßigkeiten“ basierten, waren von Beginn an zum Scheitern verurteilt, hatten allesamt nur einen kurz- bis mittelfristigen Erfolg, da sie auf einer völlig falschen Konzeption des Roulette-Spiels basierten.
Denn ebenso wenig wie das Universum ein harmonisches Ganzes darstellt, kann das Roulette ein harmonisches, geschlossenes System sein, welches als vordergründig berechenbarer Mikrokosmos betrachtet werden kann. Man braucht dabei nur an das Auseinanderstreben des Alls zu denken, dessen Geschwindigkeit mit zunehmender Entfernung immer höher wird.
Durch die seit einigen Jahren immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit vorgerückte Chaosforschung wurde die seit Jahrtausenden angenommene harmonische Struktur des Weltalls eindeutig widerlegt. Der Kosmos wird durch Wellenbewegungen, welche zwar harmonisch, aber ohne erkennbare Ordnung – also chaotisch – sein können.
Die Chaosforschung ist jenseits der Wahrscheinlichkeitstheorie ansässig, und beschäftigt sich damit, neue Aspekte der realen Welt aufzuzeigen. Wissenschaftler, darunter waren auch einige renommierte Nobelpreisträger, begannen in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in den USA damit, sich mit dieser faszinierenden Wissenschaft auseinander zu setzen. Sie nannten ihr Betätigungsfeld „Wissenschaft von der Komplexität“ oder auch „Wissenschaft des 21. Jahrhunderts“.
Vor allem befasst man sich bei der Chaosforschung mit der Frage, wie schafft es das Universum, Inseln der Ordnung im Chaos hervorzubringen – also so komplexe Strukturen wie Lebewesen, Planeten, Galaxien usw. Durch alle diese Phänomene zieht sich ein roter Faden, dem Chaosforscher aus aller Welt auf der Spur sind.
Hierbei kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass inmitten dieser chaotischen Prozesse Inseln der Ordnung ausgemacht werden können. Es stellt sich die Frage, warum noch keiner dieser Chaosforscher auf die Idee gekommen ist, das Roulettespiel in dieser Hinsicht zu untersuchen. Denn eines ist unbestritten:
der Lauf der Kugel ist ein chaotischer Prozess, der vergleichbar mit einem auf dem Geradewohl verlaufenden Irrweg eines Aktienkurses ist.
Und dennoch ist das Roulette mit seiner zufälligen Nummernabfolge noch nie mit den Instrumenten der modernen experimentellen Mathematik untersucht worden. Es könnten dann Antworten auf einige wesentliche Fragen gefunden werden:
- Gibt es evolutionsstabile Muster?
- Wie kann das Roulettespiel jederzeit symmetrisch gestaltet werden?
- Kann es eine optimale Mischstrategie zwischen chaotischen und geordneten Mustern geben?

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Guck dir doch mal das Tendenzspiel von Danny an. Da hab ich schon viel mit gewonnen.
