Die FDP fordere jetzt auch ein Pokerverbot, murmelte unsere Kollegin. Wir horchten auf. Bei Schwarz-Gelb verwundert zwar derzeit wenig. Auch ist Pokern im Internet schon teilweise untersagt. Aber ein Komplettverbot?

Dann merkten wir, dass die Kollegin von einem Burkaverbot gesprochen hatte. War dieses Missverständnis ein Fingerzeig für die Integrationsdebatte?

Bislang wurde die Burkaträgerin stets als Opfer gesehen: Rückständiger Mann, Religion mit Imageproblemen (siehe Ground-Zero-Moschee), und als Konsumentin fescher Kleidung fiel sie auch aus. Kurz: Fürs Leben in der westlichen Welt schien die Burka wenig hilfreich.

Damit wären wir beim wohl westlichsten aller Kartenspiele. Schon amerikanische Siedler verzockten ihre Nuggets beim Pokern, heute machen Profispieler in Las Vegas Millionen. Ihr Pokerface schützen sie mit kuriosen Verkleidungen - bis hin zu albernen Brillen mit aufgedruckten Hologrammaugen.

Wie viel eleganter könnte dagegen die Burkaträgerin aufspielen! Sie hätte einen Künstlernamen wie Aisha The Ace oder Fatima Flush, statt Zigarren würde sie Shisha rauchen. Mit ihrem über Jahrhunderte perfektionierten Burkaface ließe sie den harten Jungs keine Chance. Burkaträgerinnen würden alle Jackpots knacken, selbst Texaner am Spieltisch nun Schleier anlegen.

Doch all das bleibt vorerst ein integrationspolitisches Märchen: Als Muslima ist der Burkaträgerin auch Glücksspiel verboten. Vielleicht sollte sich die FDP ja nicht für ein Burkaverbot starkmachen. Sondern für eine Pokerpflicht.

(ftd.de, David Böcking)