Gebt uns Shows und ein Casino!
von , veröffentlicht am 14.07.2010 13:16
Düsseldorf. Sieben auf einen Streich: So sieht die Strategie der Industrie- und Handelskammer aus, um den schwankenden Hotelmarkt in Düsseldorf und im Kreis Mettmann zu stabilisieren.
Im Kern geht es um eine intensivere, dauerhafte Vermarktung bei unterschiedlichen Zielgruppen - „Stärken stärken“, das Credo des Marketings. Aber die IHK schlägt auch zwei neue Einrichtungen vor: ein Bühnenhaus mit populären Dauer-Shows und ein Casino - Geldmaschinen bei richtigem Management.
„ShowTime Düsseldorf“ lautet Thema Nr. 1 des IHK-Tourismus-Ausschusses, in dem Hotelchefs (Interconti, Hilton, Radisson usw) ebenso mitgearbeitet haben wie Reisefachleute (Pepi Thelen, Klaus Laepple), Verbände, Kulturschaffende und Taxiunternehmer. Neben dem Capitol, so IHK-Geschäftsführer Ulrich Biedendorf, „wäre eine Spielstätte gut, die Programme mit langfristiger Dauer anbietet, so dass Hoteliers damit werben können.“
Kultur und Roulette
Kultur ist auch die Strategie Nr. 2 - eine höherwertige Vermarktung der Dauerausstellungen, wie sie etwa der gestern verstorbene weitsichtige Chef der Kunstsammlung am Grabbeplatz, Werner Schmalenbach, mit einzigartigen Sammlungen von Picasso und Paul Klee geschaffen hat. Auch die Düsseldorfer Malerschule des 19. Jahrhunderts und selbst das Neanderthal-Museum halten die Tourismusexperten für unterverkauft. Die Kulturregion Düsseldorf könne noch mehr punkten, in den Hotelbüchern wie im Internet, heißt es.
Ein Casino für die Landeshauptstadt zu fordern, ist seit 25 Jahren ein Klassiker. Dies richte sich nicht gegen Duisburg, wo jährlich fast 500 000 Besucher über 46 Millionen Euro lassen, sagt Biedendorf. Duisburg ist der Umsatzrenner der vier NRW-Casinos. In Aachen dagegen läuft’s nicht mehr - „warum also nicht eine Verlagerung nach Düsseldorf diskutieren“, fragt der IHK-Mann. Denn in den Top-Hotels an der Kö wohnen die internationalen Gäste mit dem nötigen Kleingeld fürs Roulette.
Wie eine rot-grüne Landesregierung über eine neue Lizenzvergabe denkt, gehörte nicht zum Kalkül der Strategen; der Ausschuss hat ein halbes Jahr lang gearbeitet.
(derwesten.de)
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