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Die (Un)fairness des Roulette?!
versus
Guckt mer sich die Auszahlungsquoten gemessen am Umsatz zwischen dem Roulette und 'm ehrenhaften Lotto an, so stellt mer fest, dass beim Lotto nur etwa 50% des getätigten Umsatzes an die Spieler/innen zurück gegeben wird, während die Croupiers an den Roulettetischen der Spielbanken rund 97,3% der Umsätze wieder an die Spieler/innen zurück bezahlen.
Vergleicht mer also den Geldumverteilungs-Service der Lotto-Gesellschaften mit den Spielbanken, so erscheint 's Roulette 'n denkbar günstiges Vergnügen zu sein. Für kaum 'n and'res Glücksspiel muss mer dem Anbieter so wenig an Aufwandsentschädigung bezahlen. Besonders zum Lotto ist die Spanne eklatant.
Ein einfaches Rechenbeispiel soll dieses verdeutlichen:
Bepflastern wir 'n Roulette-Tableau, also würden wir jede einzelne Nummer mit jeweils 1 Teurone spielen, so ist uns der »Gewinn« von 35 Teuronen zu 100% sicher. Und unseren Einsatz von 1 Teurone auf der gewonnenen Nummer bekommen wir auch noch zurück. Jedoch haben wir 37 Teuronen investiert, weil beim Roulette 37 Nummern gespielt werden können, effektiv haben wir also 1 Teurone Verlust zu verzeichnen. Dies entspricht einem mathematischen Verlust von 1 ÷ 37 = -2,7%.
Würden wir beim Lotto alles komplett abdecken, also alle 139.838.160 Möglichkeiten spielen, so müssten wir auch mit den Gebühren 139.838.160 Teuronen für uns'ren Einsatz berappen. Es werden hiervon jedoch nur 52.439.310 Teuronen an die Spieler/innen ausbezahlt. Wir machen also einen Verlust von 87.398.850 Teuronen!
Und das, obwohl wir garantiert 'n Sechser mit Superzahl haben, neun weit're Sechser und 'ne Unmenge an sonstigen Kleingewinnen.
In Anbetracht, dass Lotto in vielen Supermärkten gespielt werden kann, erlangt die Frage »Handelt es sich bei Lotto um legalisierten Straßenraub?« durchaus ihre Berechtigung.
Everything will be ok in the end ...
if it's not ok ... it's not the end!
Noch bedenklicher wird dieser Vergleich, dasses für 's Lotto auch noch sogenannte Systemanbieter gibt. 'n Lotto-System ist im Prinzip nix and'res wie 'ne Entsprechung der einzelnen Chancen beim Roulette wie Transversalen, Dutzende oder Rot, Impair usw.
Wer taet' denn für sowas noch 'ne extra Gebühr für so 'ne Spielweise bezahlen? Systemlotto-Spieler/innen machen das. Mer zahlt ja eh' schon 'n enormen Preis für die eigentliche Spielteilnahme, dann werden weit're Gebühren für die Um- und Rückverteilung auf die Spielgemeinschaft fällig!
Mer zahlt also erst mal dafür, um die vielen Kleinbeträge der Wetten zu wenigen Gewinnen zu bündeln und dann zahlt mer wieder dafür, dass die wenigen Gewinnen in viele kleinere Beträge umverteilt werden.
Leut' Leut' ...
Everything will be ok in the end ...
if it's not ok ... it's not the end!
Millionär werden wollen viele Leut', noch mer davon sind klein und arm. Gehen wir also von folgendem frei erfundenem Szenario aus:
Wir wollen auch Millionär werden, haben dafür aber nur 1 Teurone übrig, mit der wir 'm Glücksspiel frönen können. Gehen wir also in 'ne Spielbank und setzen diese Teurone auf 'ne Nummer am Roulettetisch. Nach der Ausspielung der Nummer geht’s in 2,7% aller Fälle weiter.
Kann mer denn damit nicht zufrieden sein?
Wie zufrieden ist mer, wenn mer beim Lotto 'n Dreier, mit oder ohne Zusatzzahl ist egal, trifft?
Dieser Fall ist mit 'ner Wahrscheinlichkeit von 1,7% noch unwahrscheinlicher und wird auch noch wesentlich schlechter bezahlt.
Geht’s am Roulettetisch nämlich tatsächlich weiter, hat mer schon 36 Teuronen zur Verfügung. Diese 36 Teuronen setzen wir wieder auf 'ne Nummer!
Verrückt?
Aber wir wollen doch Millionär werden.
Wenn wir jetzt gewinnen, ist schon die Hälfte erledigt:
aus 1 Teurone haben wir 1.296 Teuronen gemacht, die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt bei weniger als 1 Promille, bei 1/1.369. Das entspricht schon ungefähr der Wahrscheinlichkeit für 'n Vierer im Lotto, aber bei Weitem keinen 1.296 Teuronen.
Dafür bräucht' mer beim Lotto schon fast 'n Fünfer, aber der ist ja noch seltener:
die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei etwa 1/50.000. Für so 'n unwahrscheinliches Ereignis kann mer auch noch 'n drittes Spiel auf 'ne Nummer beim Roulette riskieren, das kommt in etwa dem Fünfer bveim Lotto nah' (1/37 × 1/37 × 1/37 = 1:50.653). Gewinnen tun wir dann 46.656 Teuronen.
Mer kann 's drehen und wenden wie mer will, 's ehrenwerte Lotto hinkt 'n bissel hinterher.
Und dann könnt' noch 's finale kommen, wir setzen diese 46.656 Teuronen komplett auf 'ne Nummer am Roulettetisch!
Wenn's klappt, gehören 1.679.616 Teuronen uns, hierfür haben wir 's Glück gebraucht, um aus 1.874.161 Kandidaten als Gewinner hervorzugehen. Für 'n Lotto-Sechser müssten wir die/der eine von 13.000.000 Kandidaten sein.
Everything will be ok in the end ...
if it's not ok ... it's not the end!
Mer kann jetzt natürlich den Einwand haben, dass beide Zahlen doch recht unrealistisch groß sind, da kommt's doch auf 'n paar Millionen Hin oder Her auch nicht mehr an.
Aber das ist falsch gerechnet:
Wie selten wird mer aus 'ner Menge von sieben Kandidaten auserwählt? Eben dieses, 1.900.000 ÷ 13.000.000, muss der Lotto-Millionär in spe noch erreichen, während der Roulette-Harakiri schon längst irgendwo 's feine Leben genießt.
Anders ausgedrückt heißt dieses:
Das Schwein, das beim Roulette zum Millionär genügt, bringt eine/n beim Lotto lediglich unter die Letzten Sieben, von denen auch noch sechs scheitern müssen.
Der Vergleich Roulette – Lotto soll keineswegs dazu anspornen, 's Glück am Roulettetsich 'nes Spielcasinos zu suchen, schließlich gibt’s am Roulettetisch auch 'n Maximum, sondern er soll dazu sensibilisieren, wie fehlerbehaftet Glückswahrnehmungen sein können und er soll dazu beitragen, sich selbst 'n Maximum auf die Chancen zum Glück zu gewähren.
Everything will be ok in the end ...
if it's not ok ... it's not the end!
800.000.000 soll er kosten. (Und wird uns noch VIEL mehr kosten!)
Er bringt nichts, außer Wut in der Bevölkerung.
Und Freude auf Banker- und Unternehmensseite.
(Ich rede vom Treffen der G8/G20 in deiner neuen Heimat, Danny)
Unfairness?
Wer hat gesagt, dass die Welt fair ist?
Ciao, Kelt
PS: Sehen wir Lotto doch mal positiv - wenigstens geben sie vom Gewinn etwas an Vereine ab.
Lassen wir mal die Kirche im Dorf, im Vergleich zu Griechenland ist das noch relativ preisguenstig. Die weitaus groessere Frage, die sich im Vorfeld gestellt hat, war, ob's in Canada tatsaechlich zu wenig Seen gibt und ob's notwendig ist, noch 'n kuenstlichen See wegen dem Gipfel dazu zu bauen. Finanziert werden sollt' der Bau des Sees natuerlich von Steuergeldern. Als ob in Huntsville zwei grosse Seen nicht genug sind............
Ob die Banker so erfreut ueber den Gipfel sind, laesst sich dadurch beantworten, dasses in der Queen St. in Toronto recht heftige Tumulte gibt. Die Queen St. geht am Banken-Viertel entlang...........
Sicherlich ist die Berichterstattung bei Euch anders als bei uns, mer kann's beim Toronto Star nachlesen, was wegen dem Gipfel hier alles abgeht...............
Ich behaupt' das bestimmt nicht, aber Du hast hoffentlich die leichte Prise an Ironie bemerkt, die in den Beitraegen dazu eingeflossen ist............
's ist doch einfach so, dass 'm Roulette noch immer was negatives anhaftet, waehrend Lotto so gut wie ueberall gespielt werden kann (zumindest war das mein Eindruck beim letzten Besuch in DE.........). Da schwaetzt keiner von Zockerei, beim Spielcasino dagegen schon..........
Oder seh'n wir 's so:
Durch den Tronc wird heut'zutag' der Staat massiv unterstuetzt, frueher hat mer wenigstens durch den Tronc dafuer gesorgt, dass 'n paar arme Schlucker von ihrem Job leben konnten..............
Die Spenden der Lottogesellschaften an zweifelhafte Vereine kommen einem da wie 'ne Alibi-Funktion vor..............
bis denne
liebe Gruesse
Danny
Everything will be ok in the end ...
if it's not ok ... it's not the end!
ich habe die Ironie in deinem Beitrag erkannt, keine Bange.
Scheinheilig.
Das ist die Welt.
Es kotzt mich einfach nur an, wie die Bevölkerung verarscht wird.
Und das die Bevölkerung nicht wirklich mal drauf reagiert und sich wehrt.
Nein, sie wählen das Pack gleich wieder!
Und zahlen brav ihre Steuern und verzichten auf Einkommenserhöhungen.
Weil es dem Staat ja so schlecht geht.
Nicht die Spekulanten sind schuld.
Sondern wir alle. Schliesslich sollen wir dafür zahlen, also müssen wir ja auch schuld sein.
Aber zurück zum Thema Glücksspiel:
Auch hier ist Scheinheiligkeit Trumpf. Die Automaten bringen jede Menge Geld in die Staatskassen. Casinos auch. Also tut man so als ob man etwas gegen Spielsucht machen will, und lässt das Vorhaben dann irgendwie scheitern oder verwässern. (Siehe auch: Transaktionssteuer, Bankenabgabe...)
Ciao, Kelt
PS: Sorry, dass ich das Forum als Blitzableiter benutze, ab und zu muss man mal Dampf ablassen.
Ist kein Problem, geht mir ja manchmal auch so. Wenn 's zu bunt wird, darf mer sich aber auch nicht wundern, wenn ich gelegentlich mal was in die Hafenstrasse zu den Quassel-Ecken verschieb'. Der Bereich "Hafenstrasse" ist ja dafuer gedacht, dass mer auch mal Sachen schwaetzen kann, die jemand sonstwie bewegen.............
's faengt doch schon damit an, was sich in DE alles Casino nennt. Harvey hat das schoen auf den Punkt gebracht in seinem Artikel...............
Begriffe wie Transaktionssteuer (was auch immer das sein mag.............), Bankenabgabe usw. sollen wohl lediglich dazu dienen, den Unfug des Sparkurses Euch erklaerbar zu machen. 's soll wohl vermittelt werden, ihr seid nicht die einzigen, die zur Kasse gebeten werden. 'nem HartzIV-Empfaenger kann mer aber so nicht erklaeren, wieso er ploetzlich noch weniger Kohle bekommt. Wenn die mal bei ihren Diaeten anfagen taeten, dann waer' das auch fuer diese Bevoelkerungsschicht erklaerbar..............
Aber 'ne and're Seite ist, dass mer in DE zumindest mal Kohle auf ewig vom Staat bekommt, wenn mer seinen Job verliert, das ist hier anders. Nach 12 Monaten ist Feierabend. Aber wieder 'ne and're Seite ist, bei uns gibt's Arbeit, mer darf halt nicht den Anspruch haben, was qualifiziertes zu bekommen. Hier im Supermarkt darf mer beispielsweise seine Einkaeufe nicht selbst zum Auto tragen, wird alles fein saeuberlich vom Personal in Papiertueten gepackt und zum Auto gebracht. Diese Arbeitsplaetze sind auch nicht nach Fernost verlagerbar................
Werd' ich arbeitslos, bin ich in drei Wochen wieder in DE, weil die mich dann wegschicken taeten. And'rerseits kann ich nach drei Jahren ununterbrochenem Arbeitsleben die kanadische Staatsbuergerschaft bekommen................
Steuerpolitik ist auch wieder so 'n Ding bei uns, Preise werden grundsaetzlich oihne Steuer ausgezeichnet, weil wir zwei Steuern haben. Einmal die GST (Canadian Goods and Services Tax), die vom Staat erhoben wird und die PST (Provincial Sales Taxes), die von der Provinz erhoben wird................
Letztendlich ist das, was die Regierung in DE macht, auch nix and'res wie 'ne Verlust-Progression beim Roulette, zu 'nem Zeitpunkt wo mer sich diese Art der Progression eigentlich gar nicht mehr leisten kann................
Sparen funktioniert dann effektiv, wenn mer in guten Zeiten die Kohle ansammelt, um sie in schlechten Zeiten dort zu investieren, wo sie benoetigt wird..............
bis denne
liebe Greusse
Danny
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Hallo Danny!
Wobei sich mir dann die Frage stellt, ob man von diesem Job dann auch leben kann?
Viele hier in Deutschland beziehen zusätzlich Geld vom Staat, weil einfach der Lohn nicht reicht. Lohndumping und seine Folgen. Von den dadurch fehlenden Rentenbeiträgen, die uns in Zukunft noch das Genick brechen werden, ganz zu schweigen.
So sollte es sein, haargenau auf den Punkt gebracht.
Leider hält sich niemand an diese Logik.
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AW: Die (Un)fairness des Roulette?!
Hi Kelt
'ne durchaus berechtigte Frage. Wir haben hier 'n gesetzlichen Mindestlohn, der liegt so etwa bei 7$fuffzig, weiss ich gar nicht genau, bei solchen Jobs wie den Einkaufs-Traegern kommt noch Tronc dazu...........
's Leben selbst ist auch nicht billiger als in DE, aber wenn mer schon in der Naehe der USA ist, kann mer auch mal 'n Ausflug zur Verwandtschaft dort machen und in den USA seine Klamotten kaufen...........
Allerdings sind die entscheidenden Dinge bei uns dann doch billiger, mein Auto hab' ich nagelneu fuer 18.000 US$ bekommen (war allerdings 'n bissel Hickhack mit der Zulassung.............), in CAD haett' mich die Karre 24.000$ gekostet, 's vergleichbare Modell haett', wenn ich richtig geguckt hab', mit Autos kenn' ich mich nicht so aus, in DE 1 Jahr alt etwa 30.000 Teuronen gekostet. Dann 's Benzin dazu, 'n Liter Super Plus kostet bei uns etwa umgerechnet etwa 65 Teuronen-Cent, und ist bei uns der billigste Sprit...............
'ne and're Form, sein Ueberleben zu sichern, besteht in den Gelegenheits-Jobs. Die machen dann diejenigen, die nicht schaffenw ollen, die gibt's natuerlich bei uns auch. Zwei, drei Monate arbeiten und dabei soviel verdienen, dass sie fuenf oder sechs Monate davon leben koennen. Ist halt 'ne and're Form der Zeitarbeit, die in DE mit 7 Teuronen die Stunde auch nicht unbedingt erstrebenswert ist................
Warum mer sich in DE gegen 'nen Mindestlohn wehrt, kann mer zwar nicht nachvollziehen, ist aber erklaerbar. Mer taet' bei den Verantwortlichen erkennen, dass die Armut in DE, von der weltweit gefaselt wird, selbst gebastelt ist................
Auf die Idee scheint gar niemand zu kommen. Mer stell' ich mal vor:
In Zeiten, in denen die Wirtschaft gut geht, werden Steuern erhoeht, weil sie dann jede/r bezahlen kann. In wirtschaftlich miesen Zeiten werden sie dann wieder gesenkt, um die Kaufkraft und damit den einen oder and'ren Arbeitsplatz zu erhalten..............
bis denne
liebe Gruesse
Danny
Everything will be ok in the end ...
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