Die Begriffe „Solitär“ und „Soziabel“ tauchen in Roulette-Schriften hin und wieder auf, wobei dabei dann häufig die Frage entsteht, was diese beiden Begriffe überhaupt bedeuten und worin der Unterschied liegt. Für die Mathematik beim Roulette sind diese Begriffe jedoch unerlässlich.

„Solitär“ bedeutet 'Der Wert für sich alleine betrachtet'. Es ist in den Wahrscheinlichkeitstabellen der Roulette-Mathematik abzulesen, dass die Wahrscheinlichkeit, beim ersten Einsatz einen Gewinn zu erzielen, am höchsten ist.

„Soziabel“ hingegen bedeutet 'Der Wahrscheinlichkeitswert für alle bis dahin betrachteten Coups bzw. getätigten Einsätze in Gemeinschaft mit allen vorherigen'.

Es ist beim ersten Coup die solitäre Wahrscheinlichkeit stets gleich der soziablen Wahrscheinlichkeit, jedoch nimmt mit jedem weiteren Coup die soziable Gewinnwahrscheinlichkeit logischerweise zu, bis sie irgendwann eintritt bzw. eintreten muss, also „asymptotisch“ 100% erreichen wird.

Die Differenz zwischen dem soziablen Wert und 1 bzw. 100% nennt die Wahrscheinlichkeit für das Nichterscheinen einer Chance, die mit zunehmender Einsatzlänge stets geringer werden muss. Roulettisten kennen dies auch unter dem Begriff „Platzerwahrscheinlichkeit“.

Bis in die heutigen Tage ignoriert die herrschende Auffassung der Mathematiker diese Unterscheidung, indem bei jedem einzelnen Coup eine gleichbleibende Trefferwahrscheinlichkeit zuerkannt wird, so dass man zu keiner plausiblen Roulette-Mathematik gelangt (siehe dazu auch R. Vogelsang: Die mathematische Theorie der Spiele oder W. Krämer: Die 500 populärsten Irrtümer).

Gruß

Harvey