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Thema im Roulette Forum:
Ist Poker ein Glücksspiel???

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Beiträge 11 bis 19 von 19
  1. #11
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    Standard AW: Ist Poker ein Glücksspiel???

    Zitat Zitat von Datalife Beitrag anzeigen

    Hai Ceen,

    ich gebe Dir durchaus recht das man das Blatt (Mitgehen) die Gegner (Psyche) beeinflussen kann.

    Für mich bleibt es trotzdem ein Glücksspiel :

    1) Wenn man einen mathematischen Vorteil gäbe könnte man auch Computer spielen lassen. Der immer mathematisch die richtige Entscheidung trifft.

    2) Amateure würden es nie an einen Final Table schaffen da Ihnen ja Erfahrung und Wissen fehlt.

    3) Bei dem aktuellen Onlinepoker spielen teilweise so viel Fische das man durchaus öfter gegen schlechtere Händer verliert.

    4) Das sich die Hände bei den Starthänden ausgleichen glaube ich schon aber auf was man für Hande trifft hat auch mit Glück zu tun.

    Gruß Datalife

    Hallo Datalife!

    Auch dir danke für deine Antwort


    In manchen Punkten ist es sogar belegt das man sehr wohl Poker beeinflussen kann und zwar zu deinem Punkt eins.

    Es enzieht sich zwar meiner Kenntnis ob diese Computerbots mathematisch gesteuert sind, aber sie besitzen eine künstliche Intelligenz und können (das hat man festegestellt) sehr wohl das optimalste aus Ihren Händen herrausholen.

    Dazu hatte ich auch mal ein Thema gepostet : Poker gegen die Moderne Zeit

    Dein Punkt 2 deutet eigendlich genau darauf hin das es gerade deswegen kein Gllücksspiel ist. Denn es gibt genug Leute die davon durchaus gut leben können.
    Was zum Beispiel bei Glücksspielen wie Blackjack Automaten Roulette seltener der Fall ist (ausschliessen will ich es nicht)

    Punkt 3 Onlinepoker: Also ich weiß nicht was du genau damit sagen willst,
    aber man kann wie gesagt durchaus gegen eine schlechtere Hand verlieren.
    Es kommt aber wenn man nicht nur ein Spiel betrachtet sondern mal 100 oder 1000 auf den Spieler selbst an und deswegen gibt es Pokerspieler die davon leben können und Pokerspieler die diese finanzieren.

    Punkt4 sehe ich auch so. wobei da auch wieder vom guten und schlechten Spieler zu unterscheiden ist.


    Liebe Grüsse CeeN
  2. #12
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    Standard AW: Ist Poker ein Glücksspiel???

    Hi Danny

    Gute Idee! Ich glaube das fing mit dem Link an, den Lamis postete.

    Ausserdem könnte auch der Karten-Code-Thread von Dir ins Poker-Forum, denke ich.

    Liebe Grüße
    Psi
  3. #13
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    Standard AW: Ist Poker ein Glücksspiel???

    Zitat Zitat von CeeN Beitrag anzeigen


    Dein Punkt 2 deutet eigendlich genau darauf hin das es gerade deswegen kein Glücksspiel ist. Denn es gibt genug Leute die davon durchaus gut leben können.
    Zitat von Datalife
    2) Amateure würden es nie an einen Final Table schaffen da Ihnen ja Erfahrung und Wissen fehlt.
    Das trifft aber für alle Kartenspiele zu.
    Glück dabei, ist nicht hinderlich.

    jason
  4. #14
    CeeN ist offline
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    Standard AW: Ist Poker ein Glücksspiel???

    Hy Jason


    "Glück dabei, ist nicht hinderlich"

    Wo du recht hast, haste recht
  5. #15
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    Standard "Da kann es keinen Zweifel geben"

    Ist Poker ein Glücksspiel? Oder hängt es doch vom Können der Spieler ab? Eine neue Studie aus den USA hat Daten gesammelt – und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

    Es ist eine der teuersten Fragen, die die Spieleszene derzeit weltweit bewegen: Ist Poker – genauer gesagt, die nach wie vor extrem populäre Variante "Texas Hold'Em" – ein Glücksspiel? Oder kommt es vor allem auf die Geschicklichkeit, Gerissenheit und das taktische Einfühlungsvermögen – kurz: das Können – der Spieler an?

    Das ist keine Frage, die nur auf einer theoretischen Ebene relevant ist: Es geht um Millionen von Euro (oder Dollar) und darum, wer sie kassieren darf – denn Spiele, bei denen das Glückselement überwiegt, fallen unter die historischen Monopole vieler Staaten oder unterliegen zumindest Lizenzbestimmungen, nach denen Casinobetreiber hohe Gebühren an den Staat überweisen müssen. "Normale" Spiele, deren Ausgang dagegen vom Können der Spieler abhängt, dürfen in viele Staaten nach Belieben abgehalten werden.

    So ein Fall sind zum Beispiel die USA: Sie verbieten Online-Glücksspiele ganz allgemein – und setzen das mittels eines drakonischen Gesetzes aus dem Jahr 2006, dem Unlawful Internet Gambling Enforcement Act, durch. Im April haben die US-Behörden auf dessen Basis mehrere Seiten großer Online-Pokeranbieter – Pokerstars, Full Tilt Poker und Absolute Poker – vom Netz genommen und sie mit hohen Strafen belegt, eben weil sie unter den Begriff des "Gamblings" fallen, also aus Sicht der Behörde gegen Entgelt Spiele anbieten, deren Ausgang vorrangig vom Faktor Glück abhängt.

    Inzwischen dreht sich der Wind in den USA aber: Politiker beider Lager argumentieren, dass der Erfolg von Poker eben nicht vom Faktor Glück abhänge – sondern vorrangig vom Können der Spieler. Vor diesem Hintergrund muss man eine Studie sehen, die einer der einflussreichsten Ökonomen unserer Zeit, der Chicagoer Professor Steven Levitt, gemeinsam mit dem Juristen Thomas Miles vor zwei Wochen vorgelegt hat.

    Unter dem Titel The Role of Skill versus Luck in Poker: Evidence from the World Series of Poker werten die beiden statistisches Material aus der wichtigsten Pokerturnierserie der Welt aus, das erstmals in einer Detailfülle erfasst worden ist, die eine wissenschaftliche Auseinandersetzung ermöglicht.

    Ausgangspunkt der Studie, die unter anderem in der Datenbank des National Bureau of Economic Research (www.nber.org) zugänglich ist, ist die Tatsache, dass "Gerichtsentscheidungen zu der Frage, ob bei Poker Können mehr Einfluss auf das Resultat hat als der Faktor Glück, allgemein bar statistischer Fakten erfolgt sind und darüber hinaus alle Varianten von Poker gleich behandelt haben", schreiben die Autoren. So zitieren sie ein Urteil zu der Frage aus dem Jahr 1906, auf das sich die US-Justizbehörden in der Folge immer wieder berufen haben: "Es ist, und da kann es weder Zweifel noch Diskussion gegeben, ganz einfach eine Sache des gemeinen Hausverstandes, dass Kartenpoker ein Glücksspiel ist."

    Die Spielvarianten, von denen die Rede ist, spielen insofern eine Rolle, als die Zahl der zufällig ausgeteilten Karten, mit denen die Spieler eine der punktenden Kombinationen bilden können – von der High Card bis zum "Royal Flush" –, von Variante zu Variante unterschiedlich ist. Während beim "klassischen" Poker jeder Spieler fünf zufällige Karten bekommt und davon bis zu drei tauschen kann, kommt Texas Hold'Em mit weit weniger Zufallselementen aus: Jeder Spieler bekommt nur zwei Karten ausgeteilt, die Kombinationen muss er mit ihnen oder fünf – schrittweise aufgedeckten – Gemeinschaftskarten bilden, auf die alle Spieler Zugriff haben. Zwischen dem Austeilen der Karten und dem "Showdown", bei dem der Sieger der Runde ermittelt wird, stehen insgesamt vier Durchgänge, in denen Spieler aussteigen oder Chips setzen können, sodass diese Form verglichen mit anderen Varianten viele Möglichkeiten zur Interaktion bietet.

    Levitt und Miles haben für ihre Studie nun zweierlei Datensätze aus der "World Series of Poker" 2010 in Las Vegas überprüft: einerseits, wie häufig dieselben Spieler in die Preisränge eines Turniers kommen – wenn am Ende immer dieselben Spieler in den vorderen Rängen zu finden seien, sei das ein Indikator dafür, dass Können eine entscheidende Rolle spiele, so die Autoren. Andererseits überprüften sie, wie viel Spieler netto (also nach Abzug ihrer Einsätze) am Ende eines Turniers gewonnen oder verloren hatten.

    Die Ergebnisse zeigen bei beiden Auswertungen eindeutig, dass Spieler, die "talentiert" sind (im Rahmen der Studie wurde dieser Begriff jenen wenigen verliehen, die schon im Vorjahr eines der Turniere der WSOP gewonnen hatten) wesentlich häufiger als "untalentierte" aussteigen: "Solche Spieler kommen um zwölf Prozent öfter in die Preisränge als Spieler mit geringem Können", heißt es in der Studie.

    Vorhersehbar wie Baseball

    Noch deutlicher zeigt sich der Unterschied im durchschnittlichen Saldo aus Einsätzen und Gewinnen: Während talentierte ("skilled") Spieler pro Turnier durchschnittlich einen Gewinn von 1200 Dollar verzeichnen konnten, stiegen die schlechteren Spieler mit einem jeweiligen Nettoverlust von 400 Dollar aus – bei einem Glücksspiel dürfte es keinen Unterschied geben, heißt es in der Studie.

    "Diese Vorhersehbarkeit, dass Spieler mit Können andere übertrumpfen können, zeugt für uns davon, dass Können beim Pokern eine substanzielle Rolle spielt", schließen Levitt und Miles aus den Fakten. "Um einen Vergleich zu ziehen: Wenn wir dieselbe Statistik auf die Major-Baseball-League-Ranglisten anwenden, kommen wir zu ähnlichen Ergebnissen": Dort gewinnen Teams, die schon in der jeweils vorherigen Saison in den vorderen Rängen zu finden waren, in 55,7 Prozent der Fälle gegen schlechter platzierte Mannschaften. Beim Poker gewinnen "talentierte" Spieler, also die Turniergewinner vom vergangenen Jahr, in 54,9 Prozent ein direktes Duell gegen schlechtere Spieler. "Daher kann man grob gesprochen die Vorhersagbarkeit von Pokerturnieren mit jener in Baseballspielen vergleichen", so die Autoren. "In Anbetracht dieser Daten muss man Poker wohl im selben Ausmaß als ein Spiel bezeichnen, das auf Können basiert, wie man das ohne Zweifel bei Baseball tut."

    Eine klare Ansage der Wissenschaftler – und ein Ergebnis, zu dem auch namhafte österreichische Juristen in Gutachten gekommen sind. Warum Poker hierzulande trotzdem als Glücksspiel gehandhabt wird, warum das einen Unternehmer "in seiner Existenz gefährdet" und wer dagegenarbeitet, lesen Sie in der kommenden Woche – ebenfalls an dieser Stelle.

    (diepresse.com)
  6. Folgendes Mitglied bedankt sich bei Harvey für obigen Beitrag:

    CeeN (19.06.2011)

  7. #16
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    Standard Recht, Glück und Können

    Zwischen Wissenschaftlern, Mathematikern und Juristen tobt weltweit die Diskussion, ob Poker ein Glücksspiel ist oder nicht. In Österreich will Kartenkasino-Chef Peter Zanoni die Frage mit einem neuen Gutachten jetzt vor den Verfassungsgerichtshof bringen.

    Vergangene Woche war an dieser Stelle zu lesen, dass weltweit die Diskussion tobt, ob denn Poker ein Glücksspiel sei – oder ob es dabei nicht auf das (Spiel-)Geschick der Teilnehmer einer Partie ankommt. Diese Frage – von der vor allem abhängt, ob die unzähligen Pokervarianten unter die Glücksspielmonopole diverser Staaten fallen oder nicht – entzweit weltweit nicht nur politische Fraktionen, auch in den Wissenschaften wird in allerlei Studien in beide Richtungen argumentiert.

    In Österreich ist eine sachliche Diskussion dieser Frage – vor allem geht es um die Existenz zahlreicher kleiner Kartenspielsalons, die hierzulande in den vergangenen Jahren entstanden sind – bisher weitgehend unterblieben. Bis vor einem Jahr konnten solche "Card Casinos" wie die "Concord"-Gruppe von Peter Zanoni weitgehend unbehelligt in einer rechtlichen Grauzone existieren, besonders dann, wenn sie Spiele mit einem Einsatz von bis zu 20 Euro anboten: Dann, so die bisherige Rechtsprechung, galt das Spielen als "Zeitvertreib" und fiel jedenfalls nicht unter das Glücksspielgesetz.

    Dann kamen 2008 und 2010 zwei Novellen des Glücksspielgesetzes – und plötzlich war alles anders: Bisher galt nur die Definition, ein Glücksspiel sei ein Spiel, bei dem Gewinn und Verlust allein oder großteils vom Zufall abhängen. Auch nach den Novellen des Glücksspielgesetzes, deren Fokus eigentlich darauf lag, den Wildwuchs des "Kleinen Glücksspiels" am Automaten bundesweit einheitlich zu regeln, heißt die Definition in Paragraf 1 ähnlich: "Ein Glücksspiel ist ein Spiel, bei dem die Entscheidung über das Spielergebnis ausschließlich oder vorwiegend vom Zufall abhängt." Allerdings hat die Regierung dem Gesetz einen zweiten Absatz beschert, in dem sie die Frage, ob Poker ein Glücksspiel sei, ohne vorhergehende Diskussion oder Argumentation ex lege zum Glücksspiel erklärt: "Glücksspiele im Sinne dieses Bundesgesetzes sind insbesondere die Spiele Roulette, Beobachtungsroulette, Poker, Black Jack, Two Aces, Bingo, Keno, Baccarat und Baccarat chemin de fer und deren Spielvarianten."

    Unterm Strich bedeutet das, dass der Bund die Möglichkeit, Pokersalons zu betreiben, in Zukunft unter das Glücksspielmonopol stellen will – die letzte Novelle des Gesetzes sieht vor, dass zusätzlich zu den Casino- und Lotterielizenzen demnächst auch eine eigene Pokerlizenz ausgeschrieben werden soll: Also dass ein Unternehmen den Bund dafür bezahlen soll, dass es gegen Entgelt Pokerspiele veranstalten darf. Außerdem gilt für Glücksspielanbieter ein verschärftes Steuerregime: Sie müssen Abgaben in der Höhe von 16 Prozent des Einsatzes erbringen – was für Anbieter der weitaus verbreitetsten Pokervariante, "Texas Hold'Em", tödlich ist. Dabei spielen die Spieler ihren Einsatz nur untereinander aus, er wird zur Gänze wieder aufgeteilt – der Anbieter bekommt nur eine Startgebühr vom Spieler, üblicherweise zehn Prozent vom Einsatz. Er müsste aber die Glücksspielabgabe in der Höhe von 16 Prozent des Einsatzes, nicht seines Umsatzes entrichten, verlöre also mit jedem Spiel Geld.

    Der Chef des österreichweit größten Pokersalonbetreibers, Concord, Peter Zanoni, sieht sich durch die neue Regelung in seiner Existenz bedroht: "Allein die Glücksspielabgabe würde mir schon das Genick brechen, weil ich ein Vielfaches meines Umsatzes abgeben müsste – die Regelung ist für Poker schlicht nicht geeignet", sagt er zur "Presse". Für Zanoni ist klar: Poker ist ein Geschicklichkeitsspiel, das hätten mehrere wissenschaftliche Gutachten bereits belegt – "und dadurch, dass in einem Gesetz steht, es ist ein Glücksspiel, wird es nicht wahr".

    Um seine neun österreichischen Pokercasinos zu retten, plant er, den Verfassungsgerichtshof anzurufen. "Noch habe ich keine Beschwerde gegen das Glücksspielgesetz eingereicht, weil ich noch keinen Bescheid bekommen habe, der meine Casinos als rechtswidrig bezeichnet" – und erst mit einem solchen könne er schließlich zum Höchstgericht ziehen, um eine verfassungsrechtliche Prüfung des Gesetzes zu erwirken. Bisher hätten ihm die Behörden hinsichtlich der Glücksspielabgabe Aufschub gewährt, bis die Rechtslage klar sei – wahrscheinlich würden die Strafbescheide wegen Betreiben eines illegalen Glücksspielbetriebes erst kommen, wenn das Finanzministerium die neue Pokerkonzession ausschreibt, glaubt Zanoni. Bis Ende kommenden Jahres hat der Staat dafür Zeit. Zeit, die Zanoni nützen will, um sich für den juristischen Kampf zu wappnen, der ihm dann ins Haus steht.

    Schützenhilfe hat er sich jetzt schon geholt: Und zwar bei einem von Österreichs prominentesten Verfassungsjuristen, dem ehemaligen Uni-Wien-Professor Günther Winkler. Der hat sich – nach anfänglichem Desinteresse für das Thema – so sehr für die juristischen Feinheiten der Pokerfrage erwärmt, dass er im Herbst sogar ein eigenes Buch zu dem Thema veröffentlichen wird.

    "Auf Biegen und Brechen"

    Dem "Spectrum" liegt exklusiv ein Auszug aus den Entwürfen zu dem Buch vor – und Winkler spart darin nicht mit Kritik am Gesetzgeber: "Ungeachtet ihrer Besonderheiten werden die Vorschriften des Glücksspielgesetzes im finanziell ertragreichen Umfang, gleichsam auf ,Biegen und Brechen‘, abgabenrechtlich auch auf die Pokerspiele erstreckt. Sichtlich nur um das Konzessionssystem des Glücksspielmonopols des Staates zu erweitern und die Einnahmen des Staates zu vermehren", schreibt der Jurist in seiner Einleitung zu dem Thema. Denn Poker sei schon deswegen, weil die Spieler nicht gegen die Bank, sondern gegeneinander spielen, kein Glücksspiel, wie es die österreichische Rechtstradition bisher verstanden habe – und stünde deswegen "wie ein Fremdkörper im Gesetzestext".

    In der Folge bemüht sich Winkler nachzuweisen, dass der Gesetzgeber bei den beiden Novellen nicht nur von falschen Vorentscheidungen – wie von Erkenntnissen des Verwaltungsgerichtshofes zu Pokerspielen, die sich aber nur auf Einzelfälle bezogen haben – ausgegangen sei, sondern darüber hinaus gleich mehrfach gegen die Verfassung verstoße: etwa durch die plötzliche Ausdehnung des Monopols auf Pokersalonbetreiber, die die unternehmerische Freiheit in Österreich einschränke, oder durch die abgabenrechtlichen Neuerungen, die dem Sachlichkeitsgebot der Verfassung widersprechen würden. Gründe genug jedenfalls, um Zanoni noch einmal Hoffnung schöpfen zu lassen, dass er die Verfassungsrichter von seiner Meinung überzeugen kann – nämlich, dass Poker ein freies Spiel sei.

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  8. #17
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    Standard Die hohe Kunst des Pokerns

    Düsseldorf - Dass Pokern ein Glücksspiel ist, gehört in die Kategorie der populärsten Irrtümer. Das Spiel verlangt eine Mischung aus Geduld und Geschicklichkeit, Mathematik und Psychologie. Mit dem WM-Sieg des Deutschen Pius Heinz (22) könnte das Kartenspiel hierzulande noch beliebter werden.

    Das hollywood-taugliche Märchen des 22-jährigen Deutschen Pius Heinz, der auszog, um in Las Vegas Poker-Weltmeister zu werden, fasziniert nicht nur die Poker-Nation USA. Denn den typisch amerikanischen Traum, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen, hat der Junge mit dem biblischen Namen (der zu Wortspielen wie Poker-Papst Pius reizt) weltweit wahr werden lassen. Mit 10 000 Dollar Startgeld wird der Student der Wirtschaftspsychologie mit Wohnsitz in Wien zum Multimillionär, holt sich im Feld von 6865 Mitspielern die Siegprämie von 8,7 Millionen Dollar (6,3 Millionen Euro). Und sorgt, wie Experten prophezeien und die Spielbank Wiesbaden gestern im Internet meldete, für einen Ansturm auf die Pokertische.

    Wer die weltweit grassierende Pokermania verstehen will, muss einen Blick in die Geschichte werfen. Der Ursprung des neben Schach brutalsten Spiels der Welt, bei dem jeder Fehler final bestraft wird, ist ungewiss. Historiker sehen die Geburtsstunde in China, in Persien oder in Ägypten. Die Neuzeit lehrt, dass das Spiel mit den 52 Karten in Amerika den Wilden Westen von New Orleans aus eroberte, also eher französische Wurzeln haben muss. Die Westernfilme aus der Traumfabrik Hollywood bildeten später das Image des Spiels: Cowboys sitzen mit Karten in den Händen im verqualmten Saloon bei Dämmerlicht an runden Tischen und beenden schon mal Spiele mit dem Tod durch eine Revolverkugel.

    Dieses Ur-Pokern ist längst weltweit verboten. Denn, wie im Filmklassiker "Cincinnati Kid und der Pokerkönig" mit Steve McQueen zu bewundern, verführt die Variante mit fünf Karten auf der Hand und einmaligem Kauf neuer Karten dazu, Haus und Hof innerhalb von Sekunden zu verspielen.

    Das brachte Berufszocker auf die Idee, Varianten zu etablieren, bei denen mit festen Einsätzen gespielt wird – so musste als Beispiel Pius Heinz bei dem Weltturnier "nur" die 10 000 Dollar Einsatz riskieren, aber nicht mehr. Die berühmteste Spielart ist längst Texas Hold'em mit zwei Karten verdeckt in der Hand als Grundstock und fünf auf dem Tisch, die gemeinsam zu einem Blatt kombiniert werden, wobei sich an der Rangfolge der Hände vom Straight Flush an abwärts in keiner Spielart etwas geändert hat. Als Ende der 90er Jahre der erste Tisch ins Internet gestellt wurde, schlug die Geburtsstunde eines heute milliardenschweren Wirtschaftszweigs.

    2001 wurde die weltweit größte Plattform "Pokerstars" gegründet, für die Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker in Europa als Werbelokomotive arbeitet. Die Zeitenwende in der Pokerwelt markiert ein Tag im Mai 2003: Ein dicklicher Buchhalter mit Kinnbart aus Tennessee qualifizierte sich bei Pokerstars mit 39 Dollar Einsatz für die Weltmeisterschaft und gewann 2,5 Millionen Dollar. Sein Name wurde zum Programm: Chris Moneymaker. Kein Künstlername, der "Geldmacher" stammt von deutschen Goldschmieden ab. Damit waren alle Dämme gebrochen: Hunderttausende versuchten, seinem Vorbild nachzueifern, der Markt im Internet explodierte. Fernsehanstalten in den USA übertragen Turniere live, bieten Pokershows wie hierzulande nur Trendsetter Stefan Raab mit seiner TV-Total-Pokernacht. Und es ist zu erwarten, dass Pius Heinz einen neuen "Boom" in Deutschland auslöst.

    Dabei gilt es zu bedenken, dass die Pokerwelt aus zwei Teilen besteht, der großen Gruppe der verlierenden "Fische" und der viel kleineren der gewinnenden "Haie". Denn der Glaube, dass Pokern ein reines Glücksspiel sei, gehört in die Kategorie der populärsten Irrtümer aller Zeiten. Das bei Turnieren manchmal über Tage laufende Spiel mit den 2 598 960 möglichen Blatt-Kombinationen ist in Wahrheit eine Mischung aus Geduld und Geschicklichkeit, Menschenkenntnis und Mathematik, Psychologie und Physis, Nervenstärke und Nonchalance. Und nach Expertenrechnung bestenfalls 30 Prozent Glück.

    Der Beweis heißt Phil Ivey, ist farbig und 45 Jahre alt: Der wohl weltbeste Spieler hat schon acht "Bracelets" (mit Diamanten besetzte Goldarmbänder als Symbol des Sieges) geholt. Mehr noch: Er saß zig Mal bei großen Turnieren am "Final table", war noch viel öfter im Geld, was in der Regel an zehn Prozent der Turnierteilnehmer ausgeschüttet wird, und soll ein Vermögen von 300 Millionen Dollar haben. Das funktioniert nicht nur mit Glück.

    Aber selbst auf ihn trifft das berühmteste Zitat der Poker-Geschichte zu. Es stammt vom stets mit Stetson auf dem Kopf zockenden, beinahe 80 Jahre alten Urgestein Doyle Brunson: "Du brauchst fünf Minuten, um Poker zu lernen, aber ein ganzes Leben, um es zu beherrschen!"

    (nachrichten.rp-online.de)
  9. #18
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    Standard Poker ist ein Glücksspiel, sagt das Gesetz - zu Unrecht

    Die erste große empirische Studie zeigt: Poker ist nicht mit Lotto oder Roulette gleichzusetzen, sondern eher mit Skat oder Doppelkopf

    Kann das Können sein? Man bekommt ein paar Karten hingelegt, und die einzige Chance zu gewinnen, so scheint es jedenfalls, besteht darin, die Mitspieler in die Irre zu führen. Und darin zu erkennen, ob die anderen bluffen.

    Skat, Doppelkopf, da kommt es sehr offensichtlich auf Fertigkeiten an: Da setzt sich im Zweifel der beste Spieler durch, nicht in jedem einzigen Spiel, nicht in jeder einzigen Runde, nicht an jedem Abend. Aber auf Dauer. Doch beim Pokern? Ist Poker nicht ein Glücksspiel, wie Lotto oder Roulette? Die Antwort auf diese Frage ist keineswegs banal oder irrelevant. Denn wenn Gesetzgeber, wie in Deutschland oder den USA, das Angebot von Pokerspielen um Geld im Internet verbieten, dann tun sie das mit der Begründung, dass Gewinn und Verlust vom Zufall abhängen. Wenn aber nachgewiesen werden kann, dass beim Pokern der Glücksfaktor nachrangig ist: dann entfiele die Rechtfertigung für die einschlägigen Gesetze.

    Einige Wissenschaftler haben sich in der Vergangenheit bereits mit der Frage beschäftigt. Sie führten Computersimulationen durch oder Experimente mit einer begrenzten Zahl von Teilnehmern. Für eine umfassende empirische Untersuchung dagegen fehlte schlicht das nötige Datenmaterial. Bis jetzt.

    Zwei Wissenschaftler von der University of Chicago haben Zugang zu den Statistiken der letztjährigen Weltmeisterschaft bekommen. Steven Levitt, der Ökonomie lehrt und international als Bestsellerautor ("Freakonomics") bekannt wurde, hat gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Miles die "2010 World Pokers Series" ausgewertet, die aus mehr als 50 Einzelwettbewerben bestand.

    Levitt und Miles haben unter den 32 496 beteiligten Spielern jene identifiziert, die sich bereits in der Vergangenheit hervortaten: die bei der vorangegangenen Weltmeisterschaft erfolgreich waren oder die in den einschlägigen Bestenlisten von Fachmagazinen und -websites auftauchen. 720 Spieler erfüllten diese Kriterien. Wenn nun Poker ein Glücksspiel ist, dann dürften diese 720 im Durchschnitt auch bei der Series 2010 nicht signifikant besser abgeschnitten haben als die übrigen 31 776 Spieler.

    Die Ergebnisse, zu denen Steven Levitt und Thomas Miles kommen, sind eindeutig: Die 720 a priori als gut kategorisierten Spieler verdienten netto je Wettbewerb im Durchschnitt gut 1200 Dollar - während der große Rest pro Kopf mehr als 400 Dollar verlor. Die 720 kamen, gemessen an den eingezahlten Antrittsgebühren, durchschnittlich auf eine Rendite von 30,5 Prozent. Der große Rest zahlte, mit einer Rendite von minus 15,6 Prozent, drauf.

    Mehr noch: Würde man zwei zufällig ausgewählte Spieler aus beiden Gruppen gegeneinander antreten lassen, so läge die statistische Wahrscheinlichkeit, dass der bereits zuvor erfolgreich gewesene Spieler als Sieger vom Tisch geht, bei 54,9 Prozent.

    Das hört sich nach nicht viel an. Und doch ist der Zusammenhang statistisch eindeutig. Im Übrigen weisen Levitt und Miles darauf hin, dass sich bei Managern von Investmentfonds kein derart starker Zusammenhang zwischen Erfolgen in der Vergangenheit und aktueller Performance feststellen lässt.

    Mit anderen Worten: Wenn man schon Poker, trotz der neuen empirischen Evidenz, rechtlich weiter als Glücksspiel einstufen will, dann müsste man das eigentlich erst recht auch bei aktiv gemanagten Fonds tun.

    (welt.de)
  10. #19
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    Standard Poker erfordert Zurückhaltung und Mut

    Zum Pokern braucht man Glück und Selbstbeherrschung. Wer einen kühlen Kopf bewahrt, steigt rechtzeitig aus. Unserem Autor gelingt das nicht immer.

    Noch ein Blick in die Karten. Was? Wirklich? Verdammt. Ich habe ja gar nichts getroffen. Warum zum Teufel habe ich nicht gepasst?

    Es folgt der Showdown und ich habe nichts, mein Kontrahent dagegen zwei Paare, Buben und Zehnen. Er nimmt sich zufrieden die bunten Jetons von der Tischmitte. Ich blicke stumm auf mein von Rauchschwaden umgebenes, halbleeres Whiskeyglas. Davon sollte ich echt weniger trinken. Egal, runter damit.

    Um Geld zu pokern, ist illegal

    Poker spielen ist toll. Fünf erwachsene Menschen sitzen um einen Tisch, jeder hält zwei Karten in der Hand. Dann werden nach und nach fünf Karten vom Stapel aufgedeckt, mit denen sich die Spieler ihr Blatt zusammenstellen. Vor dem Aufdecken einer neuen Karte wird gesetzt. Wer nicht mitsetzt, muss passen und ist raus. Die Chips, die er bis dahin in die Mitte gelegt hat, sind verloren.

    Ich spiele mit guten Freunden, und der Einsatz sind nicht nur die bunten Chips. Um Geld zu Pokern ist Glücksspiel und damit illegal. Nur Spielbanken dürfen in Deutschland Pokern um Geld anbieten. Aber ohne Einsatz macht das Spiel keinen Sinn, da ist die Spannung raus.

    Mein Kumpel, der mit den zwei Paaren, hat einen Buben und eine Zehn auf der Hand. In der Tischmitte liegen erst eine Zehn, eine Drei und eine Zwei. Er setzt den Mindestbetrag, ich gehe mit.

    Callen nennen die Pokerspieler das. Ich habe Dame und König, suited. Das heißt, beide Karten haben dieselbe Farbe, Herz in diesem Fall. Eigentlich ganz gute Karten.

    Ich habe zwar nichts getroffen, aber ich könnte noch fünf Karten in einer Farbe, einen Flush, oder eine Straße oder eben ein Paar bekommen. Könnte. Es kommt anders. Der Geber deckt noch einen Buben und eine Acht auf, ich verliere, mein Gegenüber gewinnt.

    Die anderen Mitspieler sind bereits vor den ersten Karten, dem sogenannten Flop, ausgeschieden. So ist das beim Poker. Nur einer kann gewinnen. Doch es gibt ein neues Spiel. Die Karten werden gemischt und ausgeteilt. Jetzt kann ich mir alles zurückholen. Der erste Schritt zur Sucht, denke ich.

    Es wird wenig gesprochen

    Poker erfordert Zurückhaltung und Mut gleichermaßen, am besten entscheidet darüber ein kühler, nüchterner Kopf. Den ich nicht habe – neben mir steht ein Whiskeyglas, so hat das Spiel mehr Stil, finde ich.

    Man braucht Glück, aber nicht nur das. Die Kunst des Weglegens von vermeintlich aussichtsreichen Karten entscheidet oft über Sieg und Niederlage. Wer im richtigen Moment aussteigt und dann mit noch besseren Karten zurückschlägt, kann am Ende der große Gewinner sein. Es gibt Bücher über Poker und die richtige Art zu spielen, und es soll Profis geben, die davon leben können.

    Ich halte mich dann doch lieber an mein Glas. Das verbessert zwar nicht mein Spiel, steigert aber den Spaß, und die Atmosphäre ist gesichert. Poker ist ein Spiel, bei dem wenig gesprochen wird.

    Fünf Männer, denn meistens verabreden Frauen sich nicht privat zum Pokern, blicken sich prüfend an oder versuchen, mit voller Konzentration und trotzdem vergeblich, das Symbol der nächsten Karte herbeizuwünschen.

    Einer gibt, die beiden Nächstsitzenden setzen die sogenannten Blinds, den Mindesteinsatz. Dann geht es reihum weiter. Immer mit der Hoffnung auf das nächste gute Blatt, auf die nächste glückliche Hand.

    (fr-online.de)

Namensschilder

gibt es leute die vom gluecksspiel leben koennen