Bereits Mitglied? Registrieren

Passwort vergessen?

Mitgliedsname vergessen?

  Log Out

Möchtest Du wirklich schon beenden?


Thema im Roulette Forum:
Ein italienischer Graf und die spanische Roulette-Königin

+ Antworten
Schrift vergrößern Schrift verkleinern


Beiträge 1 bis 5 von 5
  1. #1
       Album 
    Registriert seit
    10.05.2009
    Ort
    Toronto ON, Canada
    Beiträge
    7.039
    Themen
    681

    Standard Ein italienischer Graf und die spanische Roulette-Königin

    „Als sie 18 Jahre alt war, glaubte Esteva Sanches*, durch eine unglückliche Liebe sterben zu müssen. Doch der stattliche, 50jährige Ramiro, nahm sich ihrer an und reiste mit ihr fortan zu den schönsten Casinos dieser Welt. An Ramiro's Sterbebett gelobte ihm Esteva ein letztes Mal ihre ewige Treue und erbte hierfür – Ramiro's Roulette-System.“

    Was wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht klingt, ist ein Abzug aus einer neuen Werbung eines Roulette System-Verkäufers. Und weil dieses Roulette-System kein billiger Groschenroman, sondern ein lukratives Dauergewinn-System sein will, welches seinen Preis hat, gibt es zu dieser rührseligen Geschichte natürlich eine Fortsetzung.

    „Der alternde italienische Graf Alessio* ist hingerissen von der Senora Esteva und nicht weniger entzückt von ihren täglichen Gewinnen in dem schönen Spielbank-Hotel Tamarindos auf Teneriffa. Doch anstatt selbst der schönen Esteva das gespielte System zu entlocken, telegraphiert der Graf an den Wohnort eines Roulette-Systemhändlers und läßt ihn kurzerhand einfliegen.

    Dieser kauft der Senora Esteva im Handumdrehen die Nutzungsrechte für ihr Roulette-System ab und sie will – wie nobel – für das Entgelt Not auf dieser Welt ändern und an Kinderheime spenden. Weil die Männer ihr nach einer gewissen Zeit immer langweilig werden, das Roulette jedoch immer spannend bleibt, will die schöne Roulette-Königin weiter ihren Lebensunterhalt mit dem Spiel nach ihrem System bestreiten – arme Isabel.“

    Diese Schnulze von vom der keuschen Roulette-Königin und dem italienischen Grafen verschickt der kluge Roulette-Systemhändler von nun an in einer Massenauflage an interessierte Roulettespieler. Diese sollen auf ein süßes Leben mit dem System der spanischen Roulette-Königin eingestimmt werden . Für einen stolzen Preis garantiert der Systemhändler dem Käufer der „Gewinnanleitung“, dass mit diesem Spiel im Durchschnitt 15 Stücke Gewinn pro Spiel herausspringen würden. Und weil die Rendite bei sagenhaften angeblichen 30% liegt, gibt der Systemhändler eine „roulettewissenschftliche Beurteilung“ gleich selbst mit: „Weltklasse“.

    Die Offerte weist die Prüfergebnisse einer Jahrespermanenz einer renommierten Spielbank aus. Samstage und Sonntage blieben in der Statistik unberücksichtigt. Die übrigen Tagesergebnisse kann man jedoch nur glauben, überprüfen kann man sie nicht. Selbst bei einem Besitz der entsprechenden Permanenzen bleibt es ein Rätsel, wie der Systemhändler auf die abgedruckten Ergebnisse kommt, weil sie von verschiedenen Tischen der Spielbank resultieren, aber wohlweislich nicht angegeben ist, an welchen Tagen welcher Tisch bespielt worden ist.

    Wenig später bot der Systemhändler noch großzügig weitere Permanenzen derselben Spielbank zur weiteren Überprüfung des Roulette-Systems an, jedoch nur von zwei der angeblich von ihm bespielten Tische. Ein wenig später werden alle Permanenz-Bestellungen abgeblockt, einmal mit dem Hinweis auf Lieferschwierigkeiten, ein ander mal mit einer neuerlichen Geldforderung.

    Die Statistik des Systemhändlers ist aber auch ohne eine Permanenzkontrolle höchst aufschlussreich, zeigt sie doch, was von den Versprechungen des Systemhändlers letztlich zu halten ist:
    Für den versprochenen Gewinn von tagtäglich 15 Stücken wird zwar auf der einen Seite eine Erstattungs-Garantie für den Kaufpreis geboten. Auf der anderen Seite wird dieser garantierte Gewinn noch nicht einmal in der eigenen Werbestatistik des Systemhändlers erreicht. Addiert man denn alle abgedruckten Tages-Ergebnisse und dividiert sie durch die Anzahl der Spieltage, so ergibt sich im Tages-Durchschnitt nur ein Gewinn von 13 Stücken. Der Vorteil für den Käufer:
    Er könnte sein bezahltes Geld im Prinzip schon zurückverlangen, noch bevor die gelieferte Systemschrift überhaupt ausgepackt ist – unter Hinweis auf die Garantie-Erklärung des System-Verkäufers und seiner eigenen Statistik.

    Der Widerspruch zwischen der Gewinngarantie und der Statistik ist nicht die einzige Ungereimtheit in dem mehrseitigen Werbedruck für das System der spanischen Roulette-Königin. Niemals würden mehr als zwei Chancen gleichzeitig gesetzt, so wird es jedenfalls für das im Gleichsatz spielbare Roulette-System zugesichert. Aber noch auf derselben Seite der Schrift erklärt der Systemhändler, dass er in 1.822 gesetzten Würfen insgesamt 9.566 Einheiten gesetzt hätte. Es wären also demnach nicht nur zwei, sondern fünf Chancen durchschnittlich zu setzen. Diese nicht gerade unerhebliche Diskrepanz zwischen der Regel und der Statistik bleibt dem Leser der Systemschrift zunächst einmal unerklärlich.

    Erst aus der Systemschrift erfährt der Käufer, dass nach einem gegebenen Satzsignal tatsächlich nur höchstens zwei Chancen gleichzeitig zu spielen sind. Der Systemhändler weicht allerdings gelegentlich von der Gleichsatz-Vorschrift ab und verdoppelt nahc einem Gewinn das Einsatzstück. Dies erklärt jedoch noch nicht, wie die Statistik in 1.822 tatsächlich gesetzten Würfen auf 9.566 gesetzte Stücke kommt. Es verbleibt eine schlimme Schlussfolgerung:
    Die Statistik des Systemhändlers könnte falsch sein.

    Der Käufer der Systemschrift gewinnt nach eigenen Auswertungen anstatt der versprochenen Gewinnstücke nur die späte Erkenntnis, , auf weitgehend falsche Versprechungen hereingefallen zu sein. Es ist dabei noch das kleinere Übel, dass die Systemschrift zur Prüfung und Einübung des Systems die in der Werbeschrift zugesagte Monats-Permanenz von Tisch XY erst gar nicht enthält, sondern nur 15 Tage eines anderen Tisches.

    Es sind vor allem gutgläubige Einsteiger in die Materie des Roulette-Spiels die Geleimten, denn im Werbedruck wurden „unmissverständliche, klare Grundregeln“ versprochen. Der Käufer wird jedoch beim Durcharbeiten der Systemschrift eines besseren belehrt:
    „Spielregeln können nur als Grundlage eines Spiels, keinesfalls jedoch sklavisch aufgestellt werden.“. Der Spiele solle und müsse „individuell entscheiden, welche der Varianten er für die richtige hält“, so heißt es weiter.

    So variabel dann die Regeln auslegungsfähig sind, ebenso variable fallen dann die Gewinne und Verluste am Roulettetisch aus.

    Zu spät wird der Käufer der Systemschrift erkennen, dass der im Werbedruck beigelegten statistischen Jahresgewinn angesichts der willkürlichen Regelauslegungen beliebig manipuliert sein konnte. Vielleicht ist die Statistik sogar völlig aus der Luft gegriffen – eine plausible Erklärung für die eklatant widersprüchlichen Systemdaten.

    Indes kann den Käufer des Roulette-Systems der spanischen Schönheit nichts mehr überraschen, wenn er sich im Nachhinein über den Systemverkäufer weiter informiert. Tauchte doch erst kürzlich eine ähnliche Täuschung auf:
    Der Systemhändler hatte als „Gewinnbeweis“ für eine andere seiner Roulette-Methoden die Statistik zur Methode eines anderen Anbieters schlicht nachgedruckt. Diejenigen Systeminteressierten, welche beide Offerten nun den Händen hielten, waren denn auch etwas irritiert, dass sich zwei Spielansätze nicht einmal im Ansatz ähnlich waren, in den Tages-Ergebnissen jedoch übereinstimmten wie geklonte Tomaten.

    Später beurteilt der Systemhändler seine früheren Roulette-Systeme, einschließlich des zuvor als Nonplusultra gepriesenen Systems, als vernichtend:
    „Ich halte mich für verrückt, jemals nach einer anderen Methode gespielt zu haben“, bekennt er denn auch in der Einleitung zu dem Roulette-System „Esteva“.

    Nur, der Roulette-Systemverkäufer hat schon nach zahllosen Roulette-Systemen gespielt.

    *Namen geändert

    Everything will be ok in the end ...
    if it's not ok ... it's not the end!
  2. #2
    Danny ist gerade online
    Roulette-Ikone   Themeneröffner/in
       Album 
    Registriert seit
    10.05.2009
    Ort
    Toronto ON, Canada
    Beiträge
    7.039
    Themen
    681

    Standard AW: Ein italienischer Graf und die spanische Roulette-Königin

    Die Offerten eines Systemverkäufers schlagen bisweilen mit ihren Verlockungen den Bogen von schmalziger Story bis hin zur falschen Statistik. Es werden damit die Grenzen der üblichen kleinen Schönfärbereien einer Werbung schamlos überschritten.

    Aber trotz der falschen statistischen Daten kann man den Systemverkäufern nicht unbedingt eine betrügerische Absicht unterstellen. Denn Statistiken von manischen Zockern sind nun mal zum größten Teil von Regelabweichungen und -aufweichungen und Wunschdenken geprägt.

    Eine Spielanleitung erfüllt häufig weder die blumig ausgemalte Einzigartigkeit der Problemlösung des Roulette-Spiels noch die in Aussicht gestellten monatlichen Gewinne. Durch Ausnahmen und anderen, diversen weitgehend willkürlich anzuwendenden Vorschriften entsteht ein Regelchaos. Manche der Regelungen sind zudem gar gegensätzlich auszulegen.

    Ein Roulette-System kann immer eine Zeitlang Zufallsgewinne einbringen. Jedoch ist ein fünfjähriger Dauergewinn, wie ihn unsere spanische „Roulette-Königin“ erzielt haben soll, häufig nur in der Theorie anzutreffen. Zumal vielen Systemanbietern auch noch eine unzulängliche Fachkenntnis der Materie Roulette anzulasten ist.

    So darf nicht nur bei unserer „Roulette-Königin“ Esteva davon ausgegangen werden, dass sie das ist, was Realisten ohnehin vermuten:
    ein schönes Fabelwesen.

    Everything will be ok in the end ...
    if it's not ok ... it's not the end!
  3. #3
       Album 
    Registriert seit
    01.09.2009
    Ort
    Leipzig
    Beiträge
    216
    Themen
    6

    Standard AW: Ein italienischer Graf und die spanische Roulette-Königin

    Zitat Zitat von Danny Beitrag anzeigen

    in dem schönen Spielbank-Hotel Tamarindos auf Teneriffa.
    *Namen geändert
    Hallo Danny,

    die Namen hat Sicherlich Du geändert aber die Insel hat der autor verfälscht.
    Das Spielbankhotel "Tamarindos" befindet sich in
    Playa de San Agustin auf Gran Canaria.

    sachse
    Roulette kann kein Glücksspiel sein - sonst würden mehr Leute glücklich aus dem Casino kommen
  4. #4
    Danny ist gerade online
    Roulette-Ikone   Themeneröffner/in
       Album 
    Registriert seit
    10.05.2009
    Ort
    Toronto ON, Canada
    Beiträge
    7.039
    Themen
    681

    Standard AW: Ein italienischer Graf und die spanische Roulette-Königin

    Hey sachse

    Zitat Zitat von sachse Beitrag anzeigen

    Das Vorherige war mein letzter beitrag.
    Tschüss!

    sachse
    Und warum, wenn ich fragen darf?????????

    bis denne

    liebe Gruesse

    Danny

    Everything will be ok in the end ...
    if it's not ok ... it's not the end!
  5. #5
       Album 
    Registriert seit
    18.01.2010
    Ort
    Frankfurt am Main
    Beiträge
    528
    Themen
    28

    Standard AW: Ein italienischer Graf und die spanische Roulette-Königin

    N´Abend zusammen!

    Ich glaube einfach Systemverkäufer haben bei den Leuten Erfolg die A das nicht so aufdröseln können wie ihr und nicht das nötige Backgroundwissen haben und sich B beim "ersaufen" an einem Strohhalm festhalten wie es viele
    auch mit anderen Sachen im Leben machen


    Gruß CeeN
    Geändert von CeeN (20.02.2010 um 12:54 Uhr)

Namensschilder

Stichworte

roulette systemschriften

woran kann man eine systemschrift erkennen

spanisches roulette

italienischer graf

spanische roulette

spanischer roulettespieler

alte roulette systemschriften

roulettesystem graf