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Thema im Roulette Forum:
Singapur - Erstes Casino des Landes wird eröffnet

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  1. #1
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    Standard Singapur - Erstes Casino des Landes wird eröffnet

    Pünktlich zum chinesischen Neujahr eröffnet in Singapur erstmals ein Casino. Das Interesse der Bevölkerung ist groß - zumal bei der Bestimmung des Termins am Sonntag um 12.18 Uhr astrologische Berechnungen halfen.


    singapur_1.jpgsingapur_2.jpgsingapur_3.jpg
    Casinoeingang im Resorts World Sentosain Singapur:
    Am Sonntag wird das neue Glücksspielerparadies
    eröffnet. Offiziell...
    ...richtet sich das Angebot vor allem an Touristen und soll Casinos in Macau, Malaysia und Australien Konkurrenz machen. Doch auch das Interesse der einheimischen Bevölkerung ist groß. Resorts World Sentosa: Singapur entwickelt in schneller Abfolge aufsehenerregende Großbauprojekte, die Touristen anlocken sollen. Innerhalb von zwei Jahren entstanden...
    singapur_4.jpgsingapur_5.jpgsingapur_6.jpg
    ...eine Formel-1-Rennstrecke für Nachtrennen und......der Singapore Flyer, eines der größten Riesenräder der Welt.Eröffnung am Neujahrstag: Das erste Casino des Landes wird am Sonntag die ersten Gäste begrüßen, Mitte des Jahres soll ein weiteres folgen. Lange Zeit...
    singapur_7.jpgsingapur_8.jpgsingapur_9.jpg
    ...galt Glücksspiel als verpönt im sittenstrengen Stadtstaat Singapur.Vergnügungsinsel im Stadtstaat: Sentosa Island bietet schon jetzt viele Luxushotels, Parks und Strände.Unterirdischer Zugang: Durch einen Tunnel gelangen die Besucher zum Eingang.

    Auch der Vergnügungspark der Universal-Studios auf dem Gelände des Resorts wird am Sonntag erstmals für Besucher geöffnet. Die Fahrgeschäfte sind allerdings dann noch nicht in Betrieb, dafür gibt es Live-Musik und Bühnenshows. Die Tickets waren trotzdem begehrt, schon vier der insgesamt acht Eröffnungstage waren nach Angaben des Veranstalters kurz nach dem Verkaufsstart komplett ausverkauft. Mitte des Jahres soll in Singapur ein weiteres Casino in dem Neubaukomplex "Las Vegas Sands" entstehen.

    Projekte wie diese zeigen, wie stark der Stadtstadt bei seinen Neubauten auf besonders wohlhabende Touristen setzt. Zuvor hatten schon der Singapore Flyer, das größte Aussichtsrad der Welt, sowie die neue Formel-1-Rennstrecke für Aufsehen gesorgt.

    (sto/Reuters/tmn)
  2. #2
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    Standard Per Glücksspiel aus der Flaute?

    Kasinos in Singapur? Das war lange Zeit undenkbar, doch in Zeiten der Krise stinkt Geld auch in der sonst so sittenstrengen Stadt nicht. Um die Singapurer dennoch vor den Gefahren des Glücksspiels zu bewahren, müssen sie 50 Euro Eintritt zahlen. Für Touristen gilt diese spezielle Form der Fürsorge nicht.

    Mit einer feierlichen Zeremonie ist in Singapur das erste Spielkasino der Stadt eröffnet worden. Pünktlich zum chinesischen Neujahrsfest strömten die ersten Besucher in die Spielhalle und an die Roulette-Tische. Das Spielkasino ist Teil eines großen Freizeit-Resorts mit sechs Hotels und einem Vergnügungspark auf der vorgelagerten Insel Sentosa.


    Sittenwächter warnen vor Spielsucht

    Nachdem Glücksspiel in Singapur lange Zeit verpönt war, hatte die Regierung in den vergangenen Jahren gleich zwei Kasino-Unternehmen eine Lizenz erteilt. Die Behörden erhoffen sich dadurch mehr Touristen, Arbeitsplätze und Einnahmen aus dem Glücksspiel in Milliardenhöhe.

    Die ersten Besucher sind angetan. "Ich bin begeistert", sagt einer von ihnen, "das bringt mehr Leben in die Stadt." Und ein anderer meint: "Ich habe mich nur ein bisschen umgeschaut. Das Kasino ist nicht so groß wie das in Genting in Malaysia, aber es ist sehr luxuriös."


    Sittenwächter warnen jedoch vor Spielsucht und einer zunehmenden Zahl von Insolvenzen. Seit Wochen sind in Singapur Fernseh-Spots zu sehen, in denen Familientragödien als Folge des Glücksspiels gezeigt werden. Um die Singapurer von den Kasinos fernzuhalten, müssen die Staatsbürger des südostasiatischen Stadtstaates 100 Dollar Eintritt bezahlen, umgerechnet etwa 50 Euro. Ausländische Touristen dürfen umsonst an die Spieltische und Spielautomaten.

    Sozialhilfeempfänger und Vorbestrafte müssen draußen bleiben

    Die Singapurer reagieren darauf unterschiedlich: "Ich glaube, das ist ganz gut", sagt Suyn Chan, "dadurch werden die Singapurer nicht dazu verführt, ihr ganzes Geld zu verspielen." Dagegen ist Thomas Yap von der Regelung wenig begeistert: "Ich als Singapurer habe wirklich keine Lust darauf, hier 100 Dollar Eintritt zu bezahlen. Für das Geld kann ich nach Malaysia fahren und dort essen und übernachten - und habe immer noch Geld zum Spielen übrig."

    Etwa 34.000 Singapurer sind von vornherein vom Besuch der Kasinos ausgenommen, darunter Sozialhilfeempfänger und Vorbestrafte. Viele Spielsüchtige wurden von ihren Familienangehörigen auf die schwarze Liste der Kasinos gesetzt oder haben sich selbst eintragen lassen.


    "Wir haben unsere Berater für die neue Situation ausgebildet"

    Reverend Edward Jobs vom nationalen Rat für soziale Problemfälle leitet Beratungsseminare für Spielsüchtige und meint: "Wir sind vorbereitet. Wir haben unsere Berater für die neue Situation ausgebildet. Spielsucht ist eine Tragödie für die ganze Familie, für die Ehefrau, die Kinder und auch die Eltern der Betroffenen. Die werden in das Problem hineingezogen und müssen am Ende für die Spielsucht zahlen."

    Im April soll das zweite Spielkasino in der Marina Bay geöffnet werden. Es bietet Konferenz- und Tagungsräume und zielt vor allem auf Geschäftsreisende ab.

    (tagesschau.de)
  3. #3
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    Standard Tourist verspielt sein ganzes Geld - und wird verhaftet

    Vor wenigen Tagen wurde das Casino in Singapur eröffnet - und schon musste die für ihre Strenge berüchtigte Polizei mehrere Straftäter festnehmen. Ein Tourist wurde zum Handydieb, nachdem er all sein Geld verloren hatte. Und einem Teenager drohen fünf Jahre Haft wegen Ausweisbetrug.

    Ein 49-jähriger Tourist aus Indonesien wurde in Singapur verhaftet, nachdem er in dem erst kürzlich eröffneten Casino sein gesamtes Geld verspielt hatte. Der arbeitslose Paulus Djohar hatte danach am Flughafen einer Frau ihr Mobiltelefon gestohlen. Wie am Donnerstag ein Mitarbeiter des Gerichts mitteilte, wurde er zu vier Wochen Haft verurteilt.

    Singapur ist bekannt für seine harte Linie gegen Verbrecher. Bereits einen Tag nach der Eröffnung der Spielhölle im Resorts World Sentosa nahm die Polizei noch einen mongolischen Teenager fest, der mit dem Ausweis eines anderen in das Casino gelangen wollte. Erst Spieler ab 21 Jahren dürfen in Singapur am Glücksspiel teilnehmen. Dem 18-Jährigen droht jetzt eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren sowie eine Geldbuße.

    Fünf einheimische Glücksspieler hatten ebenfalls kein Glück. Die Polizei ertappte sie bei dem Versuch, das Casino zu betreten, ohne die vorgeschriebene Gebühr von 100 Singapur-Dollar (rund 50 Euro) zu bezahlen. Die Abgabe soll Menschen mit geringem Einkommen vom Glücksspiel abhalten. Die fünf Festgenommenen müssen nun mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Singapur-Dollar (rund 500 Euro) rechnen.

    Das Casino gehört dem malaysischen Großunternehmen Genting. Es wurde am chinesischen Neujahrstag am Sonntag pünktlich um 12.18 Uhr geöffnet. Astrologen hatten berechnet, dass dieser Zeitpunkt besonders viel Glück verspricht. Zumindest für den Betreiber trifft das zu: Allein an den ersten drei Tagen konnte das Casino mehr als 60.000 Besucher verzeichnen.

    (spiegel.de)
  4. #4
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    Standard Casino-Boom in Singapur - Zocken für die Zukunft

    Drei gigantische Hoteltürme und auf 200 Meter Höhe ein Palmenpark: Das Megacasino Marina Bay Sands feiert demnächst in Singapur Eröffnung. Jahrzehntelang war in dem Stadtstaat das Glückspiel verboten - doch zum Wohle der Wirtschaft drückt auch die Regierung ein Auge zu.

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    Marina Bay Sands im Bau: Am 27. April sollen das Casino und Teile der Hotels, Restaurants und Einkaufsmeilen eröffnen. Eigentümer ist der US-Casinokonzern Las Vegas Sands.
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    Modell des Resorts: Drei Hoteltürme mit einem SkyPark auf den Dächern entstehen an der Marina-Bucht, dazu ein Casino, zwei Theater und ein Museum in Lotusblütenform.
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    Blick von der Merlion-Statue (Juni 2009): "Marina Sands wird eines der am meisten fotografierten Gebäude der Welt sein."
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    SkyPark im Bau: In den Himmelspark auf 200 Meter Höhe wird ein Swimmingpool integriert und eine 1,2 Hektar große "tropische Oase".
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    Grand Opening: Die offizielle große Eröffnungsfeier findet am 23. Juni statt, dann öffnet auch der SkyPark seine Türen. Im Oktober kommt Disneys "König der Löwen" auf die Bühne eines von zwei Theatern.
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    Singapur bei Nacht (August 2009): Der Stadtstaat drückt bei der Eröffnung der Casinos beide Augen zu - bisher war Glücksspiel in dem Stadtstaat verboten.
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    Resorts World Sentosa (RWS): Die Konkurrenz, die malaysische Genting-Gruppe, hat ihr Casino auf der Insel Sentosa bereits im Februar eröffnet.
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    Eröffnung in Etappen: Am Donnerstag wird RWS den Universal-Studio-Themenpark in Betrieb nehmen und später im Jahr einen Marine Life Park eröffnen.
     

    "Nichts geht mehr." Der Croupier dreht das Rad. Die acht Spieler am Roulettetisch des ersten Casinos in Singapur starren gebannt auf die Kugel. Wird ihre Nummer dieses Mal gewinnen? Das Rad wird langsamer, die Roulettekugel fällt auf die Nummer zehn. Die alte chinesische Dame im Pyjama ist begeistert - der Croupier schiebt ihr mit unbewegter Miene einen Berg von Chips zu. Sie setzt erneut. "Nichts geht mehr." Dieses Mal verliert die Chinesin. Sie ist frustriert, aber offenkundig auch eine Veteranin der Spielhallen: Sie spielt weiter. Irgendwann wird das Glück ihr wieder hold sein.

    Am 14. Februar ertönten im Resort World Sentosa (RWS) auf Singapurs Spaßinsel Sentosa erstmals die magischen Worte: "Ihr Einsatz, bitte." Pünktlich zum Beginn des chinesischen Neujahrfests hatte Singapurs Regierung dem RWS der malaysischen Genting-Gruppe die Glücksspiellizenz erteilt. Und ab dem 27. April wird auch der amerikanische Casinokonzern Las Vegas Sands in seinem supermodernen, umgerechnet 2,75 Milliarden Euro teuren Marina Bay Sands die Kugeln rollen lassen.

    Beide Megacasinos eröffnen in Etappen. Mit einem Grand Opening will Marina Bay Sands am 23. Juni die Eröffnung seines Superhotels mit 2500 Zimmern, Einkaufsmalls und Nachtclubs feiern. Im Oktober hebt sich dann der Vorhang zum Musical "The Lion King" in einem der beiden hauseigenen Theater, und im Dezember öffnet das in Form einer geöffneten Lotusblüte erbaute Museum seine Pforten.

    Das in einem eigenwilligen Stilmischmasch designte RWS wartet ab Donnerstag, 18. März mit dem Universal Studio Theme Park auf und wird später in diesem Jahr den laut Eigenwerbung weltweit größten Marine Life Park eröffnen. Insgesamt lässt sich Genting seinen Einsatz in dem Singapurer Integrated Resort (IR), zu dem insgesamt sechs Hotels gehören, 4,4 Milliarden US-Dollar kosten. Die etablierte Casinokonkurrenz Macau, wo Las Vegas Sands in gleich zwei Megacasinos investiert hat, wird nicht gefürchtet. "Macau bedient den nordasiatischen Markt mit China, wir hier den südasiatischen bis hin zu Indien", sagt RWS-Sprecherin Sin Yee Lee.

    Drei Hoteltürme mit Skypark

    Obwohl Marina Bay Sands noch eine Baustelle ist, lässt sich schon jetzt sagen, dass es das hochklassigere Resort der beiden sein wird. Auf 570.000 Quadratmetern errichtet Las Vegas Sands sein IR, dessen weithin sichtbares zentrales Element die drei je 55 Stockwerke hohen Hoteltürme sind. In 200 Meter Höhe werden sie von dem 1,2 Hektar großen Sands SkyPark mit Restaurants, einem 150 Meter langen Swimmingpool, Blumen, Palmen und Rasen sowie einer Aussichtsplattform gekrönt. Man kann die wuchtige Anlage schön finden oder auch hässlich, aber Sheldon G. Adelson, Chef von Las Vegas Sands, hat Recht, wenn er prophezeit: "Marina Bay Sands...wird eines der am meisten fotografierten Gebäude der Welt sein."

    Das von der Las-Vegas-Konkurrenz sorgsam verfolgte Casinodebüt von RWS ist erfolgreich verlaufen. "Das Geschäft war gut", sagt Lee. Aber sie warnt auch vor einer verfrühten Bilanz: "Das war das chinesische Neujahr. Jetzt müssen wir abwarten, wie das Casino im Alltag läuft." Das läuft nicht schlecht, wie ein Besuch an einem frühen Mittwochabend kurz nach dem Neujahrsfest zeigte. Wie die Nummernschilder der in dem riesigen Parkhaus geparkten Autos verraten, sind vor allem Malaysier im Casino vertreten. Denn sie dürfen im heimischen Casino in Genting nicht spielen.

    Voll besetzt ist auch der Spielbereich, der ausschließlich Singapurern vorbehalten ist. "Viele Singapurer sind darüber verärgert, dass sie pro Besuch eine Abgabe von 100 Singapur-Dollar (etwa 50 Euro) bezahlen müssen", sagte die Einlasskontrolleurin. "Deshalb haben wir uns entschlossen, ihnen mit dem Sonderbereich etwas Besonderes zu bieten."

    Der Unmut über die Abgabe sitzt tief, zumal Ausländer lediglich ihren Pass am Casinoeingang vorzeigen müssen, um für lau in die in sanftes Licht getauchte Spielhalle mit ihren Roulette- und Baccaratischen, Pokerrunden und Spielautomaten zu kommen. Der Programmierer Joseph Lim sagt, er werde nie auch nur einen Fuß in die Casinos setzen. "Ich fahre lieber weiterhin nach Genting in Malaysia. Das kostet mich zwar etwas mehr als hundert Dollar, aber dafür bekomme ich da ein ganzes Wochenende im Hotel."

    Das K-Wort ist tabu

    Die Zustimmung der Regierung Singapurs für den Betrieb der Casinos ist bei vielen Bürgern des Stadtstaats auf Ablehnung gestoßen. Mehr als 50.000 unterzeichneten eine Anti-Casino-Petition evangelikaler Kirchen. Mit der 100-Dollar-Abgabe will die Regierung die Gemüter beruhigen. Einerseits soll die stolze Summe vor allem Ärmere davon abhalten, ihr bescheidenes Hab und Gut zu verspielen. Andererseits sollen die Einnahmen wohltätigen Zwecken zugeführt werden. Um die Bürger zusätzlich einzulullen, vermeidet das offizielle Singapur das C-Wort. Die Casinos heißen "Integrierte Resorts" (IR), was nicht so falsch ist, sind doch die Casinos in große Komplexe mit Hotels, Theatern, Konferenzzentren, Bars, Cafés, Vergnügungsstätten und Feinschmeckerrestaurants eingebunden.

    Aber die gemeinhin zu hörende Behauptung, die Singapurer seien eine stramm glücksspielfeindliche Gesellschaft geht an der Realität vorbei. Die Mehrheit der Stadtstaat-Bewohner sind Chinesen - und Chinesen lieben das Glücksspiel. Trotzdem hat Singapurs Gründungsvater Lee Kuan Yew das Spiel um Geld verboten. Denn als Sohn eines notorischen Zockers hatte Lee die negativen Auswirkungen der Spielsucht auf seine Familie selbst erfahren. Aber Geld stinkt nicht, und so lässt die Regierung, der Lee als Minister Mentor noch immer angehört, zum höheren Wohl von Wirtschaft und Tourismus fünfe gerade sein.

    Die beiden IRs sollen zusammen bis zu einem Prozent zum Bruttosozialprodukt des Staates beitragen. Alleine das RWS peilte 12 bis 13 Millionen Gäste pro Jahr in seinem integrierten Spielplatz an - das war allerdings noch vor der weltweiten Rezession, die auch Singapur hart getroffen hat. Krise ist jedoch ein weiteres Wort, das in Singapur niemand in den Mund nimmt. Vielmehr wird seit Anfang dieses Jahres vehement die Botschaft verkündet, dass es mit den stark eingebrochenen Besucherzahlen langsam wieder aufwärts gehe.

    "Wer arbeitet, darf auch feiern"

    Tourismusexperten warnen jedoch, der Singapur-Tourismus sei auf dem Weg in eine hausgemachte Krise. Die Beliebtheit der Löwenstadt als Reisedestination habe ihren Höhepunkt erreicht, sagen sie und verweisen darauf, dass 2009 in den meisten Nachbarländern die Besucherzahlen gestiegen seien - im Gegensatz zu Singapur.

    Aaron Hung, Dozent für Tourismus an der Singapore Management University, sieht eine Ursache dafür in Singapurs Positionierung als teures High-End-Reiseziel, das nicht genug für die touristische Mittelklasse biete. Hung warnt zwar davor, jetzt überstürzt am Preisniveau Änderungen vorzunehmen. "Das wird als Zeichen von Schwäche gesehen." Aber die Hotel- und Tourismusbranche der Stadt müsste den Servicestandard verbessern. "Die Touristen müssen merken, dass sie für ihr Geld auch einen Gegenwert bekommen."

    Robert Khoo, Direktor des Nationalen Verbands der Reisebüros meint, die Stadt solle bei ihrer Tourismuswerbung viel deutlicher auf ihre ureigensten Stärken setzen, statt nur auf Shopping, Events und jetzt auch die IRs. "Singapur muss seinen eigenen natürlichen Charme - unsere Einzigartigkeit, unsere ethnische Vielfalt oder auch unser kosmopolitisches Wesen - in den Mittelpunkt stellen, um Touristen und Expats anzuziehen."

    Aber das wird vorläufig nicht passieren. Das Singapore Tourism Board hat gerade seine sechs Jahre alte Kampagne "Uniquely Singapore" ersetzt durch eine neue unter dem Slogan "YourSingapore". Khoo ist nicht begeistert. "Der alte Slogan hat uns ganz beschrieben, während der neue gar nichts aussagt."

    Die Gegend um die Marina Bucht in bester Downtown-Lage ist Singapurs neuer Spielplatz. Gegenüber Marina Bay Sands ragt der Singapore Flyer empor, das derzeit höchste Riesenrad der Welt; zu dessen Füßen befindet sich Start und Ziel des einzigen Nachtrennens der Formel 1. Boat Quay und Clark Quay sind die Heimat angesagter Pubs, Bars, Restaurants und Tanzclubs. Gleich daneben befinden sich der Finanzdistrikt und der Containerhafen, die beiden Quellen des Wohlstands der Löwenstadt.

    Das einstmals als stinklangweilig verschriene Singapur lebt heute nach dem Motto "Work hard and party hard".

    (spiegel.de)
  5. #5
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    Standard Gewinner ist immer die Bank

    Die Asiaten lieben das Glücksspiel. Davon wollen immer mehr Casinobetreiber und Staaten profitieren. Die Regierung in Singapur etwa hat lange mit sich gerungen, ob sie das organisierte Glücksspiel erlauben soll. Dann siegte die Gier.

    Rajib und Salim sitzen seit Stunden an den Spielautomaten. Zwischendurch ein Gang zum Roulettetisch, dann zurück an die Maschinen. Ausgestattet mit 500 und 800 Singapur-Dollar (rund 470 Euro), ist das Spielen heute der Job der beiden. Mehrmals in der Woche schickt ihr Arbeitgeber die beiden Bangladeschi in das schicke Casino Resort World Sentosa in Singapur. Auf seine Rechnung sollen sie dort gewinnen. 10 Prozent von jedem Überschuss dürfen sie behalten. Verlieren sie mehr als 500 Dollar, wird ihnen das Minus von ihrem Lohn von knapp 1000 Dollar abgezogen.

    Der Bericht der staatlichen Zeitung „The Straits Times“ über die ungewöhnlichen Gäste im neuen Casino Singapurs schlug im reichen Stadtstaat Wellen. Letztlich aber zeigt er nur, wie verführbar gerade Asiaten für das Glücksspiel sind. So legte der Casinoumsatz in der Region im vergangenen Jahr um 50 Prozent zu. In diesem Jahr dürften weitere knapp 40 Prozent Wachstum folgen. Schon 2013 soll Asien-Pazifik zur größten Glücksspielregion der Welt herangewachsen sein, schätzen die Analysten von Pricewaterhouse Coopers (PwC).

    Kostenloser Kaffee

    Die Chefs, die ihre Arbeitnehmer an die Spieltische oder einarmigen Banditen Singapurs schicken, haben meist selbst Eintrittsverbot in die Casinos. Hinzu kommt, dass Ausländer - und damit auch Gastarbeiter aus Südasien - kostenlos in die beiden neuen Spielcasinos des Inselstaates dürfen. Singapurer aber müssen 100 Singapur-Dollar Eintritt zahlen. Das soll sie davon abhalten, der Spielsucht zu verfallen. Für die Arbeiter ist der Gang ins kühle Casino eine willkommene Unterbrechung des schweißtreibenden Schuftens in der Tropensonne. Die Spielhöllen sind schick, voll klimatisiert und bieten kostenlosen Kaffee an.

    Lange hat der Stadtstaat mit sich gerungen, ob er das organisierte Glücksspiel erlauben sollte. Dann siegte die staatliche Gier. Denn das Glücksspiel zieht Gäste aus Indonesien und China auf die Tropeninsel, von denen nicht wenige hier wohl ihr Schwarzgeld waschen. Ein Privatflughafen erlaubt es den sehr gut Betuchten, direkt einzufliegen. Die Ehefrauen können, während der Mann spielt, den schicksten Louis-Vuitton-Shop Asiens besuchen oder die Luxusboutiquen von Hermès, Chanel oder Zegna plündern - alles direkt vor den Toren des Casinos.

    Hohe Investitionen aus dem Ausland

    Inzwischen ist auf der winzigen Tropeninsel enormer Reichtum versammelt. Die Bevölkerung von rund fünf Millionen Menschen zählt heute 183.000 Millionäre, gerechnet in amerikanischen Dollar. Innerhalb von nur fünf Jahren soll ihre Zahl auf mehr als 400.000 steigen, schätzt die Bank Credit Suisse. Da bleibt genug in der Tasche für einen Abend im Spielcasino.

    Damit steht Singapur ganz und gar nicht allein. Denn wie sich Geld im Spiel verdienen lässt, bewies vor dem Stadtstaat schon die der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong vorgelagerte Insel Macao. Einst ein Hort der Triaden, hat sie sich in einer Dekade und unter tatkräftiger Mithilfe der Investoren aus Las Vegas zum glitzernden Glücksspielzentrum Asiens gemausert. Mit gut 23 Milliarden Dollar setzten Macaos Casinos im vergangenen Jahr schon mehr als das Doppelte dessen um, was in Las Vegas verspielt wurde.

    Kein Wunder, dass die amerikanischen Glücksspielkonzerne hier stark investiert sind. Hinzu kommen Hunderte legaler und illegaler Glücksspielhäuser auf den Philippinen, in Thailand, Kambodscha oder in Burma (Myanmar) entlang der chinesischen Grenze.

    Das Zocken ist krisenfest. Im Rezessionsjahr 2009 wuchs Macaos Spieleumsatz immer noch um knapp 10 Prozent, nach 31 Prozent 2008. Kein Wunder, dass nun sogar Japan die Genehmigung des staatlich organisierten Glücksspiels prüft, wobei die Eintrittgebühr in den Wiederaufbau nach dem Tsunami fließen soll. Selbst im kommunistischen Vietnam soll mit dem MGM Grand Ho Tram 2013 das erste Großcasino eröffnen.

    Wachsendes Glücksspiel

    Die Einnahmen der Spielhäuser Asiens, gerechnet als Einsatz minus Gewinn, dürften jährlich um durchschnittlich 18,3 Prozent auf knapp 80 Milliarden Dollar 2015 steigen. Im vergangenen Jahr lagen sie schon bei 34,3 Milliarden Dollar. Damit blieben sie noch hinter der Summe Amerikas mit 57,5 Milliarden Dollar zurück. Aufgrund einer Wachstumsrate von nur noch 5 Prozent jährlich aber wird Amerikas Spielumsatz bis 2015 nur auf 73,3 Milliarden Dollar zulegen. Der Anteil der Asiaten am Weltmarkt des Glücksspiels wächst so von derzeit knapp 30 auf dann 43,4 Prozent.

    „Singapur hat sich seit der Eröffnung der beiden Casinos hervorragend geschlagen. Seine größte Gefährdung lauert aber in anderen Ländern wie Japan, Südkorea, Thailand oder Vietnam, die den Zuwachs an Steuer- und Touristengeldern ins Auge fassen, den Singapurs Erfolg demonstriert hat“, sagt Greg Unsworth, Analyst für den Spielemarkt bei PwC. „Wie Singapur in den vergangenen zwei Jahren gezeigt hat, kann das wachsende Ansehen eines Standortes und die Zahl der Touristenankünfte, die das Casino-Glücksspiel hervorrufen, Städten und ganzen Regionen enorm helfen“, sagt Marcel Fenez, der das Unterhaltungsgeschäft für PwC beobachtet. Weltweit stieg der Casino-Umsatz im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent - und dies, obwohl im Krisenjahr den Menschen im Westen die Lust am Zocken verging und der Umsatz dort um 7,2 Prozent schrumpfte.

    singapur_m_b_s.jpg
    Singapurs Casino-Tempel: Hotelkomplex Marina Bay Sands

    (F.A.Z. / Foto: © dapd)

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