Als Martingale wird schon seit 'm 18ten Jahrhundert 'ne Progression beim Glücksspiel bezeichnet, bei welcher der Einsatz nach 'nem Verlust erhöht wird. Bei der Martingale-Progression wird der Einsatz dann erhöht, wenn mit 'nem eventuell nachfolgenden Gewinn kein Saldo-Plus mehr erzielt werden kann. Der Sinn der Martingale ist's also, mit einem einzigen Gewinn die vorher aufgelaufenen Verluste zu tilgen und mindestens 1 Chip als Reingewinn übrig zu haben.
Beim Roulette ist die einfachste und auch klassische Art der Martingale-Progression 's Verdoppeln des Grundeinsatzes auf den Einfachen Chancen. Mer beginnt sein Spiel beispielsweise mit 1 Chip auf Rot, wird dieser Einsatz verloren, werden beim nächsten Coup 2 Chips gespielt. Verliert dieser Einsatz auch, werden beim nächsten Coup 4 Chips gespielt, bei 'nem weit'ren Verlust werden 8 Chips gespielt usw.
Wird 'n Gewinn erzielt, werden die Verluste, welche durch die vorangegangenen Verlustsätze angefallen sind, durch diesen Gewinn getilgt und 's verbleibt 1 Chip Gewinn.
| Eins. | Verl. | Ausz. | Gewinn |
| 1 | 1 | 2 | 1 |
| 2 | 3 | 4 | 1 |
| 4 | 7 | 8 | 1 |
| 8 | 15 | 16 | 1 |
| 16 | 31 | 32 | 1 |
| 32 | 63 | 64 | 1 |
| 64 | 127 | 128 | 1 |
| 128 | 255 | 256 | 1 |
| 256 | 511 | 512 | 1 |
| 512 | 1.023 | 1.024 | 1 |
| 1.024 | 2.047 | 2.048 | 1 |
| 2.048 | 4.095 | 4.096 | 1 |
Mer kann also ohne weit'res 'ne Folge von 10 Verlusten mit 'm 11ten Einsatz überwinden, sofern dieser 11te Coup gewinnt.
Wie aus der Übersicht 'rauszulesen ist, erscheint's aber dann doch recht zweifelhaft, ob's erstrebenswert ist, beispielsweise 512 Chips auf einmal auf den Tisch zu legen, nur um 1 Chip Gewinn zu erzielen. Vor allem müssen die bis dahin aufgelaufenen Verluste addiert werden, um zu wissen, welcher Kapitalaufwand dafür notwendig ist. Bei 'ner Chipgröße von 2$/€, welches in den meisten Casinos 's Minimum darstellt, werden immerhin 1.024$/€ gesetzt, um diese 2$/€ zu gewinnen. Der gesamte Kapitalaufwand für diesen Einsatz beträgt dann 2.046$/€, die mitgebracht werden müssen.
Der erzielte Gewinn steht also in keinem Verhältnis zum erforderlichen Kapitalaufwand, den die Verdopplungstaktik mit sich bringt.
'n weit'res Problem mit der Martingale-Progression entsteht, wenn die Verlustfolge noch länger anhält. Vorausgesetzt, mer hat genügend Kapital zum Spiel mitgebracht, steht mer spätestens nach 'm letzten verlorenen Einsatz der obigen Auflistung vor 'm Problem, dass danach keine weit're Verdopplung des Einsatzes mehr möglich ist, weil dadurch 's Tisch-Maximum überschritten würd'. In manchen Casinos ist's Maximum aber auch schon früher erreicht.
's gibt hierzu zwei verschiedene Anschauungsmöglichkeiten:
Besäss' 'n/e Spieler/in genügend Geld, um wesentlich längere Verlustfolgen überwinden zu können, würd' sie/er immer als Gewinner 's Casino verlassen. Mer kann also sagen, 's Tisch-Maximum ist unfairerweise vom Casino zu seinem eigenen Schutz eingeführt worden.
Die and're Ideologie ist, dasses wie bereits erwähnt 'n ziemlich unsinniges Treiben ist, riesige Beträge auf 's Spiel zu setzen, um minimalste Beträge zu gewinnen. Davon abgeseh'n, dass vermutlich die wenigsten Spieler/innen derart kapitalkräftig sind, um solche langen Verluststrecken zu übersteh'n, beugt 's Spielcasino einfach durch 's Maximum diesem Unsinn vor, bevor jemand Hunderttausende in den Sand setzt.
Ganz sicher ist, dass Verlustfolgen dieser Längen auftreten werden, so dasses wirklich kein Problem ist, innerhalb kürzester Zeit 'n kleines Vermögen zu verspielen. Dies dürft' wohl auch mit 'n Grund sein, warum 'm Roulette-Spiel gegenüber 'm Lotto was anrüchiges hat.
Aber trotz dieser enormen Nachteile der Martingale, 's gibt jedoch auch Spielsituationen, in denen die Verdopplung der Einsätze auf den Einfachen Chancen durchaus sinnvoll sein kann. Mer denk' nur mal an die sogenannten Chaosphasen in 'ner Permanenz, in denen über 'ne längeren Zeitraum nur 1er- und 2er, selten maximal 'n 3er 'ner Einfachen Chance auftreten, also beispielsweise:
R R R R R R R R R R R
S S S S S S S S S S S S
Diese Situation spiegelt sich ebenso auch in Gewinn-/Verlust-Bilanz der Spieler/innen wieder:
G G G G G G G G G G G
V V V V V V V V V V V V
's kann also hier durchaus sinnvoll sein, mit 'ner Verdopplung der Einsätze zu agieren, wobei 's dann selbstverständlich sein sollt', dass nach drei oder vier Verlusten in Folge die Progression abgebrochen werden sollt'.
Bei den mehrfachen Chancen muss natürlich nicht mehr nach jedem Verlust der Einsatz verdoppelt werden, um 's Gewinnziel, alle aufgelaufenen Verluste zu tilgen und mindestens 1 Chip Gewinn übrig zu haben, zu erreichen. 's sind je nach gewählter Chance auch mehr Einsätze möglich, bisses Tisch-Maximum erreicht ist.
's folgen jetzt noch die Auflistungen der Martingale für die Drittelchancen bis hin zu Plein.