In der Ausgabe 26 hat die Baden-Badener Spielbankzeitung seinerzeit einen interessanten Spielvorschlag von einem Herrn Liebherr veröffentlicht, das „Drei-Chancen-Spiel“.
Liebherr führt im Original-Ton aus:
„Es gibt bekanntlich 6 Einzelchancen auf der Roulette, und eine große Gemeinde von Spielern pflegt Methoden, bei denen drei derselben laufend besetzt werden. Nur mit dem Dreichancen-Spiel nützt man die durch die Einfachen Chancen gebotenen Möglichkeiten voll aus, man spielt wirklich die Hälfte des Tableaus, während man bei einer Einfachen Chancen nur ein Sechstel des Tableaus deckt, aber das Risiko für die Hälfte bezahlt.“
Man muss der Argumentation Liebherrs insoweit widersprechen, dass er zwar Recht damit hat, dass es auf dem Tableau des Roulette-Tisches sechs Felder für die Einfachen Chancen gibt, und auf die Einfachen Chancen betrachtet hat man beim Spielen auf nur eine EC tatsächlich nur ein Sechstel den Tableaus abgedeckt. In der Realität deckt man aber tatsächlich 18/37 der Zahlen, also fast die Hälfte der Gewinnchancen, ab.
Mit den acht unterschiedlichen Möglichkeiten, welche ein Drei-Chancen-Spiel bietet, werden entweder 31 oder 32 der vorhandenen Zahlen abgedeckt.
| RIM | = | 31 Zahlen | | RPM | = | 32 Zahlen |
| SPM | = | 31 Zahlen | | SIM | = | 32 Zahlen |
| RIPs | = | 31 Zahlen | | RPPs | = | 32 Zahlen |
| SPPs | = | 31 Zahlen | | SIPs | = | 32 Zahlen |
Liebherr führt weiter aus:
„Es gibt überhaupt kein einfacheres Mittel, die Sicherheit eines Systems auf eine Einfache Chance durch zu prüfen, als es auf allen 6 Chancen fortlaufend zu spielen. Gibt es dann nach längerem Probieren größere Zwischenverluste als 60 Stücke auf allen Chancen zusammen genommen, dass soll man seine Berechnungen in die Ecke schmettern, weil sie nichts taugen.
Solche Ecarts werden durch keinerlei Kniffe oder Mittel überdeckt, die Verlustdeckung würde zu langen dauern. Ein gutes Simultanspiel auf 3 Chancen muss die Verluste fortlaufend ausgleichen, sonst stimmt die Rechnung auf einer einzelnen Chance nicht. Man darf niemals die drei Sätze gemeinsam staffeln, etwa weil man glaubt, dass die gut laufenden Sätze die schlechten heraus reissen können, sondern man muss hübsch und geduldig jede Chance für sich progressieren und Gewinne aus den gut laufenden Feldern zur Verringerung der Verluste auf den schlechteren verwenden. In dem Zusammentreffen der Gewinne wirkt sich ein unberechenbarer Zufall aus.
Sehr brauchbar ist sie folgende Methode, wie man drei Chancen gleichzeitig spielen kann. Man zeichne sich die im Spiel befindlichen, d. h. die erscheinenden Nummern für je 37 Coups wie folgt auf:
RIM RIPs
RPM RPPs
SPM SPPs
SIM SIPs
Wir stellen fest, dass in dem Achsenkreuz alle roten Nummern über dem Strich, die schwarzen unter dem waagrechten Strich stehen. Impair beherrscht die obersten und untersten Zeilen. Manque steht links und Passe rechts vom waagrechten Strich. Mit einer kleinen Zählung ermitteln wir, welche Seite jeder Doppelchance Übergewicht hat, welche also heiß ist. Nehmen wir einmal einen Ausschnitt aus der Permanenz der Spielbankzeitung und setzen die gefallenen Nummern in der obigen Anordnung ein, wobei wir WIEDERHOLUNGEN WEGLASSEN. Das sieht dann wie folgt aus:
| | 1 | 5 | 3 | 27 | 21 | 19 | 25 |
| | 12 | 18 | 14 | 20 | 36 | | |
| | 2 | 10 | 8 | 22 | 26 | 24 | 28 |
| | 15 | 17 | 13 | 33 | 35 | 29 | 31 |
Wir stellen zusammen: 15 schwarze gegen 12 rote Zahlen, 14 Impair gegen 12 Pair, 14 Passe und 12 Manque, also ist Schwarz Impair und Passe vorwiegend, und wir setzen daher diese drei Chancen so lange, bis wieder ein Achsenkreuz mit 37 Coups angefüllt ist. Wir können nach den Gepflogenheiten der Permanenz annehmen, dass sich meistens wenigstens zwei dieser Chancen weiter als Favoriten betätigen. Es müssten gerade zu tolle Wandlungen der Zahlenfolgen auftreten, um größere Verluste herein zu bringen. Tritt dieser Fall einmal ein, so wird das nächste oder übernächste Achsenkreuz dauerhafte Tendenzen anzeigen und die Verluste wieder gut machen.“
Aufgrund dieser Permanenz ergibt sich das nachfolgende Achenkreuz:
| 4 | |
| 28 | |
| 2 | |
| | 36 |
| 17 | |
| | 9 |
| | 14 |
| | 1 |
| 10 | |
| | 32 |
| 10 | |
| 31 | |
| 10 | |
| 20 | |
| | 18 |
| | 32 |
| 22 | |
| 35 | |
| 0 |
| 11 | |
| 10 | |
| | 21 |
| 28 | |
| 4 | |
| | 30 |
| | 32 |
| 24 | |
| 24 | |
| | 34 |
| | 19 |
| | 25 |
| | 21 |
| 6 | |
| | 18 |
| 35 | |
| | 27 |
| | 5 |
| | 9 | 1 | 5 | 21 | 19 | 25 | 27 |
| | | 14 | 18 | 36 | 32 | 30 | 34 |
| 4 | 2 | 10 | 6 | 28 | 20 | 22 | 24 |
| | | 17 | 11 | 31 | 35 | | |
13 rote gegen 12 schwarze Nummern, 11 Impair gegen 14 Pair, 11 Manque gegen 14 Passe. Somit haben Rot, Pair und Passe die häufigsten Ziehungen in diesen Achsenkreuz erhalten.
Liebherr hat auch den Einsatz einer Progression empfohlen, dieses aber nicht weiter beschrieben. Es empfiehlt sich auf jeden Fall eine Gewinnprogression wie die Umkehrung der Wells-Progression.
Somit ist diese Spielmethode auf allen drei Einfachen Chancen immer dann gut, wenn eine der ermittelten zu spielenden Chancen eine lange Serie bringt.
Dieses Drei-Chancen-Spiel ist dank seiner relativ einfachen Buchführung auch dann gut geeignet, wenn es einmal keinen Sitzplatz mehr am Spieltisch gibt. Es bleibt zwischen den einzelnen Coups genügend Zeit, die Buchungen auch im Stehen auf einem kleinen Notizzettel durchzuführen.