Rauchverbot sorgt für weniger Gäste
Schwierige Zeiten für die Spielbanken. In Bayern behauptet das Feuchtwanger Casino aber Platz 2 unter den neun Spielbanken des Freistaates.
Die Spielbank in der Kreuzgangstadt schließt voraussichtlich auch das Jahr 2011 mit schwarzen Zahlen ab (der Jahresabschluss wird erst noch gemacht). "Wir sind weiter auf einem guten Weg", sagt Direktorin Elisabeth Schock. "Als modernes Dienstleistungsunternehmen an einem guten Standort bieten wir guten Service mit qualifizierten Mitarbeitern - das sind die Pfunde, mit denen wir wuchern können."
Zuversicht in Zeiten harten Wettbewerbs. Vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl gewerblicher Spielhallen, des strengen bayerischen Rauchverbots und der Zunahme von Glücksspiel im Internet hat die Spielbank Feuchtwangen in den vergangenen Jahren massive Umsatz- und Ertragseinbrüche hinnehmen müssen. Vor allem das Rauchverbot hat sich bemerkbar gemacht. Zwar gibt es seit einem Jahr einen Raucherbalkon beim "Großen Spiel" (Roulette, Black Jack, Poker), das Automatenspiel muss aber noch ohne auskommen. Geplant ist in nächster Zeit ein offener, überdachter und windgeschützter Bereich, der direkt vom Spielsaal aus erreichbar ist.
Nach den starken Rückgängen des Bruttospielertrags (Spieleinsätze abzüglich der ausbezahlten Gewinne) in den letzten Jahren sank das gesamte Einspielergebnis im Jahr 2011 nur noch um etwa 2,5 Prozent. Dabei gab es beim klassischen "Großen Spiel" sogar einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, beim Automatenspiel aber weiter einen deutlichen Rückgang.
Die Besucherzahlen gingen um knapp zwei Prozent auf 129 000 zurück. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren im Feuchtwanger Rekordjahr 2002 waren es noch 243 000 Besucher. Mit einem Bruttospielertrag von 31,7 Millionen Euro lag das mittelfränkische Autobahn-Casino unangefochten an der Spitze der bayerischen Spielbanken, gefolgt vom Alpen-Casino in Garmisch-Partenkirchen (27,7 Millionen). Im letzten Jahr kamen die Feuchtwanger auf einen Bruttospielertrag von 12,4 Millionen Euro (Vorjahr: 12,7 Millionen). Das bleibt nicht ohne Konsequenzen: Wegen der sinkenden Ergebnisse wurde im Rahmen eines Freiwilligenprogramms (mit Abfindungen) Personal abgebaut. In Bayern haben insgesamt 77 Mitarbeiter davon Gebrauch gemacht; so kam man ohne betriebsbedingte Kündigungen aus. In Feuchtwangen gab es 18 Abgänge. "Mit weiteren altersbedingten Abgängen beschäftigen wir heute rund 100 Menschen, 20 weniger als vor Jahresfrist", sagt Elisabeth Schock. Zudem sei für die Belegschaft im Tarifabschluss Ende des Vorjahres eine Beschäftigungssicherung bis 2014 vereinbart. "Wir nehmen die Herausforderung an, mit weniger Personal weiterhin den gewohnt guten Service für die Gäste zu bieten", ist sich Schock sicher.
(swp.de)

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