Kreis Soest - Einen Glücksspiel-Betrugsfall in einer solchen Größenordnung wie aktuell haben die Ermittler der Kreispolizeibehörde Soest noch nicht bearbeitet. Bisher noch unbekannte Betrüger haben von einer 65-jährigen Frau aus dem Kreisgebiet Soest 240 000 Euro erbeutet.

Die Frau, die seit vielen Jahren an Lotterie- und Gewinnspielen – auch international – teilgenommen hatte, erhielt Anfang diesen Jahres eine (angebliche) Gewinnbenachrichtigung einer spanischen Lotteriegesellschaft. Danach hatte sie in der Weihnachtsziehung 2010 den Hauptgewinn "El Gordo" mit 1,9 Millionen Euro gewonnen.

In vielen nachfolgenden Telefonkontakten konnte ein Anrufer das Vertrauen der Frau gewinnen und sie zur Zahlung von Steuern, Abgaben und Notarkosten in Höhe von 150 000 Euro überzeugen, damit der Gewinn ausbezahlt werden könne. Die Frau überwies das Geld im Verlauf des Jahres in vielen kleinen Teilbeträgen an die angebliche Lotteriegesellschaft. Der Höhepunkt des Betruges erfolgte vor wenigen Wochen: Bei der Gewinnerin meldete sich telefonisch ein angeblicher Mitarbeiter von Interpol/Niederländische Polizei. Er teilte der Frau mit, dass der Geldbote aus Spanien in Amsterdam festgenommen worden sei. Da jetzt niederländische Steuern anfallen würden, sollte die Dame 90 000 Euro in bar bezahlen. Tatsächlich übergab die Frau dann diese Summe einer Geldabholerin, die mit dem Taxi anreiste.

Als dann allerdings weitere Forderungen gestellt wurden und die Frau noch eine größere Summe Bargeld abheben wollte, wurde sie von ihrem Bankberater "zur Rede gestellt" und offenbarte sich. Auf dessen Rat erstattete sie anschließend Strafanzeige bei der Kriminalpolizei. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, die Chance das gezahlte Geld zurückzubekommen, sei eher gering, heißt es in einer aktuellen Polizeimitteilung.

(die-glocke.de)

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