Die Österreicher wollen von den Zockern in Südostasien und Lateinamerika profitieren. Für die Expansion brauchen sie frisches Geld.

Casinos Austria sucht einen finanzstarken Partner für den Ausbau des Auslandsgeschäfts, zu dem auch die zehn deutschen Standorte gehören.

Der österreichische Glücksspielkonzern hat nach FTD-Informationen die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, einen Investor zu finden. Verkauft werden sollen maximal 49 Prozent der Anteile an der Auslandstochter Casinos Austria International (CAI). "Die Mehrheit steht definitiv nicht zum Verkauf", sagt Konzernchef Karl Stoss auf Anfrage. Bislang hätten sich etwas mehr als fünf Interessenten gemeldet - darunter sowohl strategische Vertreter als auch Finanzinvestoren, die schon im Glücksspielgeschäft tätig sind.

Der Betreiber muss einen Partner ins Boot holen, da die Gesellschafter - österreichische Banken und Versicherungen - derzeit nicht bereit sind, eine größere Kapitalerhöhung zu stemmen. Ein neuer Investor soll dem Vernehmen nach 500 bis 600 Mio. Euro einbringen. Das Auslandsgeschäft umfasst 51 Kasinos in 17 Ländern sowie zehn Spielbanken auf Kreuzfahrtschiffen. In Deutschland hatten die Österreicher vor fünf Jahren die staatlichen Spielbanken Niedersachsen (SNG) für gut 90 Mio. Euro übernommen.

Mit einem neuen Investor will Casinos Austria, die mit einem Umsatz von 1 Mrd. Euro als führender Kasinobetreiber Europas gelten, vor allem in Wachstumsmärkte in Südostasien und Südamerika vordringen. In beiden Regionen werden in den nächsten Jahren neue Glücksspiellizenzen vergeben. In Argentinien und Chile ist CAI bereits vertreten.

Als mögliche Bieter gelten dem Vernehmen nach die Finanzinvestoren Apollo und Texas Pacific. Beide besitzen den weltweit größten Kasinokonzern Harrah's. Der Aufsichtsrat von Casinos Austria will bereits am 2. Dezember entscheiden, welche Bewerber die Bilanzen von CAI genauer prüfen können. Der Teilverkauf soll in der ersten Jahreshälfte 2010 abgeschlossen werden.

Die Auslandssparte war jahrelang der Gewinntreiber im Konzern. 2008 halbierte sich das Ergebnis jedoch wegen hoher Investitionen auf 15,2 Mio. Euro. In diesem Jahr dürfte unter dem Strich deutlich mehr übrig bleiben, da sich CAI von Anteilen an Kasinos in Südafrika und in der Schweiz getrennt hat. Spielstätten in Asien, Latein- und Südamerika sowie Australien schaffen weiterhin hohe Zuwachsraten. Dagegen sind die Gewinne in weiten Teilen Europas zurückgegangen.

Die Erlöse in den zwölf österreichischen Spielbanken werden im Geschäftsjahr 2009 voraussichtlich um rund vier Prozent zurückgehen. Im Vorjahr lag der Umsatz bei rund 281 Mio. Euro. Laut Konzernchef Stoss seien die Besucherzahlen zwar gleich geblieben, die Kunden gäben wegen der Wirtschaftskrise jedoch weniger Geld aus.
Das Geschäft im Heimatmarkt will Casinos Austria aber in jedem Fall in Eigenregie fortführen: "Für Österreich brauchen wir keinen Partner", so Stoss.

(FTD.de)

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