Befinden wir uns am Roulettetisch, um am Spiel aktiv teilzuhaben, so haben wir es niemals mit Gewißheiten zu tun, sondern stets nur mit Wahrscheinlichkeiten. Jedoch, was ist diese Wahrscheinlichkeit?
In der einschlägigen Literatur wurde schon vieles darüber geschrieben, es ist auch weitgehend bekannt, worum es sich prinzipiell handelt, dennoch ist vielen die Definition nicht geläufig. Darum folgen zwei Definitionen, welche sich im Kern gleich sind.
Ersparen wir uns jedoch an dieser Stelle die Philosophie der Definition.
Statistik: die Wahrscheinlichkeit beruht auf der Regelmäßigkeit, mit der bestimmte Merkmale von großen Gesamtheiten auftreten, dies ist die Häufigkeitsverteilung. Im Idealfall entspricht diese der Gauß'schen Normalverteilung, bei welcher die mittleren Werte am häufigsten auftreten, extrem abweichende Werte dagegen nur sehr selten vertreten sind. Mathematik: das Verhältnis der Anzahl aller für das Eintreffen eines Ereignisses günstigen Fälle zur Anzahl aller möglichen Fälle.
Die Wahrscheinlichkeits-Mathematik berechnet die Wahrscheinlichkeit, mit welcher ein bestimmtes Ereignis eintrifft. Diese Wahrscheinlichkeit wird in Dezimalzahlenwerten zwischen 0 und 1 angegeben, wobei 0 aussagt, dass dieses Ereignis nie eintritt, ein Wert von 1 dagegen sagt aus, dass ein Ereignis sicher eintrifft.
Die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass z. B. beim Roulette eine bestimmte Zahl geworfen wird, berechnet sich, da es 37 unterschiedliche Möglichkeiten gibt, 1 ÷ 37 = 1/37 = 0,027. Dies bedeutet, jeder 37. Coup müsste diese eine bestimmte Zahl bringen. Jedoch tritt diese theoretisch errechnete Häufigkeit nur in unendlich vielen Coups zu Tage.
Empirisch wird die Wahrscheinlichkeit aus der sogenannten relativen Häufigkeit bestimmt. Diese ist das Verhältnis der Zahl X der eingetretenen Ereignisse zur Zahl Y an Beobachtungen. X/Y ist die mathematische Wahrscheinlichkeit für das Ereignis X. Diese Definitionen erscheinen doch recht verwirrend, aber jede Prüfung bildet die Grundlage von Versuchen, nach exakt definierten Begriffen, mit der Zielsetzung daraus Gesetzmäßigkeiten ableiten zu können.
Bei den nachfolgenden Spielereien geht es darum, um Wahrscheinlichkeiten herauszufinden, um Vorhersagen so nahe als möglich an eine Gewissheit für den Fall der Kugel machen zu wollen. Wir möchten also versuchen, Wahrscheinlichkeiten möglichst nahe an 1 heranzuführen. Hierbei müssen wir, so eigentümlich es auch klingen mag, den umgekehrten Weg einschlagen. Wir müssen Wahrscheinlichkeiten so nahe wie möglich an 0 aufspüren, um im Anschluß darauf zu hoffen, dass sich diese Wahrscheinlichkeit umkehrt und sich auf dem Weg in Richtung 1 befindet.
Hier fällt uns nun ein Begriff ein, welcher jedem Spieler geläufig sein sollte: der Ausgleich. Im Grundsatz ist bekannt, in welchen Bahnen sich der Ausgleich bewegen muss: zwischen der Wahrscheinlichkeit von 0 nach 1.

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