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Thema im Roulette Forum:
Der Goldesel der Spielbanken

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Beiträge 1 bis 4 von 4
  1. #1
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    Standard Der Goldesel der Spielbanken

    Anhand der d'Alembert-Progression möchte ich den Versuch unternehmen, einmal den Zero-Ecart zu erklären und in der Praxis dazustellen. Denn schließlich ist die Zero der Goldesel der Spielbanken. Es ist ja schon viel über die verheerenden Auswirkungen der Zero geschrieben und gesagt worden, vor allem in Hinblick auf die Einfachen Chancen und im Besonderen bei der Anwendung von Progressionen im Verlust. Dessen ungeachtet gehen wir Spieler trotzdem davon aus, dass durch eine Progression die Verluste, die durch Zero entstehen, überwunden werden können.

    Bekanntlich ist der Zero-Nachteil von uns Spielern auf den Einfachen Chancen mit -1,35% am geringsten, da hier bei Erscheinen der Zero der Einsatz geteilt wird. Bei Erscheinen von Zero gibt es für uns 2 Möglichkeiten:
    1. Der Einsatz wird gesperrt.
      Bei Erscheinen der Gegenchance im nachfolgenden Wurf geht der Einsatz endgültig verloren. Erscheint die gesetzte Chance bekommen wir unseren Einsatz ohne eine Gewinnauszahlung zurück.
    2. Der Einsatz wird geteilt.
      Wir bekommen die Hälfte unseres Einsatzes zurück, die andere Hälfte geht an die Bank.
    Mathematisch gesehen macht es keinen Unterschied. Wir Spieler betrachten diesen Nachteil von 1,35% als nicht sonderlich übermäßig, deshalb erfreuen sich die Einfachen Chancen u.a. ihrer großen Beliebtheit. Und trotzdem zeigt sich dieser "nur" geringe Nachteil für die ruinösen Ergebnisse auf den EC verantwortlich.

    Es sollte bekannt sein, dass die mögliche Abweichung, der Ecart, zwischen den zwei Chancen eines Chancenpaares aus der Quadratwurzel der Anzahl der gespielten Würfe berechnet wird. Zu unserem Unglück erhöht das Auftreten von Zero unweigerlich diese Abweichung. In der Realität wirkt sich dieser Umstand um so gefährlicher aus, wenn am Roulettetisch eine Systematik angewendet wird, die auf den absoluten Ausgleich aufgebaut ist. Aus diesem Grund habe ich als Beispiel die d'Alembert gewählt, denn diese Progression erreicht ihr Ziel, ein halbes Stück Gewinn für jeden gesetzten Wurf, nur bei einem solchen absoluten Ausgleich.

    Dieser absolute Ausgleich wird maximal auf kurzen Spielstrecken erreicht, langfristig aber kann dieser absolute Ausgleich niemals erzielt werden, die durch Zero entstandenen Verluste können also im Gesamten betrachtet nie wieder aufgeholt werden. Die folgenden 3 Punkte sollen die Verschlechterung der Situation in einem Maß aufzeigen, bei dem die Anzahl der gesetzten Würfe ansteigt.
    • In 100 gesetzten Würfen entspricht die wahrscheinliche Abweichung aus der Quadratwurzel von 100. Die Abweichung beträgt also 10. Durchschnittlich tritt in 100 Würfen Zero 3 mal auf, so dass die tatsächliche Abweichung nicht 10, sondern 13 beträgt.
    • Bei 1000 gesetzten Würfen beträgt die maximal zu erwartende Abweichung in etwa 32. Dazu kommen noch durchschnittlich 27 Zeros, so dass wir mit einer tatsächlichen Abweichung von 59 rechnen müssen anstatt von 32.
    • In 10000 gesetzten Würfen beläuft sich die wahrscheinliche Abweichung auf 100. Dazu muss 270 mal mit Zero gerechnet werden, so dass die tatsächliche Abweichung 370 beträgt.
    Wir können das Auftreten von Zero als von der Spielbank künstlich erzeugte Abweichung zu Ungunsten für uns Spieler ansehen, der der normalen durch den Zufall entstehenden Abweichung hinzu gerechnet werden muss.

    Diese künstlich erzeugten Abweichungen verfälschen das Spiel auf den Einfachen Chancen beträchtlich, zu unserem Unglück können wir diese Abweichung nicht wieder einspielen. Um so mehr trifft uns diese Tatsache, wenn wir eine Progression anwenden.

    Bedingt durch die Abweichung müssen wir bei der d'Alembert bei 500 gesetzten Coups mit einem zeitweiligen Verlust von 23 Stufen rechnen, das ergibt 276 Stücke. 13 Zeros, die wir dabei durchschnittlich antreffen werden, lassen unseren Verlust auf 666 Stücke ansteigen.
  2. #2
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    Standard AW: Der Goldesel der Spielbanken

    Betrachten wir auf der Grundlage der d'Alembert 2 verschiedene Taktiken zweier Spieler. Den ersten Spieler nennen wir Jake, den zweiten Luke. Die Ausgangslage soll sein, dass beide Spieler 4 mal in Folge verloren haben.

    Jake    Luke
     -1      -1
     -2      -2
     -3      -3
     -4      -4

    Jake setzt bei Erscheinen von Zero nach, Luke wartet das Ergebnis des nächsten Wurfes ab, ohne nachzusetzen.

    Als erstes gehen wir davon aus, dass nach dem Auftreten von Zero die gesetzte Chance trifft. Jake erhält nun seinen gesperrten Einsatz zurück, zusammen mit dem Gewinn von 5 Stücken aus dem Nachsatz hat er die letzte Stufe mit -4 bereinigt und hat dabei noch 1 Stück über. Seine Progression besteht noch aus 3 Stufen.
    Luke bekommt lediglich seinen gesperrten Einsatz zurück, seine Progression besteht jedoch noch immer aus 4 Stufen. Er hat somit eine künstliche Abweichung erfahren, die er nicht wieder ausgleichen kann.

    Nehmen wir bei der selben Ausgangssituation an, dass nach dem Auftreten der Zero die gesetzte Chance verliert. Daraus entsteht diese Situation:

    Jake    Luke
     -1      -1
     -2      -2
     -3      -3
     -4      -4
     -5      -5   jeweils gesperrter Einsatz
     -5

    Jake verliert zusätzlich zu seinem gesperrten Einsatz den Nachsatz von 5 Stücken, während Luke lediglich seinen gesperrten Einsatz verliert, den er auch ohne Auftreten von Zero verloren hätte.

    Beide Verfahren bringen das gleiche Ergebnis zustande, das Nachsetzen ist einmal von Vorteil, einmal zum Nachteil für uns.

    An diesem Punkt soll nun diese dargestellte Taktik greifen.

    Jake hat durch das Auftreten von Zero tatsächlich eine Progressionsstufe mehr zu bewältigen als Luke. Die Lösung besteht darin, diese überschüssige Progressionsstufe zu unterdrücken, die Anzahl der Progressionsstufen soll von 6 auf 5 verringert werden.

    Das wird dadurch erreicht, indem wir die kleinste Progressionsstufe auf die verbleibenden kleinsten Progressionsstufen aufteilen. In unserem Beispiel ist die kleinste Progressionsstufe 1. Wir unterdrücken diese Stufe, indem wir sie auf die kleinste verbleibende Stufe, also der 2, verteilen. Diese Progressionsstufe wird dann zu 3. Dadurch erhält die Progression diese Stufen:

     -3
     -3
     -4
     -5
     -5

    Nehmen wir im weiteren Verlauf an, dass der nächste Einsatz von 6 Stücken wieder von Zero heimgesucht wird und der Nachsatz erneut verloren wird. Dann ergeben sich nach einer weiteren Unterdrückung und Aufteilung der niedrigsten Progressionsstufen diese Stufen:

    vorher   nachher
      -3
      -3        -4
      -4        -5
      -5        -6
      -5        -5
      -6        -6
      -6        -6

    Die kleinste Progressionsstufe 3 wurde unterdrückt und aufgeteilt. Nun besteht unsere Progression wieder aus 6 Stufen, die den 6 Verlusten auf den Einfachen Chancen ohne Zero entsprechen. Somit hatten die beiden aufgetretenen Zeros keine Auswirkung auf die Anzahl der Stufen innerhalb der Progression.

    Die Einsätze der kleinsten Stufen sind nun zwar höher, aber die verheerenden Auswirkungen der künstlich geschaffenen Abweichung seitens der Spielbank konnten ausgehebelt werden.

    Diese Taktik sollte jedoch lediglich auf die Reduzierung der aufgetretenen Abweichungen durch Zero eingesetzt werden, nicht zur Reduzierung der normalen zufallsbedingten Abweichungen.

    Nun hoffe ich, mit dieser Abhandlung auch einen Beitrag zu den Grundsätzen des Roulette beigetragen zu haben.

    Beste Grüße vom Wellenreiter
  3. Die folgenden 2 Mitglieder bedanken sich bei Wellenreiter61 für den obigen Beitrag:

    jason (10.07.2011), mystic_lizard (11.07.2011)

  4. #3
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    Standard AW: Der Goldesel der Spielbanken

    Hallo Welle,

    Zitat Zitat von Wellenreiter61 Beitrag anzeigen

    Nun hoffe ich, mit dieser Abhandlung auch einen Beitrag zu den Grundsätzen des Roulette beigetragen zu haben.
    Absolut. Dieser Artikel ist das Beste, das ich je über die Behandlung der Zero gelesen habe. Es ist einleuchtend, denn wenn man davon ausgeht, dass eine EC so häufig erscheint wie ihr Gegenstück, so könnte dies auf Gewinn und Verlust ebenso zutreffen. Danny predigt es immer wieder.

    Wobei ich mir Gedanken darüber mache, ob es nicht doch sinnvoll sein könnte, ab einer bestimmten Abweichung, z. B. 10 dann trotzdem einmal die niedrigsten Stufen zur nächst höheren Stufe hinzu zu nehmen. Bei einer Abweichung von 20 wiederholen wir das noch einmal. So bräuchte man keinen absoluten Ausgleich, um das Ziel zu erreichen. Denn nach solchen Spielen ist man in der Regel froh, überhaupt mit einem Stück Gewinn abzuschließen.

    Ob dies bei den Dutzenden ebenfalls genauso funktioniert? Denn dort gibt es keine Zeroteilung. Zero trägt jedoch auch hier zu zusätzlichen Abweichungen bei.

    Viele Grüße

    mystic
  5. #4
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    Standard AW: Der Goldesel der Spielbanken

    Hallo mystic

    An die Dutzende habe ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Da müsste man auch unterscheiden zwischen dem Satz auf 2 Duteznd/Kolonnen und auf 1 Duteznd/Kolonne. Ich mache mir ein paar Gedanken und Rechnungen dazu.

    Beste Grüße vom Wellenreiter

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