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Thema im Roulette Forum:
Die Bank verliert: Geldnot in Bayerns Casinos

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    Standard Die Bank verliert: Geldnot in Bayerns Casinos

    Ausgerechnet Bayerns Spielbanken geht das Geld aus. Rund acht Millionen Euro muss der Freistaat den neun Häusern zuschießen; eine Wende ist nicht in Sicht.

    Finanzstaatssekretär Franz Pschierer machte gestern im Landtag klar, dass er keine Spielbank schließen werde. "Für mich ist das derzeit kein Thema." Nur die Betriebe in Feuchtwangen und Bad Wiessee schreiben derzeit schwarze Zahlen. Die anderen sieben Banken bringen nur Verluste. So haben die Häuser im oberfränkischen Bad Steben und im oberpfälzischen Kötzting seit ihrem Bau vor zehn Jahren noch nie Gewinn gemacht.

    Noch keine Kündigungen

    Der Freistaat hat den Banken eine radikale Diät verordnet. 140 der 730 Mitarbeiter sollen gehen. Bis zu 25 Millionen Euro, heißt es, habe das Land für Abfindungen eingeplant. Doch nur 63 Angestellte nutzten das Angebot von sich aus. Pschierer sagte, er werde am Ziel festhalten und nach Möglichkeit ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Gänzlich ausschließen wollte er sie aber nicht. Er suche "den Konsens", sagte Pschierer. "Ich hoffe auf den Personalrat. Wir müssen auf jeden Fall zu einer ausgeglichenen Bilanz kommen."

    Die Banken spielen mittlerweile nur noch rund die Hälfte jener 130 Millionen Euro ein, die sie in ihren besten Zeiten umgesetzt hatten. Neben dem absoluten Rauchverbot im Freistaat, das die Spieler ins benachbarte Ausland treibt, machen Fachleute insbesondere die Spielhallen in den Städten als Hauptschuldige aus. Sie unterliegen nicht den gleichen Beschränkungen wie die Spielbanken und ziehen deshalb deren Umsatz ab.

    Die Sanierungspläne des Finanzministeriums stoßen im Landtag allerdings auf wenig Zustimmung. Parteiübergreifend kritisierten die Abgeordneten, dass das Ministerium keine auf die einzelnen Häuser abgestimmten Vorhaben entwickle. So müssen auch jene Spielbanken ihr Personal reduzieren, die wirtschaftlich arbeiten. "Weniger Personal ist gleichbedeutend mit weniger Angebot", sagte die mittelfränkische SPD-Politikerin Christa Naaß. Der CSU-Abgeordnete Philipp Graf zu Lerchenfeld nannte es "bodenlos und unglaublich, dass wir unsere eigenen Banken beschneiden", die privaten Spielhallen aber gewähren ließen.

    FDP und Grüne regten an, dass die Spielbanken privatisiert werden sollten. Der Grünen-Abgeordnete Eike Hallitzky forderte "eine grundsätzliche Debatte" dazu; der Liberale Karsten Klein ergänzte, dass Banken wie in Bad Steben zwar "aus strukturpolitischen Gründen" gebaut worden seien. Er aber könne sich mit dem Geld "sinnvollere und bessere Maßnahmen" vorstellen. Das brachte die CSU gegen ihn auf. "Wir leisten uns ja auch den einen oder anderen Flughafen", sagte zu Lerchenfeld, der Millionen verschlinge. "Wir müssen bereit sein, entsprechende Kosten zu tragen."

    (nordbayern.de)
  2. #2
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    Standard Gute Kasinos nicht bestrafen

    Feuchtwangen - Trotz zum Teil heftiger Verluste hält der Freistaat Bayern an seinen neun Spielbanken fest. Feuchtwangen wirft dabei als eines von zwei Kasinos im Land Gewinn ab, schrieb zuletzt aber auch rote Zahlen.

    Finanz-Staatssekretär Franz-Josef Pschierer (CSU) präsentierte dieser Tage nicht nur negative Zahlen, sondern wartete auch noch mit der Ankündigung auf, in den Spielbanken des Landes müsse wohl Personal abgebaut werden. Noch allerdings sei offen, in welchem Umfang und wo, um die Spielbanken wieder ins Plus zu führen.

    Laut Aussage von Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh ging der Spielertrag im ersten Halbjahr 2011 um sechs Prozent zurück. Das sei zwar "immer noch unbefriedigend", meinte er, jedoch eine Verbesserung im Vergleich zum Minus von rund 20 Prozent im Jahr zuvor. "Die Talsohle haben wir erreicht", meinte Ruh.

    Vor allem das Rauchverbot und die "extreme Ausbreitung des gewerblichen Automatenspiels" machen den staatlichen Spielbanken laut Pschierer zu schaffen. Allein 2010 lief bayernweit ein Defizit von etwa acht Millionen Euro auf. Aber auch das: In Feuchtwangen stand trotz des schlechten Jahres noch ein Gewinn von 900 000 Euro.

    Mit einem "Freiwilligenprogramm" will die Lotterieverwaltung Stellen abbauen und dabei ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Dennoch sei unklar, so Pschierer, ob die Spielbanken in Zukunft ohne Zuschuss auskommen. Im Bayerns Doppelhaushalt 2011/12 sind 25 Millionen Euro eingeplant, um die Defizite auszugleichen.

    Mit Blick auf Feuchtwangen forderte der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus-Dieter Breitschwert, leistungsstarke Spielbanken nicht zu schwächen oder zugunsten anderer zu benachteiligen. Sonst würden Einrichtungen bestraft, in denen gut gearbeitet werde. Froh ist der Ansbacher Abgeordnete, dass die von der FDP im Landtag aufgebrachte Idee einer Privatisierung der Kasinos vom Tisch sei.

    Für die im Jahr 2000 eröffnete Spielbank ist die Stadt kräftig in Vorleistung getreten. Die Schuldenlast liegt noch immer bei 16 Millionen Euro. Um die Einspielergebnisse zu verbessern, kann sich Rathaus-Chef Ruh vorstellen, das "Große Spiel" online zugänglich zu machen und den Zutritt schon ab 18 und nicht erst ab 21 Jahren zu gewähren.

    (swp.de)
  3. #3
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    Standard FDP will Bayerns Spielbanken privatisieren

    Die Liberalen im Landtag wollen die Spielbanken in Bayern privatisieren. Aus einem bestimmten Grund

    Die Liberalen im Landtag wollen die Spielbanken in Bayern privatisieren. Als Grund nennt FDP-Landtagsvize Jörg Rohde die finanzielle Schieflage der Staatsbetriebe, die an Attraktivität verlören. Lediglich zwei der neun Spielbanken des Freistaats erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Gewinn. Die anderen schrieben rote Zahlen. Im Fall von Bad Kötzting und Bad Steben summiert sich der Verlust auf insgesamt fast sechs Millionen Euro. Diese beiden Spielbanken haben die Verlustzone seit zehn Jahren nicht verlassen, wie die Auskunft des Finanzministeriums auf Rohdes Anfrage ergab. In früheren Jahren war das Minusgeschäft aber nie ein Thema, da die anderen Banken genügend Gewinn eingestrichen hatten, um auch die schwächelnden Mitglieder der staatlichen Spielbanken-Familie zu tragen.

    Die FDP will der Entwicklung nicht länger zusehen. Für 2010 müssen die bayerischen Steuerzahler mindestens vier Millionen Euro aufbringen, um das negative Ergebnis der Staatsbetriebe auszugleichen, so Rohde. "Der altbekannte Spruch, wonach die Bank immer gewinnt, gilt nicht mehr."

    Ein privater Investor soll nach den Vorstellungen der Liberalen die bayerischen Spielbanken als "Gesamtpaket" übernehmen. Um dieses Paket attraktiv schnüren zu können, sollen drei zusätzliche Lizenzen für Spielbanken in Bayerns Großstädten München, Nürnberg und Augsburg vergeben werden. Im Gegenzug müsste sich der Investor dazu verpflichten, 2012 und 2013 keine Bediensteten zu entlassen. Von Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) erwartet die FDP, dass er ein Gutachten in Auftrag gibt. Das soll ausloten, ob dieses Konzept für einen Privaten lukrativ ist.

    Lizenz für eine Großstadt hat es bislang nicht gegeben

    Ablehnend steht die Staatliche Lotterieverwaltung, in Bayern auch für die Spielbanken zuständig, dem Ansinnen gegenüber. Präsident Erwin Horak verweist auf die „schlechten Rahmenbedingungen“, mit denen die Spielbanken zu kämpfen hatten. "Natürlich hätten wir auch gerne eine Lizenz für eine Großstadt. Aber die ist uns immer verweigert worden" – aus ordnungs- und strukturpolitischen Gründen.

    Die Lotterieverwaltung hat Horak zufolge ein "Restrukturierungskonzept" vorgelegt, mit dem Ziel, die Attraktivität der staatlichen Betriebe zu erhöhen. Das wird noch Zeit in Anspruch nehmen, weil ein geänderter Glücksspielstaatsvertrag, den gerade die Länder verhandeln, bereits Erleichterung bringen könnte. Etwa dann, wenn privat betriebene Spielhallen nicht mehr 23 Stunden am Tag geöffnet haben dürfen oder einen Mindestabstand zu Schulen und Kindergärten einhalten müssen. Beschlossen ist das aber noch nicht. Horak kämpft außerdem dafür, die Zugangsberechtigung für Besucher von 21 auf 18 Jahre zu senken ("das gibt es nur in Bayern"). Außerdem – so sein Wunsch – solle der Gesetzgeber die gesetzlichen Feiertage überprüfen, an denen die neun Spielbanken geschlossen sein müssen.

    (augsburger-allgemeine.de)
  4. #4
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    Standard AW: FDP will Bayerns Spielbanken privatisieren

    Gäbe es nicht die "Würgesteuer"(genannt Spielbankabgabe), würden alle Casinos mit plus arbeiten.
    Bayern hat 2010 ca. 28 Mios an Spielbankenabgabe eingenommen und musste knapp 8 Mios den "notleidenden" Casinos zuschießen.
    Ich kann hier keinen Verlust erkennen - auch wenn noch knapp 4 Mios für die völlig nutzlose Finanzaufsicht fällig wurden.
    Dazu kommen die Steuern der Angestellten und die kommunalen Einnahmen aus Mieten.

    sachse
    Roulette kann kein Glücksspiel sein - sonst würden mehr Leute glücklich aus dem Casino kommen
  5. #5
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    Standard Alle neun Spielbanken sind ein Haus

    Die Schließung einzelner Casinos in Bayern scheint endgültig vom Tisch, gespart werden muss aber weiter beim Personal.

    Bad Kötzting/München - Mit Spannung wurde gestern das Ergebnis der Sitzung des Haushaltsausschusses des Landtages auch in Bad Kötzting erwartet - schließlich beschäftigten sich die Mitglieder mit nichts weniger als der Zukunft der Bayerischen Spielbanken. Seit die Forderung des Obersten Bayerischen Rechnungshofes erhoben wurde, die Spielbanken in Bad Kötzting und Bad Steben wegen ihrer hohen Verluste - allein Bad Kötzting fuhr 2010 ein Defizit von 2,8 Millionen Euro ein - zu schließen, wird nach einer Lösung gesucht.

    Zoran Gojic, Pressesprecher im Landtag, fasst auf Anfrage die Sitzung am gestrigen Nachmittag so zusammen: Finanz-Staatssekretär Franz Josef Pschierer habe klar zum Ausdruck gebracht, dass er alle neun Häuser als eines betrachte, die Schließung einzelner Spielbanken für ihn darum nicht infrage käme. Gespart werde bereits, auch wenn es noch kein komplett ausgearbeitetes Konzept gebe.

    In einem ersten Schritt wurde in Form eines "Freiwilligen-Programms" den 733 Mitarbeitern aller neuen Spielbanken angeboten, gegen eine Abfindung aus ihrem Arbeitsverhältnis entlassen zu werden. Davon hätten 63 gebrauch gemacht, was einer Einsparung von rund fünf Millionen Euro entspreche, informierte Gojic. Um das komplette zu erwartende Defizit 2011 wettmachen zu können, hätten es allerdings 140 Mitarbeiter sein müssen. So bleiben noch über drei Millionen Euro übrig.

    Um die Subventionierung des staatlichen Glücksspiels in Bayern zu vermeiden, müssten allerdings weitere Maßnahmen ergriffen werden. Das könne auch mit Blick auf die Entwicklung beim großen Spiel (Spieltische, Roulette) und kleinen Spiel (Automaten) geschehen. Nach Angaben des Pressesprechers "läuft das große Spiel ganz gut", mit einer Entwicklung die leicht im plus liege. Das kleine Spiel entwickle sich gerade durch die große Konkurrenz mit der stetig wachsenden Zahl an privaten Spielhallen eher schlechter.

    Vonseiten der Politik werde vor allem auf den neu auszuhandelnden Glücksspielstaatsvertrag gewartet. Darin könnte eine verbesserte Chancengleichheit von staatlich und privat betriebenem Glücksspiel entstehen - nicht zuletzt mit Blick auf Werbung oder auch Öffnungszeiten. Allerdings sei bei der Sitzung die Meinung vertreten worden, dass eine Spielbank als strukturpolitische Maßnahme gesehen werden sollte, die in Bad Kötzting über Jahre hinweg ihr Soll erfüllt habe - ganz im Gegensatz zu den regionalen Flughäfen etwa.

    Für Erwin Horak, der als Präsident der staatlichen Lotterieverwaltung auch für die Spielbanken zuständig ist, war das Gespräch im Landtag zu erst einmal ein Erfolg. "Ich hatte den Eindruck, dass ankam, dass wir die Zukunftsfähigkeit aller Bayerischen Spielbanken weiter gewährleisten müssen", sagte er auf Anfrage nach der Sitzung. Er kennt auch die genauen Zahlen: "In Bad Kötzting machte ein Mitarbeiter von der ,Freiwilligen-Regelung‘ Gebrauch."

    Das bedeute aber nicht, dass gerade in Bad Kötzting noch mehr Personal abgebaut werden müsste. Jede Spielbank werde jetzt individuell betrachtet, mit den Personalräten gesprochen und dann entschieden, was passiert. "In Bad Wiessee funktioniert Roulette besser, in Garmisch könnte es ein wenig mehr Poker sein", erklärt Horak. Spiele an Tischen wie auch am Roulette seien personalintensiver als Automaten. Das Ziel für Bad Kötzting laute: „Eine funktionierendendes und attraktives Spielprogramm zu erhalten.“ Das bedeute „Vollspiel“, mit Automaten und Spieltischen, versicherte der Präsident der staatlichen Lotterieverwaltung.

    Was die weiteren Einsparungen beim Personal betrifft, so zeigte er sich überzeugt, dass aus den bisher 63 bestimmt 70 Mitarbeiter würden. Außerdem schwinde der Stand durch verschiedene Umstände ohnehin jedes Jahr um zehn bis 15 Mitarbeiter. Wichtig ist ihm an diesem Tag die Feststellung: "Der Zeitdruck ist ein wenig raus." Vielleicht sogar bis zum neuen Glücksspielstaatsvertrag könne nun durch Altersteilzeitregelungen, Teilzeitbeschäftigungen und über Tarifverhandlungen weiter daran gearbeitet werden, das Defizit zu verringern.

    Was der Staatsregierung und der Spielbank-Führung ein wenig Luft verschafft hat, lässt die Angestellten in den neun Häusern - in denen überall Personal eingespart werden soll - weiter warten. Denn, so hieß es aus dem Landtag: Der neue Staatsvertrag könne zwar bereits Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Es könnte aber auch bis zum Ende 2012 dauern, bis sich alles 16 Bundesländer auf eine einheitliche Regelung einigen.

    (mittelbayerische.de)
  6. #6
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    Standard "Publicity-Gag" auf Kosten der Spielbank

    Garmisch-Partenkirchen - Im Vorfeld der "Zu verkaufen"-Aktion des FDP-Abgeordneten Jörg Rohde wird Kritik laut. Eine Privatisierung der Spielbanken steht fürs Finanzministerium nicht zur Debatte.

    Mit einem "Zu verkaufen"-Schild reist Jörg Rohde (FDP) derzeit durch Bayern. Ziel seiner Tour sind die Spielbanken im Freistaat, die der Landtags-Vizepräsident privatisieren möchte. Am Dienstag, 6. September, kommt der Politiker auch nach Garmisch-Partenkirchen. Hintergrund seines Vorstoßes sind die Ergebnisse, die die Casinos einfahren. Nur zwei von neun Häusern würden schwarze Zahlen schreiben, erklärt Lars Pappert, Sprecher der FDP-Fraktion im Maximilianeum. Daher "mussten Bayerns Steuerzahler allein im Jahr 2010 mindestens vier Millionen Euro aufbringen, um das negative Ergebnis der Staatsbetriebs auszugleichen".

    Argumente, gegen die sich der FDP-Ortsverband entschieden wehrt: "Wir sind der Meinung, dass es durchaus möglich wäre, das jetzige Defizit zu reduzieren beziehungsweise in Gewinn umzuwandeln, wenn das Management der Spielbank erheblich geändert wird", erklärt Ortsvorsitzender Klaus Hilleprandt. Auch Erwin Horak kann Rohdes Vorgehen nicht nachvollziehen. Für ihn ist dieses ein "reiner Publicity-Gag" des Abgeordneten. "Privatisierung war nie ein Thema", betont der Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung Bayern. Rückendeckung erhält er aus dem Finanzministerium in München: "Das steht für uns nicht zur Debatte", sagt Staatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU). "Wir stehen zu unseren Spielbanken und ihren Mitarbeitern."

    (merkur-online.de)
  7. #7
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    Standard Gegenwind für FDP-Politiker

    Garmisch-Partenkirchen - Die Aktion von Jörg Rohde, der die bayerischen Casinos privatisieren möchte, stößt bei den Spielbank-Mitarbeitern und Kommunalpolitikern auf heftige Kritik.

    Kopfschüttelnd betrachtet Jörg Rohde (FDP) das Empfangs-Komitee, das ihn vor der Garmisch-Partenkirchner Spielbank erwartet. Sobald er mit seinem Plädoyer pro Privatisierung der bayerischen Casinos loslegen will, ertönen Trommeln und Tröten. Zudem verfolgt Haustechniker Franz Kamhuber den Landtags-Vizepräsidenten auf seiner Kehrmaschine und bläst ihm quasi den Marsch: Mit einem Laubbläser bewaffnet treibt er den Politiker über den Michael-Ende-Platz - zum Amüsement der Passanten. "Von seiner Aktion sind wir nicht begeistert", betont Lovorka März, Vorsitzende der örtlichen Tarifkommission, gestern Abend. "Aber es ist toll, dass uns Herr Rohde diese Plattform schafft, und wir so mit den Menschen ins Gespräch kommen."

    Viel sagen kann Rohde in der Diskussion mit ihren Kollegen nicht. Wütende Zwischenrufe und wiederholt der Vorwurf mangelnder Sachkenntnis begleiten seine Ausführungen. Hintergrund seiner Aktion, in deren Rahmen der Liberale alle neun bayerischen Casino-Standorte besucht, ist es, deutlich zu machen, dass der bayerische Steuerzahler nicht für deren Defizite aufkommen dürfe. Um die Bürger vor diesen Belastungen zu schützen, "sucht die Landtags-FDP nach Wegen, wie die Spielbanken mit dem höchsten Verkaufserlösen privatisiert werden können". Dabei muss sich Rohde immer wieder vorhalten lassen, dass er weder über die ungleiche Besteuerung von Spielbanken und privaten Spielhallen, noch über andere Hintergründe informiert sei.

    "Sie haben kein Hintergrundwissen", empört sich auch Klaus Hilleprandt, Ortsvorsitzender der FDP. "Für uns Liberale ist es ein schwarzer Tag, dass Herr Rohde heute in Garmisch-Partenkirchen ist", untermauert der Hotelier unter dem stürmischen Applaus der Casino-Mitarbeiter. Worte, die der Landtagsabgeordnete fast regungslos verfolgt, die ebenso wenig zu ihm durchdringen, wie Hilleprandts Ausruf: "Das ist nicht die Sicht der FDP, das ist nur Ihre Privatmeinung." Schützenhilfe erhält er von Elisabeth Koch (CSU), die Rohde vowirft, die Spielbank 10 000 bis 20 000 Euro zu kosten, indem er die Angestellten "durch seinen Unfug" von der Arbeit abhält.

    Dieser Gegenwind überrascht den Franken wenig. Er sei vorgewarnt worden, dass es in Garmisch-Partenkirchen heftiger zur Sache gehe als an den sechs Standorten, die er bereits besucht hat. An seiner Haltung habe sich aber nichts geändert: "Ich wurde hier vielmehr noch bestärkt, mich weiter für die Privatisierung einzusetzen." Argumente, die Casinos in staatlicher Hand zu lassen, gibt es aus seiner Sicht nicht. Auch die Hinweise, dass die Kontrolle in den Unternehmen der Spielsucht vorbeuge, lässt er nicht gelten. Er hält an seinem Kurs fest - unbeeindruckt vom Laubbläser.

    (merkur-online.de)
  8. #8
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    Standard Spielbank zu verkaufen: FDP-Abgeordneter Jörg Rohde sorgt in Lindau für Verärgerung

    Lindau - Zusammen mit acht weiteren Casinos in Bayern untersteht die Spielbank Lindau dem Finanzministerium und das hat ein Freiwilligenprogramm ins Leben gerufen, um Personalkosten einzusparen und so das Defizit in den Griff zu bekommen.

    Konkret sind bayernweit rund 70 Mitarbeiter vorzeitig und mit Abfindung in Ruhestand gegangen, auch in Lindau haben sich einige Mitarbeiter freiwillig zur Ruhe gesetzt. Dass geht auch anders, sagt Landtagsvizepräsident Jörg Rohde: der FDP-Mann schlägt vor, die neun Bayerischen Spielbanken zu privatisieren. Seit Ende August besucht er deshalb einen Standort nach dem anderen, um seine Idee zu erläutern. Mit im Gepäck: ein provokantes Zu Verkaufen-Schild. Auch Lindau hat er einen Besuch abgestattet.

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    (all-in.de)
  9. #9
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    Standard Bayerischer Finanzstaatssekretär Pschierer sieht keinen Grund für die Privaitiserung von Spielbanken

    Der bayerische Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer erteilt der Forderung von Jörg Rohde, Bezirksvorsitzender der FDP in Mittelfranken, die staatlichen Spielbanken zu privatisieren, eine klare Absage.

    Pschierer sehe keinen Grund für den Verkauf der Casinos. Die Diskussion um die Spielbanken rührt von den hohen Verlusten der Casinos her, seit gewerbliche Spielhallen den Markt erobern. Seitdem haben die bayerischen Spielbanken starke Verluste verzeichnet und mussten Stellen streichen.

    (rsa-radio.de)
  10. #10
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    Standard Der Herr Rohde ist nicht die FDP

    Nicht nur auf Bundesebene ist die FDP momentan im Tief. Auch vor Ort wird gezankt. Stein des Anstoßes: Die Tour des Landtagsabgeordneten Jörg Rohde durch die Spielbanken in Oberbayern. Er rührt die Werbetrommel für deren Privatisierung. Doch ein Ortsverband und Spielbank-Mitarbeiter mucken auf.

    6. September, die Spielbank in Garmisch-Partenkirchen: Einige Männer und Frauen stehen vor dem Gebäude. Sie tragen schwarze Anzüge, so als bekämen sie hohen Besuch. Normalerweise stehen sie am Roulettetisch oder verkaufen Jetons. Doch an diesem Tag warten die Angestellte der Spielbank auf die Stippvisite von Jörg Rohde, FDP-Landtagsabgeordneter aus dem fernen Erlangen. Rohde ist zudem Landtagsvizepräsident und Kommunal- und Arbeitsmarktpolitischer Sprecher. In der Tasche hat er einen Plan, der den Garmischern gar nicht behagt. Rohde möchte alle bayerischen Spielbanken lieber heute als morgen privatisieren. Für die Mitarbeiter zwischen Roulettetisch und Spielautomat eine alles andere als eine schöne Vorstellung. Sie haben Angst um ihre Jobs. Die Vorsitzende des Personalrats der Spielbank, Lor Camerz, fürchtet wie ihre Mitarbeiter im Falle einer Privatisierung Personalumbauten.

    Vier Millionen Defizit

    Denn sie sind zwar den Umgang mit Geld gewöhnt. Doch Rohde spricht über viel mehr Geld. Vier Millionen Euro. So viel betrage das Defizit aller neun staatlichen bayerischen Spielbanken. Und zahlen müsse es am Ende der Steuerzahler, so Rohde. Davor wolle man die Bürger künftig schützen. Die Spielbanken sollen mit dem höchsten Verkaufserlös privatisiert werden, so die Botschaft des FDP-Politikers. Und er hat gleich noch eine Idee im Gepäck: Er will Investoren nach Bayern locken. Drei weitere Standorten für Spielbanken schweben ihm vor.

    "Wir sind total gegen diese Aktion!"

    Selbst der örtliche FDP-Ortsverband läuft Sturm gegen Rohdes Privatisierungspläne: Von diesem "Wir als FDP" möchte der Garmisch-Partenkirchener FDP-Ortsvorsitzende Klaus Hilleprandt nichts hören: "Der Herr Rohde ist nicht die FDP! Sonst müssten wir hier alle austreten!" Die Ausführungen seines Landtagskollegen seien sachlich falsch und parteischädigend. Der FDP-Gemeinderat ist wütend: "Natürlich haben wir im Moment andere Probleme. Wir sind total gegen diese Aktion, das ist unfair und nicht korrekt wie wir als Ortsverband hier übergangen werden. Wir versuchen hier gute Arbeit vor Ort zu leisten und dann kommt ein Herr Rohde und macht uns alles kaputt!"

    Heute abend wird Jörg Rohde in Bad Reichenhall erwartet. Sein politisches Glücksspiel geht also in die zweite Runde.

    (br-online.de)

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